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Kopfschütteln über Zwangschecks für Senioren

Verkehrsseminar in Wittstock Kopfschütteln über Zwangschecks für Senioren

Zwangschecks zur Fahrtüchtigkeit für Autofahrer ab 75? – Davon hielten die Teilnehmer des Verkehrsseminars für Fahrer ab 50 in Wittstock wenig. Sie sprachen sich für freiwillige Tests aus. Bester Beweis dafür, auch im Alter noch fit am Steuer sein zu wollen, war ihrer Meinung nach die Teilnahme an einem solchen Seminar. Und dort lernten sie einiges.

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Paul Bergmann (rechts) erörterte mit den Teilnehmern auch verkehrsrechtliche Fragen.

Quelle: Christian Bark

Wittstock. Über die jüngste Debatte, ob Senioren ab einem Lebensalter von 75 Jahren zwangsweise einen Fahreignungstest durchführen müssen, konnten die Teilnehmer des Verkehrssicherheitsseminars bei der Wittstocker Volkssolidarität am Mittwoch nur den Kopf schütteln. „Jeder muss selbst wissen, wann er nicht mehr fahren kann“, stellte Seminarleiter Paul Bergmann vom ADAC Berlin-Brandenburg klar und äußerte Freude über die Entscheidung des Bundesverkehrsministers, solche Testes nicht einführen zu wollen. Gleichzeitig appellierte er aber an die älteren Verkehrsteilnehmer, ehrlich zu sich selbst zu sein und auch die Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer zu berücksichtigen.

„Ich bin 75 Jahre und ich mache so einen Gesundheitscheck freiwillig“, betonte Seminarteilnehmer Dieter Schönberg. Von Zwang halte er in dieser Sache wenig. „Deswegen bilden wir uns ja in Seminaren wie diesen hier weiter“, hieß es aus der Teilnehmerrunde. Und in dieser ging es unter Moderation von Paul Bergmann recht locker zu. Zwei Stunden diskutiere man über Fragen im Verkehrsrecht, tauschte persönliche Erfahrungen aus und regte sich über vermeintlich unsinnige Neuerungen auf.

Gesetzliche Neuerungen gelobt und kritisiert

„Die Basis für den gläsernen Autofahrer ist gelegt“, kritisierte Bergmann die von Autoversicherungen angebotenen Telematik-Tarife. Dabei werde der Wagen mit einer Art Blackbox versehen, die Daten über das Fahrverhalten sammle und an die Versicherung weiterleite. Danach würden dann die Tarife berechnet. Andererseits habe das Verfahren auch seine Vorteile, wie Bergmann eingestand: Wer sinnig fährt, wird finanziell belohnt. Das fördere womöglich die Sicherheit vor Rasern und Risikofreudigen.

Mehr Sicherheit vor riskanten Überholvorgängen könnte nach Meinung der Seminarteilnehmer auch das für Landstraßen geplante Generaltempo von 80 Stundenkilometern bringen. „Es ist angedacht, dass Laster statt bisher 60 bis zu 80 Stundenkilometer fahren dürfen“, informierte Bergmann. Gleichzeitig werde das Tempolimit für Pkw und Motorräder von 100 auf 80 Stundenkilometer gedrosselt. Ein Überholgrund, gerade auf den kurvenreichen Strecken der Region, entfalle dadurch theoretisch.

Für nächstes Seminar mehr Teilnehmer erhofft

Etwas enttäuscht äußerte sich Bergmann über die geringe Teilnehmerzahl seines Seminars. Nur sieben waren gekommen. „Nächsten Mittwoch werden es hoffentlich mehr“, sagte der ADAC-Moderator.

Das hoffte auch Waldtraut Minkwitz. Die Wittstockerin war die einzige Frau in der Herrenrunde. Dabei fahre sie noch nicht einmal Auto. „Ich bin Fußgängerin“, sagte sie. Aber als solche sei sie natürlich auch daran interessiert, was für alle anderen Verkehrsteilnehmer wichtig ist.

Von Christian Bark

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