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Kooperation für Kyritz-Ruppiner Heide

Sielmann-Stiftung und Naturpark arbeiten an Tourismuskonzept Kooperation für Kyritz-Ruppiner Heide

Gemeinsam mit regionalen Tourismus-Anbietern wollen Vertreter der Heinz-Sielmann-Stiftung und des Naturparks Stechlin-Ruppiner Land ein Tourismuskonzept für die Heide entwickeln. Am Dienstag unterzeichneten beide Seiten auf dem Gelände des früheren Bombodroms eine entsprechende Kooperationsvereinbarung.

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Vertreter von Stiftung Naturpark gestern in der Kyritz-Ruppiner Heide.

Quelle: Peter Geisler

Pfalzheim. Kurt und Tequila traben gemütlich in die Kyritz-Ruppiner Heide. Für die Warmblüter vom Kremserhof Zermützel ist das nichts Besonderes. Bringen sie doch schon seit gut zwei Jahren Besucher auf das Gelände des einstigen Bombodroms, die im südlichen Teil des Areals die Heidelandschaft bewundern wollen.

Das will Dirk Ilgenstein ebenfalls, allerdings nicht allein aus persönlichem, sondern auch aus beruflichem Interesse. Ilgen­stein (51) ist seit Jahresanfang Präsident des Landesumweltamtes. In dieser Funktion unterschrieb er am Dienstag für den Naturpark Stechlin-Ruppiner Land in der Heide einen Kooperationsvertrag mit Michael Beier, Vorstandschef der Heinz-Sielmann-Stiftung. Diese betreibt 4000 Hektar der insgesamt fast 12 000 Hektar großen Heide.

Erster Schritt: Fortbildung für Kutschunternehmen

„Wir wollen diese unzerschnittene Landschaft erhalten und die Natur für Besucher erlebbar machen“, sagt Beier. Dazu wollen Stiftung und Naturpark gemeinsam mit den regionalen Tourismusverbänden das Tourismuskonzept für die Heide weiter entwickeln. Als Erstes wird es jedoch im Winter eine „naturschutzfachliche“ Fortbildung für die vier Kutschunternehmen geben, die die interessierten Gäste in die Heide bringen. „Die Kutscher müssen den Leuten ja was erzählen können. Schließlich dauert so eine Tour mit Picknick drei Stunden“, sagt Lothar Lankow, Projektleiter der Sielmann-Stiftung.

Schautafel auf dem Gelände des früheren Bombodroms

Schautafel auf dem Gelände des früheren Bombodroms.

Quelle: Peter Geisler

Bisher haben sich die Kutscher auf ihr eigenes Wissen verlassen. Und auf das, was ihnen von den Förstern der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) erzählt wurde. Der Bima gehört die Kyritz-Ruppiner Heide, seitdem die Bundeswehr dort abgezogen ist. Seit Juli können die Kutschen ohne Begleitung eines Feuerwerkers, der sich mit Munition auskennt, oder eines Bima-Angestellten in die Heide aufbrechen. Denn der 13 Kilometer lange Weg von Neuglienicke über Pfalzheim nach Rossow ist auf Munition abgesucht und beräumt worden. Die Sielmann-Stiftung hat sich mit 200 000 Euro an diesen Kosten beteiligt. Ermöglicht wird das durch Spenden. „Wir haben 86 000 feste Spender“, sagt Michael Beier. Die meisten wohnen in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Allerdings haben die Spenden aus Berlin und Brandenburg inzwischen zugelegt, zur Freude von Beier. „Naturschutz und Wildnis gibt es nicht für umsonst.“ So muss in der Kyritz-Ruppiner Heide regelmäßig das Heidekraut verjüngt, sprich abgebrannt werden. Sonst würde die Fläche in kurzer Zeit zu Wald werden. Zudem will die Sielmann-Stiftung, dass die Besucher mal 2000 Hektar Heide auf dem einstigen Bombodrom bewundern können. Derzeit sind es knapp 800 Hektar. „Das wäre dann fast doppelt so viel wie in der Lüneburger Heide“, sagt Mario Schrumpf, Chef des Naturparks Stechlin-Ruppiner Land. Gleichwohl soll es keinen Massentourismus wie in der Lüneburger Heide geben. Dort kommen Reisebusse mitunter im Minutentakt an.

Besucher sind interessiert an Wölfen, Flora und Fauna

Kutscher Jürgen Strache bietet Kremserfahrten durch die Heide an

Kutscher Jürgen Strache bietet Kremserfahrten durch die Heide an.

Quelle: Peter Geisler

Das will auch Jürgen Strache nicht. Der Inhaber der Ruppiner Fahrtouristik aus Zermützel muss mal kurz an den Zügeln ziehen: Kurt und Tequila wollen auf ihren altgewohnten Weg in der Heide abbiegen. Doch am Dienstag wird eine kürzere Route genommen. Strache schätzt den sanften Naturtourismus, der sich in der Heide gerade entwickelt. „Die Besucher sind sehr interessiert und wollen viel wissen.“ Oft geht es um die militärische Vergangenheit der Heide, meist aber um Flora und Fauna, wie den Wiedehopf, der sich auf dem Areal ebenso wohlfühlt wie der Wolf. Die intakte Tier- und Pflanzenwelt zieht immer mehr Leute an. Allein Strache hat im Vergleich zum Vorjahr rund zehn Prozent mehr Gäste in die Heide begleitet.

Von Andreas Vogel

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