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Kostenexplosion auf Rheinsbergs Friedhöfen

Stadtvertreter kontra Stadt Kostenexplosion auf Rheinsbergs Friedhöfen

Frank Schwochow ist als der Nörgler bekannt, wenn es um die Friedhofssatzung in Rheinsberg geht. Seit Jahren kritisiert der Stadtverordnete das Rathaus für das Papier und all seine Neuerungen. Jetzt gibt es ein Wiedersehen vor Gericht – und heftige Kritik wegen des neuesten Vorstoßes der Verwaltung, die Gebühr teils um mehr als das Doppelte zu erhöhen.

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Die Gebühren für die Friedhöfe in Rheinsberg sollen erheblich steigen.

Quelle: Celina Aniol

Rheinsberg. Noch in diesem Jahr soll Rheinsberg wegen seiner Friedhofsgebührensatzung vor dem Kadi stehen. Das habe ihm die zuständige Richterin am Verwaltungsgericht Potsdam zugesagt, so Frank Schwochow. Der Stadtverordnete geht gegen das Papier vor, weil er es für diskriminierend hält (die MAZ berichtete). Es sei auch kürzlich ein Termin angesetzt gewesen, den er jedoch absagen musste, so Schwochow.

Bei den Querelen geht es um die alte Satzung, die der Rheinsberger Stadtverordnete kippen will. Allerdings hat Frank Schwochow ebenfalls gegen die neue Satzung, die erst Ende vergangenen Jahres verabschiedet wurde, immer wieder gewettert. Auch am neuesten Vorstoß der Verwaltung, die die Gebühren noch einmal kräftig erhöhen will, hat er einiges auszusetzen.

Stadt setzt bislang auf Rundumpflege durch den Bauhof

Zum einen wundert er sich über die Größenordnung der Steigerung. Denn laut dem Vorschlag aus dem Rathaus sollen die Gebühren zum Teil auf mehr als das Doppelte steigen, weil die Friedhofsunterhaltung so viel teurer geworden ist. „ Wie kann es sein, dass die Pflege der Friedhöfe plötzlich so in die Höhe schießt?“, fragt Schwochow. Verantwortlich dafür sei die falsche Handlungsweise im Rathaus, das auf eine Rundumbetreuung durch den teuren Bauhof setze, anstatt günstige Initiativen vor Ort zu unterstützen. „Wenn der Bauhof nach Basdorf fährt, dann ist für die Anfahrt eine Stunde weg, die die Friedhofsnutzer bezahlen müssen.“ Viel besser wäre es, Vereine, Gemeindearbeiter oder Einzelpersonen gegen geringes Entgelt für die Aufgabe zu verpflichten, findet Schwochow.

Er befürchtet auch, dass sich durch den großen Preisunterschied zwischen der Erd- und der Urnenbestattung der Trend zum Urnenbegräbnis weiter verstärken könnte – und auf diese Weise in ein paar Jahren die gesamte Satzung auf den Kopf gestellt wird. „Dann zwingt man die Menschen aus finanziellen Gründen zur Urne und die Gebühren werden ins Unermessliche steigen, weil die günstigen Urnenbegräbnisse nicht zur Deckung der Friedhofskosten reichen.“ So werde sich die Spirale immer weiter nach oben drehen. Und am Ende würden sich auch die Kosten für die Urnen verdoppeln. Aus Schwochows Sicht müsste die gesamte Satzung von Grund auf überarbeitet werden. „Sonst wird sie uns um die Ohren fliegen. Sie ist vom Grundsatz her falsch.“

Bauhofkosten werden erst jetzt auf Gebühren umgelegt

Die Steigerung der Gebühr sei tatsächlich hoch, gibt Thomas Lilienthal vom Rheinsberger Rathaus zu. Das liege daran, dass die Arbeit des Bauhofs bislang nicht extra berechnet und auf die Gebühr umgelegt wurde. Das sei erst jetzt passiert und schlage sich bei der Gebührt nieder. Die Verwaltung hätte aber nichts dagegen, wenn diese Arbeit günstiger verrichtet werden könnte. „Wir werden das nicht ausschreiben, aber sehr begrüßen, wenn sich bei uns Leute melden, die die Pflege der Friedhöfe gegen einen Obolus übernehmen.“ Die Gefahr mit dem Umschwung zur Urne sieht Lilienthal, schätzt sie jedoch nicht so dramatisch ein. Man könne schließlich bei einem solchen Trend mit einer Erhöhung der Gebühr für Urnen reagieren. Das sei unproblematisch, da die Satzung alle zwei Jahre überarbeitet wird. Dass die Erdbestattung derzeit mehr kostet, hält er für richtig. Schließlich sei ein Grab pflegeaufwendiger.

Von Celina Aniol

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