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Ostprignitz-Ruppin Krankenhaus schlägt Alarm: lange Wege drohen
Lokales Ostprignitz-Ruppin Krankenhaus schlägt Alarm: lange Wege drohen
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00:22 01.04.2018
Die SPD-Landtagsabgeordnete Britta Müller ließ sich von Chefarzt Erik Weidmann erklären, wie die Notaufnahme in Neuruppin funktioniert. Klinik-Geschäftsführer Matthias Voth (l.) und Landrat Ralf Reinhardt begleiteten sie. Quelle: Andreas Vogel
Neuruppin

Die Ruppiner Kliniken wehren sich gegen Pläne, wonach das Krankenhaus bei der stationären Notfallversorgung von Patienten herabgestuft werden soll. Schwere Notfälle müssten dann in Berlin, Potsdam oder Cottbus behandelt werden.

Mehr als 28 000 Patienten in der Notaufnahme

Für Klinikchef Matthias Voth und Landrat Ralf Reinhardt (SPD) ist das ein Horrorszenario – nicht nur, weil das deutlich längere Wege für die Patienten bedeuten würde. Vielmehr wäre dann auch die Arbeit der vergangenen zehn Jahre in den Kliniken umsonst gewesen, sagte am Donnerstag Chefarzt Erik Weidmann, der die Notaufnahme leitet. Dorthin kommen mehr als 28 000 Patienten jedes Jahr.

Längst nicht bei allen handelt es sich um medizinische Notfälle. Zu den ersten Aufgaben der Notaufnahme gehört es deshalb, zu unterscheiden zwischen echten Notfällen mit akutem Handlungsbedarf, Patienten, die etwas warten können und Patienten, die wahrscheinlich gar nicht in die Notaufnahme gehören. Triage nennt sich das System. Ziel ist, dass die Ärzte und Schwestern bei jedem Patienten innerhalb von zehn Minuten wissen, wie dieser zu behandeln ist. Dieses System hat sich bewährt. „Wir bekommen auch immer mehr Patienten aus ferneren Gebieten zugewiesen, weil man unserer Kompetenz vertraut“, so Weidmann. Schließlich würden 24 Stunden am Tag Fachärzte bereitstehen.

GBA will Mitte April entscheiden

Doch diese Praxis scheint jetzt in Gefahr zu sein: Der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) will Mitte April über ein Konzept entscheiden, wonach schwere medizinische Notfälle nur noch in ganz besonderen Zentren behandelt werden sollen. Gut 83 Prozent der Kliniken in Brandenburg gehören nicht dazu.

„Wir müssen unsere Schwerpunktkliniken halten, sonst saugt Berlin alle schweren Fälle ab“, sagt Britta Müller. Die SPD-Landtagsabgeordnete aus Eberswalde besuchte am Donnerstag die Ruppiner Kliniken, um sich ein Bild davon zu machen, wie die stationäre Notfallversorgung im viertgrößten Krankenhaus des Landes funktioniert. Müller versicherte, dass das Land nicht zulassen werde, dass die Pläne des GBA in Brandenburg eins zu eins umgesetzt werden. „Die Länder können eigene Regeln schaffen.“

Klinikchef in großer Sorge

Das weiß auch Klinikchef Voth, beruhigt ist er dennoch nicht. „Ich habe große Sorge, dass das Gesundheitsministerium personell gar nicht genügend ausgestattet ist, um die Auswirkungen der Vorgaben des GBA beurteilen zu können.“ Schließlich arbeite dieses Gremium schon seit fünf Jahren an dem umstrittenen Konzept.

Die Landespolitik will aber gegensteuern. „Wir brauchen alle Krankenhausstandorte, um den medizinischen Versorgungsstand halten zu können“, betonte Müller. Deshalb soll es noch vor der Sommerpause eine Anhörung geben, bei der nicht nur die Kassenärztliche Vereinigung (KV) und die Krankenhausgesellschaft gehört werden, sondern auch einige ausgewählte Ärzte aus verschiedenen Krankenhäusern. Müller lud am Donnerstag Chefarzt Weidmann ein, dabei die Sicht der Ruppiner Kliniken zu dem GBA-Vorstoß zu vertreten.

Von Andreas Vogel

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