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Kräutersuche am Daberturm

Wittstocker mit Kräuterfee vom Dossegrund auf Exkursion Kräutersuche am Daberturm

Der Herbst ist die Jahreszeit, in der es besonders lohnt, sich auf die Suche nach den Wurzeln von Heilkäutern zu machen. Wenn die Pflanzen ihre Kraft zurückziehen in die Wurzel, konzentriert sie dort auch ihre Heilkraft. Barbara Sommerfeld, die „Kräuterfrau vom Dossegrund“, geht deshalb am Reformationstag mit 20 Seminarteilnehmern auf Exkusion. Was dabei herauskam? Unter anderem selbst gemachte Salbe, die bei Prellungen und Stauchungen hilft.

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Im Kräutergarten werden die heilsamen Beinwellwurzeln ausgegraben.

Quelle: Cornelia Felsch

Alt Daber. Die Wildgänse ziehen hoch oben am Himmel über Alt Daber hinweg. Mit dem Flug der Zugvögel beginnt die kalte Jahreszeit. „Am 31. Oktober haben unsere Vorfahren, die Kelten, den Sommer verabschiedet“, sagt Barbara Sommerfeld. „Sie kannten nur zwei Jahreszeiten, den Sommer und den Winter.“

Die „Kräuterfee vom Dossegrund“, wie sie sich selbst nennt, ist mit 20 Seminarteilnehmern in den Kräutergarten am Daberturm gezogen – ausgerüstet mit einem Spaten. „Heilsame Wurzelkräuter“ sind das Thema, mit dem sich die Wittstocker Kräuterfrau und ihre Zuhörerschaft am Reformationstag beschäftigen. „Der Herbst ist die Zeit, um bei abnehmendem Mond einen Ausflug in die Natur zu machen und heilsame Wurzeln auszugraben“, sagt Barbara Sommerfeld. „Die Pflanzen ziehen ihre Kräfte zurück in die Wurzeln. Mit dem Ausgraben schenken sie uns ihr Leben.“

Nach einer kurzen Einführung über heilsame Wurzeln von Baldrian, Löwenzahn und Wegwarte geht es in den Kräutergarten, auf der Suche nach den Wurzeln des Beinwells, für Barbara Sommerfeld aufgrund ihrer großen Heilkraft die wichtigste Wurzel. Äußerlich angewendet, wird der Echte Beinwell bei Zerrungen, Prellungen und Verstauchungen eingesetzt. Er wirkt schmerzlindernd und entzündungshemmend bei Knochenbrüchen, Verletzungen von Bändern und Sehnen sowie offenen Wunden. Der Wirkstoff Allantoin hat eine wundreinigende Wirkung und fördert bei Wunden die Bildung neuer Zellen. Die schwarzen Wurzeln sondern an den Bruchstellen eine schleimige Flüssigkeit ab.

Die Kräuterfee kocht aus den zerstoßenen Wurzeln und Bienenwachs eine Salbe

Die Kräuterfee kocht aus den zerstoßenen Wurzeln und Bienenwachs eine Salbe.

Quelle: Cornelia Felsch

Für die Kräuterfrau ist es selbstverständlich, dass nicht alle Wurzeln ausgegraben werden. Der respektvolle Umgang mit der Natur und die alten Brauchtümer sind ihr wichtig. „Wir haben etwas vergessen“, sagt sie, als ihr Ehemann und Helfer das Pflanzloch wieder mit Erde gefüllt hat. „Man sollte der Natur immer etwas zurückgeben. Das kann ein Stück Wurzel oder auch etwas Essbares für die Naturgeister sein. Auch ein Haar, das man sich ausreißt, tut es.“

Nachdem ihr Haar vergraben ist und ein entzündetes Bündel weißer Salbei seinen Rauch in das Universum geschickt hat, erfahren die Teilnehmer im geheizten Daberturm Wissenswertes über die Heilwirkung des Beinwells. Das Feuer im Bullerjahn-Ofen knistert und da an diesem Tag auch Halloween gefeiert wird, gibt es später als Überraschung ein Drei-Gänge-Kräutermenü für die Gäste. Damit die Seminarteilnehmer gesund über den Winter kommen und die heilende Wirkung des Beinwells im Bedarfsfall selbst erleben können, wird an diesem Nachmittag noch eine Salbe zubereitet.

Die klein geschnittenen Wurzeln gibt Barbara Sommerfeld in einen Topf und übergießt sie mit Rapsöl. Während sie die Mischung langsam erhitzt und emsig verrührt, erzählt die 57-jährige Kräuterfee von ihren zahlreichen Erfahrungen und Heilerfolgen. Bevor sie die erhitzte Heil-Mischung durch ein Gaze-Tuch abseiht, gibt sie Bienenwachs und etwas Propolis hinzu. Das Bienenharz mit antibiotischer Wirkung hat sie zuvor in Alkohol angesetzt, so dass es sich löst. Es erhöht die Haltbarkeit der Salbe und ihre Heilwirkung. Um zu sehen, ob die Salbe später die richtige Konsistenz haben wird, gibt die Kräuterexpertin einen Klecks auf den Tisch. Sie ist mit dem Ergebnis zufrieden und füllt die Flüssigkeit für ihre „Kräuterlehrlinge“ in kleine Töpfchen ab.

Von Cornelia Felsch

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