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Kooperation statt Kirchturmdenken

Fretzdorf Kooperation statt Kirchturmdenken

Zum ersten Kooperationstreffen der Kommunen und Wirtschaftsunternehmen entlang der Autobahn 24 hatte die Regionale Entwicklungsgesellschaft Nordwest Brandenburg in den Autohof Fretzdorf eingeladen. Das Ziel ist eine Zusammenarbeit ohne Kirchturmdenken in Sachen Fachkräftesicherung, Nahverkehr und Regionalentwicklung.

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Eingeladen hat die REG Nordwest Brandenburg.

Quelle: Claudia Bihler

Fretzdorf. Die Raststätte Fretzdorf am Autohof Herzsprung an der A24 hatte Regionale Entwicklungsgesellschaft Nordwest Brandenburg mit Bedacht gewählt: Schließlich geht es bei dem Treffen um die Autobahn zwischen Berlin und Hamburg. Die soll nach dem Willen der Anwesenden zur künftigen Entwicklungsachse für die Autobahnanrainer werden – und zum Kooperationsachse zur Stärkung der Region.

Eingeladen zum ersten Kooperationstreffen „Tor in die Hauptstadtregion – Entwicklungsachse A 24“ hatte die REG, angereist waren die Bürgermeister, Amtsdirektoren und Vertreter aus Wirtschaft und Verbänden aus dem gesamten Raum von Neuruppin in Ostprignitz-Ruppin bis Meyenburg und Putlitz in der Prignitz.

Verwaltungschefs und Wirtschaftsvertreter entlang der A24  stehen gemeinsam hinter ihrem Motto „Tor in die Hauptstadtregion

Verwaltungschefs und Wirtschaftsvertreter entlang der A24 stehen gemeinsam hinter ihrem Motto „Tor in die Hauptstadtregion.

Quelle: Claudia Bihler

Landrat Ralf Reinhardt erläuterte den Anlass fürs Treffen: „Wenn wir uns als Region auch überregional bemerkbar machen wollen, müssen wir eine gemeinsame Entwicklung aus eigener Kraft schaffen. Dazu bietet sich als Entwicklungsachse die A 24 an.“ Der Raum im Speckgürtel werde immer knapper, sagte Reinhardt, und weil die Hauptstadtregion nicht wolkenförmig und unkontrolliert in alle Richtungen wachsen soll, werden die Entwicklung perspektivisch auf Verkehrsachsen wie die A24 fokussiert.

Arbeitsteilung für die Region

„Das stimmt auch mit den Grundsätzen der neuen Landesentwicklungsplanung überein, sagte Arne Krohn, stellvertretender Bürgermeister von Neuruppin. Er verwies darauf, dass kaum mit nennenswerten Einwohnerzuwächsen über die nächsten Jahre zu rechnen sei: Angesichts der demografischen Situation könnten jedoch künftig nicht alle Kommunen mehr alles für ihre Bürger leisten, so dass sich eine Art Arbeitsteilung empfehlen werde. Dabei dürfe es kein Kirchturmdenken mehr geben, waren sich die Anwesenden einig, die stattdessen eine Art Arbeitsteilung für die Region empfehlen: Vorhandene Gewerbegebiete nutzen, statt neue auszuweisen, eine gemeinsame Entwicklung des Öffentlichen Nahverkehrs und des Straßennetzes, eine gemeinsame Fachkräftepolitik.

Mike Blechschmidt, Sprecher des Fördervereins Wachstumskern Autobahndreieck Wittstock wies auf die bereits vorhandenen Stärken einzelner Kommunen entlang der Achsen hin: „Fehrbellin und das Autobahndreieck sind starke Industriestandorte, Neuruppin dagegen ein attraktiver Wohn- und Gesundheitsstandort.“ Kurze Wege, wenig Stau: Die Wirtschaftskraft müsse gesichert werden. Und sie sei beträchtlich. Etwa 50 Prozent der Menschen aus beiden Landkreisen leben in den autobahnnahen Kommunen. Gleichzeitig stellen die Wirtschaftsunternehmen in der Autobahnregion jährlich mit ihren knapp 5700 Beschäftigten 3,6 Milliarden Euro auf die Beine und damit 63 Prozent des Umsatzes der Wirtschaft in den beiden gesamten Kreisen.

Von Claudia Bihler

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