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Kreis rechnet mit Kosten von 400.000 Euro

Chemieunfall auf der A 24 bei Walsleben Kreis rechnet mit Kosten von 400.000 Euro

Der Chemieunfall eines Lasters auf der Autobahn A24 bei Walsleben (Ostprignitz-Ruppin) vor gut fünf Wochen hat bisher Kosten von mehr als 300.000 Euro verursacht. Der Kreis geht davon aus, dass noch weitere Rechnungen gestellt werden. Wie das Leck entstand, ist weiter offen. In Sicht sind indes neue Schutzanzüge für die Feuerwehrleute.

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Mehrere Sätze der speziellen Chemieschutzanzüge wurden bei dem Einsatz in Walsleben verbraucht.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Auch mehr als fünf Wochen nach dem Salpetersäure-Unfall auf der Autobahn A 24 bei Walsleben ist die genaue Höhe des Schadens noch nicht bekannt. „Wir haben bis jetzt Rechnungen für gut 310 000 Euro erhalten“, sagte Vize-Landrat Werner Nüse (SPD) am Donnerstagabend beim Kreis- und Finanzausschuss in Neuruppin.

Bei der Summe handelt es sich demnach hauptsächlich um das Begleichen von Sachkosten, etwa für die speziellen Schutzanzüge, mit denen sich die Feuerwehrleute gegen die stark ätzende Säure schützen mussten, und für die Natriumkarbonatlösung, mit der ein Teil der Säure neutralisiert wurde. Die Kreisverwaltung geht zwar davon aus, dass noch weitere Rechnungen für den Einsatz eingehen werden, halfen doch mehr als 300 Feuerwehrleute und Helfer von Polizei, Rettungsdienst und Katastrophenschutz aus fünf Landkreisen, die brenzlige Lage an der Autobahnraststätte unter Kontrolle zu bringen. Doch rechnet der Landkreis damit, dass die Gesamtkosten, die der Chemieunfall verursacht hat, unter einer halben Million Euro liegen werden.

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Walsleben, 14. August 2017: Auf dem Rastplatz Walsleben (Ostprignitz-Ruppin) entdeckt der Fahrer ein Leck in seinem Fahrzeug. Der Laster hatte Salpetersäure geladen, ein Tank wurde beschädigt. Die Feuerwehr rückte zu einem Großeinsatz aus.

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Kreis verhandelt mit der Versicherung des Unglücks-Lasters

Zugleich zeigte sich der Vize-Landrat optimistisch, dass der Kreis nicht auf diesen Kosten sitzen bleiben wird. „Wir sind in guten Gesprächen mit der Haftpflichtversicherung des Lkw“, sagte Nüse. Ziel sei, dass die Versicherung sämtliche Kosten für den Einsatz erstattet. Landrat Ralf Reinhardt (SPD) hatte den Unfall, nachdem die Autobahn sowohl in Richtung Hamburg als auch in Richtung Berlin fast für einen ganzen Tag gesperrt werden musste, zur sogenannten Großschadenslage erklärt. Damit war zunächst der Landkreis für das Begleichen der Kosten zuständig.

Wegen der aggressiven Dämpfe waren mehrere Feuerwehrleute ins Krankenhaus gekommen. Zudem mussten die Bewohner mehrerer Häuser, die in unmittelbarer Nähe der Autobahn stehen, zunächst evakuiert werden, weil drohte, dass die Säure-Wolke in Richtung dieser Häuser zieht.

Leihweise bereits zwei Sätze an Schutzanzügen

Entwarnung gab Nüse wegen der speziellen Schutzanzüge. Zwar wurden die drei Sätze an Anzügen, über die die Feuerwehren in Ostprignitz-Rupin verfügten, während des Einsatzes auf der Autobahn verbraucht. Doch habe der Kreis vom Hersteller der Anzüge, Stückpreis: gut 3000 Euro, zwei Sätze aus dessen Reserve „leihweise“ erhalten. Zudem sei zugesagt worden, dass die Gefahrenzüge in Neuruppin und Wittstock ab Oktober mit neuen Schutzanzügen rechnen dürften, so Nüse.

Weiterhin unklar ist, wie es überhaupt zu dem Chemieunfall gekommen ist. Fest steht, dass am Abend des 14. August der Fahrer eines Gefahrguttransports mit 23 Tonnen stark ätzender Salpetersäure bei einer Pause an der Raststätte Walsleben bemerkte, dass aus einem der zwei Tank auf seinem Laster Säure ausläuft. Das hatte innerhalb kürzester Zeit zum größten Feuerwehreinsatz der vergangenen Jahre im Norden des Landes geführt. Selbst Einsatzkräfte aus dem Landkreis Potsdam-Mittelmark und aus Mecklenburg-Vorpommern wurden zur Hilfe angefordert. Doch warum einer der Tanks plötzlich undicht war, das wird immer noch untersucht.

Von Andreas Vogel

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