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Kosten für Schulumbau weiterhin Reizthema

Neustadt Kosten für Schulumbau weiterhin Reizthema

Der Umbauplan für die Neustädter Homburg-Schule, der bald einem Neubauvorhaben ähnelt, wurde in seiner aktuellen Fassung dem Amtsausschuss vorgestellt. Unter den Mitgliedern sind nach wie vor unklare Gesamtkosten das Reizthema. Sie beschlossen dennoch, dass die Vorbereitungen weitergehen können.

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Sylvia Michaelis erläuterte den Umbauplan für die 7500 Quadratmeter große Homburg-Schule.

Quelle: Matthias Anke

Neustadt. Einen Moment besorgten Raunens löste Architekt Steffen Michaelis am Mittwochabend bei den Mitgliedern des Neustädter Amtsschusses aus. Michaelis, der zusammen mit seiner Frau Sylvia vom Kyritzer Büro „s Quadrat m“ den Umbau der Homburg-Schule plant, sagte: „Es handelt sich hier um so gravierende Mängel, dass diverse Behörden, wenn sie denn wollten, vor allem mit Blick auf Fluchtwege und Brandschutz, diese Schule sofort schließen könnten.“ Obwohl spekulativ und auch nicht ganz neu, machte Michaelis damit einmal mehr auf den dringenden Handlungsbedarf aufmerksam: „Wir wollten noch mal genau vor Augen führen, was hier im Argen liegt.“

Zuvor hatte Sylvia Michaelis Probleme rund um die Sicherheit in dem Gebäudekomplex erläutert und wie diese planerisch mit dem Umbau zu lösen sind. Breddins Bürgermeister Reinhard Neumann indes wollte „nicht immer nur Negatives“ hören. Er zählt zudem zu den Kritikern des Vorhabens, wenn es um die zu erwartenden Baukosten geht. Man solle doch einfach gleich von 15 Millionen Euro reden, warf er in die Runde und verlangte mit Blick auf die absehbar steigende Amtsumlage Zahlen. Kathrin Lorenz, in der Amtsverwaltung für den Schulbereich zuständig, lehnte vage Berechnungen ab. Vor allem die Höhe des Eigenanteils des Amtes als Schulträger sei so lange unklar, bis die Ausschreibungen Angebote bringen und die Fördergeldsummen aus zwei und möglicherweise sogar drei „Töpfen“ feststehen.

Ein Neubau wäre teurer und zudem nicht förderfähig

Zuletzt war die Rede von zehn Millionen Euro Gesamtkosten für den Schulumbau, etwa 400 000 Euro für die neue Verkehrsführung vor dem Objekt und 1,4 Millionen Euro für den Sportplatz. Die entsprechenden Pläne sind dabei so umfangreich, dass manche Ausschussmitglieder sich fragten: „Warum bauen wir nicht gleich neu?“ Auch wurde in diesem Ausschuss über die Phase der Bauzeit diskutiert und ob derweil nicht lieber eine Container-Schule als Ausweichmöglichkeit errichtet werden sollte.

„Für einen Neubau Fördergeld zu erhalten, ist nahezu ausgeschlossen“, erklärte Michaelis. Zudem betrage die förderfähige Sanierung nur zwei Drittel der Neubaukosten. Und: Das Vorhaben fußt nicht allein auf den Ideen des Architekten-Duos, sondern es wurde und wird mit sämtlichen Akteuren stets abgestimmt. So finden sich darin jetzt nicht einfach nur eine markante neue Pausenhalle und eine Aula wieder, deren Höhe über zwei Geschosse reicht, oder etwa eine neue Außenhülle. Auch alle Räume für die verschiedenen Unterrichtsfächer sind in Absprache mit der Schule detailliert berücksichtigt.

Doch abstimmen sollte der Amtsausschuss am Mittwoch gar nicht mehr über einen Grundsatzbeschluss für die Sanierung. Denn bereits im Hauptausschuss waren Bedenken laut geworden, solche Entscheidung nicht ohne die Anhörung auch der Gemeindevertretungen zu treffen – da zuletzt alles notwendige Geld eben über erhöhte Amtsumlagen aufgebracht werden dürfte und damit alle Gemeindehaushalte trifft. Empfohlen wurde daher vom Hauptausschuss, zunächst nur der Aufhebung eines Sperrvermerkes im Haushalt über die Summe von 100 000 Euro zuzustimmen. Das soll die „Finanzierung der vom Fördermittelgeber geforderten Planungsleistungen der Leistungsphase 3“ ermöglichen.

2018 bleibt Zeit zum Weiterplanen, Baustart ohnehin nicht vor 2019

Diese Zustimmung gab der entscheidende Amtsausschuss nun. Er verabschiedete auch den für 2018 neuen Amtshaushalt. Befremdlich fand es dabei der Sieversdorfer Bodo Knaak, dass damit zugleich ein Eigenanteil des Amtes von rund 140 000 Euro für die neue Verkehrsführung an der Schule eingeplant ist. Amtsdirektor Dieter Fuchs verwies auf die unterschiedlichen Förderprogramme und dass einzelne Maßnahmen „separat von anderen erfolgen können“. So hatte es bereits Architekt Michaelis erklärt: „Am Ende gibt es ein stimmiges Bild.“ Und würden dann irgendwann beispielsweise in etlichen Räumen sogenannte Akustikdecken noch fehlen, sei man aber wenigstens „schon mal immer einen Schritt weiter vorangekommen“. Neustadts Bürgermeister Karl Tedsen, der zugleich der Amtsausschussvorsitzende ist, sprach von einem „Baukastenprinzip“.

2018 bleibt nun Zeit zum Weiterplanen. Vor 2019 sei mit einem Baustart ohnehin nicht zu rechnen. Reinhard Neumann warnte auch wegen dieser verstreichenden Zeit vor steigenden Baupreisen.

Das eigentliche Problem für die Betroffenen aber benannte Kathrin Lorenz: „Den Umbau bei laufendem Betrieb zu schaffen, das ist die größte Herausforderung.“

Von Matthias Anke

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