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Krankenhaus bekommt Hubschrauberplattform

Kyritz Krankenhaus bekommt Hubschrauberplattform

Die KMG hat dieser Tage mit dem Bau einer Plattform für Hubschrauber am Kyritzer Krankenhaus begonnen. Vor allem Unfallopfer, aber auch andere Notfallpatienten sollen von kürzeren Wegen profitieren. Die Konstruktion wird das Erscheinungsbild des Hauses künftig prägen.

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Die Bauvorbereitungen laufen; Auf dem Hof des Krankenhauses liegt bereits die Bewehrung für die Bohrpfähle, die die Konstruktion tragen sollen.

Quelle: Alexander Beckmann

Kyritz. Der Entwurf hat eindeutig etwas Futuristisches: Bis zum Herbst soll sich eine gewaltige Plattform für Hubschrauber über die Dächer des Kyritzer Krankenhauses erheben. Die Bauarbeiten auf dem Hof zwischen Funktionsgebäude und Bettenhaus haben bereits begonnen.

Der Ärztliche Direktor Fred Gätcke hält den Bau für unverzichtbar. Ein direkt erreichbarer Landeplatz für Hubschrauber sei unbedingte Voraussetzung, um den Status des Hauses als regionales Traumazentrum langfristig zu erhalten.

Die Hubschrauberplattform wird das Gebäudeensemble künftig dominieren

Die Hubschrauberplattform wird das Gebäudeensemble künftig dominieren.

Quelle: Sigma Plan Weimar

Diese seit vier Jahren bestehende Einstufung bedeutet, dass Kyritz eine besondere Rolle bei der ­Versorgung von Unfallpatienten spielt. Zusammen mit den Kliniken in Neuruppin, Pritzwalk, Perleberg, Nauen und Rathenow bildet Kyritz einen Verbund für solche Notfälle. „Das Netzwerk bedeutet, dass ­immer einer ein Bett und Kapazität auf der Intensivstation verfügbar hat“, erklärt Gätcke. „Wir müssen auf jeden Fall jederzeit bereit sein.“

Darüber hinaus würden Patienten beispielsweise mit Schlaganfall oder Herzinfarkt ebenfalls profitieren. „Auch diese Menschen ­brauchen eventuell den schnellen Transport per Helikopter“, sagt Gätcke.

Noch sind die Wege zu weit

Derzeit könne das Kyritzer KMG-Klinikum damit aber nicht dienen. Der einstige Hubschrauberlandeplatz auf dem Klinikgelände musste im Zuge der Modernisierung Neubauten weichen. Bei den Planungen genoss er keinen Vorrang. Derzeit suchen sich die Piloten der Rettungshelikopter je nach Gelegenheit eine freie Fläche irgendwo in der Nähe. Offiziell ist der Verkehrslandeplatz in Heinrichsfelde drei Kilometer vor der Stadt für solche Zwecke ausgewiesen. „Aber das ist zu weit“, sagt Fred Gätcke. „Die Patienten müssten von dort mit einem Fahrzeug hergebracht werden. Das ist nicht tragbar.“ Wenn das Kyritzer Krankenhaus seine Einstufung bewahren wolle, dann brauche es einen Landeplatz mit direktem Zugang.

Eben den wird der jetzt begonnene Neubau bieten. Die Baupläne lassen keinen Zweifel daran, dass die Konstruktion wahrlich markant wird. Als Neubau muss die Anlage nämlich die aktuellen EU-Vorschriften erfüllen und das bedeutet einen erheblichen Mehraufwand gegenüber vergleichbaren bestehenden Landeplätzen: mehr Fläche, mehr Höhe, mehr Sicherheit. Die KMG trägt die Kosten alleine.

Platte über den Köpfen

Vorgesehen ist eine 27 Meter im Quadrat messende Plattform, die freistehend auf vier Pfählen in 23 Metern Höhe über den Dächern des Klinikums thront. Ein versenkbarer Fahrstuhl wird den direkten Zugang zu den Operations- und Schockräumen des Funktionsgebäudes bieten. Getragen wird das Ganze von einem Fundament aus vier Bohrpfählen die bis in 17 Meter Tiefe reichen. „Die Pfähle sollen schon in der nächsten Woche fertiggestellt werden“, kündigt Rena Bohmert von der KMG-Baufördergesellschaft an. Eine Spezialbaufirma wird Anfang der Woche mit den Bohrungen beginnen.

„Das ist natürlich eine Lärmbelästigung“, gesteht der Ärztliche Direktor Fred Gätcke ein. „Die versuchen wir so kurz wie möglich zu halten.“ An den Bau des Fundamentes schließt sich die Errichtung der vorgefertigten Trägerkonstruktion aus Stahl an, auf der schließlich die Plattform ruhen wird.

Während der Bauzeit ist die Terrasse der Cafeteria des Krankenhauses nicht nutzbar. Und danach wird sie deutlich schattiger sein als bisher: Die Hubschrauberplattform liegt direkt darüber.

Speziell nachts, bei eingeschalteter Beleuchtung wird das Krankenhaus in Kyritz mit seinem Mini-Flugplatz künftig einen deutlich ­spektakuläreren Anblick bieten als jetzt.

Von Alexander Beckmann

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