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Kranichrekord im Rhinluch

In Linum wurden mehr als 90.000 Vögel gezählt Kranichrekord im Rhinluch

Laut trompetend ziehen sie über Dörfer und Felder hinweg – erst in langen Reihen, dann in großen Schwärmen. Mehr als 90.000 Kraniche sind Dienstag kurz nach Sonnenaufgang im Teichgebiet bei Linum in den Himmel aufgestiegen, um zu ihren Futterplätzen zu fliegen. Das ist eine neuer Rekord.

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Beeindruckendes Naturschauspiel: Zehntausende Kraniche erheben sich an den Teichen und überfluteten Wiesen bei Linum in die Lüfte.

Quelle: Peter Geisler

Linum. Noch nie waren an dem Rastplatz im Rhinluch so viele Kraniche gezählt worden. Der bisherige Rekord lag bei knapp 80.000 Vögeln – so viele waren es Mitte Oktober 2008.

„Das ist der absolute Höhepunkt“, sagt Kranichexperte Ekkehard Hinke, der die Rastplätze der Vögel seit Jahren betreut. „So zeitig hatten wir noch nie so eine große Ansammlung. Ich bin total beeindruckt.“ Seit Ende September trudeln die Kraniche aus dem Norden ein. Erst waren es nur 3800, in der vergangenen Woche dann schon mehr als 41.000. Sie rasten im Linumer Moorgebiet auf ihrem Zug Richtung Frankreich und Spanien.

Knapp 30 Naturschützer hatten sich gestern im Morgengrauen an der Naturschutzstation in Linum getroffen. Sie zählten innerhalb weniger Stunden 90.220 Kraniche, die sich von ihren Schlafplätzen an den Teichwiesen in die Lüfte erhoben. Offenbar spielt die „extrem gute Wetterlage“ eine entscheidende Rolle, sagt Gebietsbetreuer Hinke. Bei klarer Luft und kontinentalem Hochdruck-Wetter wirkt das Rhinluch mit seinen Teichen und gefluteten Wiesen wie ein Magnet auf die Zugvögel. Manche von ihnen bleiben nur für zwei, drei Tage in der Region, die meisten aber für mehrere Wochen.

Ein Kälteeinbruch im Osten hat dazu geführt, dass die Kraniche schneller als sonst ihre Reviere in Estland, Schweden und Polen verlassen haben. „Und es ist abzusehen, dass die Kraniche so schnell nicht weiterziehen werden“, sagt Ekkehard Hinke. Am Stausee Lac du Der in der französischen Champagne – einem der beliebtesten Etappenziele – sind bisher erst 5000 Kraniche angekommen. In Spanien wurden noch gar keine gesichtet, hat Hinke von den Kranichbeobachtern aus den Nachbarländern erfahren.

Bei dem milden Herbstwetter werden die größten europäischen Vögel wohl gern noch länger im Oberen Rhinluch rasten und auf den Flächen rund um Linum auf Nahrungssuche gehen. Besonders beliebt waren gestern beispielsweise die Felder zwischen Linum und Wustrau. Zu Tausenden sind die Kraniche in diese Richtung geflogen – begleitet von unzähligen nordischen Gänsen. Maiskörner, Sprossen, Frösche, Schnecken, Regenwürmer, aber auch neue Saaten stehen auf dem Speiseplan der Vögel. „Wenn der Südwind kommt, rücken wahrscheinlich noch mehr Kraniche aus der Schorfheide und aus dem Oderbruch nach“, prognostiziert der Experte. Am nächsten Dienstag ist wieder Zähltag.

Von Katharina Kastner

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