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Krankenhaus fordert mehr Personal

Ruppiner Kliniken beteiligen sich an Protestaktion Krankenhaus fordert mehr Personal

Das Neuruppiner Krankenhaus beteiligt sich am Mittwoch an einer bundesweiten Protestaktion von Verdi. Die Gewerkschaft fordert mehr Personal in den Kliniken und verweist auf Erhebungen, wonach bundesweit 162 000 Beschäftigte in den Krankenhäusern fehlen.

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Gibt es nicht genügend Personal in den Kliniken, kann es für Patienten lebensgefährlich werden.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Die Ruppiner Kliniken wollen sich am Mittwoch an einer bundesweiten Aktion der Gewerkschaft Verdi beteiligen und mehr Personal für das Krankenhaus fordern. Dazu werden ab 13 Uhr Mitarbeiter ein Band mit Zahlen hochhalten, hinter denen keine Leute stehen. „Damit soll signalisiert werden, dass diese Mitarbeiter einfach fehlen“, sagte am Dienstag Merten Adomat, Gesamtbetriebsrat der Pro-Klinik-Holding. Das Krankenhaus ist eine Tochter der Holding.

Ob und wie viele Mitarbeiter in den Ruppiner Kliniken fehlen, das wollen Geschäftsführung und Gewerkschaft am Mittwoch direkt bei der Protestaktion gemeinsam mitteilen. „Das Krankenhaus unterstützt die Aktion“, betonte Kliniksprecherin Verena Clasen. Schließlich ist es kein Geheimnis, dass die Ruppiner Kliniken bereits seit Jahren nicht allein nach Ärzten suchen, sondern ebenfalls nach Krankenschwestern und Pflegern. Die Holding bildet zwar in ihrer Medizinischen Bildungsakademie in Neuruppin (MBN) selbst Krankenschwestern und Pfleger aus, doch fällt es immer schwerer, genügend Bewerber zu finden. „Wir kriegen die Klassen einfach nicht mehr voll“, hatte Geschäftsführer Matthias Voth erst vergangene Woche bei einem Forum der SPD-Bundestagsfraktion in der Fontanestadt erklärt. „Früher gab es zehn Bewerber pro Platz, heute entfallen zehn Plätze auf einen Bewerber“, umschrieb Betriebsrat Christian Scherkenbach die Situation. An dieser ändere sich auch nichts, wenn die Politik jetzt mehr Geld in das Gesundheitssystem pumpen wolle. „Die Leute fehlen einfach“, betonte Scherkenbach. Für den Oberarzt ist das nicht zuletzt ein Ergebnis der falschen Politik in den vergangenen Jahren.

Laut einem Personalcheck von Verdi fehlen bundesweit in den Krankenhäusern 162 000 Beschäftigte, darunter allein 70 000 in der Pflege. „Auf diese Situation wollen wir aufmerksam machen“, sagte Verdi-Frau Meike Jäger. Der Termin für die Aktion ist dabei nicht zufällig gewählt. Denn am Mittwoch beraten die Gesundheitsminister der Länder in Bad Dürkheim (Rheinland-Pfalz) über die vom Bund geplanten Reformen. „Wir wollen Druck auf den Kessel geben, damit schneller was passiert“, betonte Jäger. Verdi fordert außerdem, dass mehr Personal beim Nachtdienst eingesetzt wird. Grund: Laut einer Abfrage im März bei mehr als 200 Krankenhäusern haben 59 Prozent der Pflegefachkräfte angegeben, dass es in ihrem Nachtdienst in den vergangenen vier Wochen eine gefährliche Situation für Patienten gegeben hat, die bei ausreichend Personal vermeidbar gewesen wäre.

Diese für Patienten mitunter lebensgefährlichen Situationen sind möglich, weil es immer noch keinen Personalschlüssel für die Pflege in den deutschen Kliniken gibt, sagte Betriebsrat Scherkenbach. Der Bund hat zwar erkannt, dass mehr getan werden muss, um Krankenschwestern und Pfleger einzustellen. Doch das jetzt geplante Förderprogramm würde laut Verdi im Schnitt gerade mal eine bis dreieinhalb zusätzliche Pflegestellen pro Krankenhaus bringen. „Damit kann die dringend notwendige Verbesserung der Versorgung der Patienten auf keinen Fall erreicht werden“, betonte Verdi-Frau Jäger.

An der Protestaktion wollen sich am Mittwoch Beschäftigte aus 1300 deutschen Kliniken beteiligen. Dazu gehören neben den Ruppiner Kliniken ebenfalls die Krankenhäuser in Potsdam, Brandenburg, Luckenwalde und Prenzlau.

Von Andreas Vogel

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