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Kreis stoppt Bau von Flüchtlingswohnungen

Ostprignitz-Ruppin Kreis stoppt Bau von Flüchtlingswohnungen

Der Landkreis hat den geplanten Bau von 1000 Wohnungen für Flüchtlinge gestoppt. Grund ist der drastische Rückgang der Flüchtlingszahlen. Landrat Ralf Reinhardt (SPD) sagte in Neuruppin, die Pläne könnten bei Bedarf jederzeit wieder aktiviert werden. Danach sieht es im Moment aber nicht aus.

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Das Übergangswohnheim in Neuruppin-Treskow verfügt über gut 200 Plätze, nur zwei sind derzeit frei.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Wegen des drastischen Rückgangs der Flüchtlingszahlen hat der Landkreis den geplanten Bau von Unterkünften mit insgesamt mehr als 1000 Plätzen gestoppt. Die Pläne könnten bei Bedarf aber zu jeder Zeit wieder aktiviert werden, sagte Landrat Ralf Reinhardt (SPD) beim Kreistag.

Heime sind zu über 90 Prozent ausgelastet

Danach sieht es derzeit allerdings nicht aus. Zwar sind die Übergangswohnheime in Neuruppin, Lindow, Rheinsberg und Wusterhausen zu weit über 90 Prozent ausgelastet – es gibt dort insgesamt nur 19 freie Plätze. Auch in den sogenannten Wohnverbünden liegt die Auslastungsquote bei über 80 Prozent. Dennoch sieht der Kreis aktuell keine Notwendigkeit, weitere Unterkünfte für Flüchtlinge bauen zu lassen. Der Grund: Viele Insassen in den Übergangswohnheimen dürften dort eigentlich gar nicht mehr wohnen. Denn sobald sie vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) als Asylbewerber anerkannt sind, müssen sie sich eine eigene Wohnung suchen. Diesen Schritt scheuen jedoch viele – aus unterschiedlichsten Gründen: Die einen schätzen die Gemeinschaft im Heim, die anderen den engen Kontakt zu den Sozialpädagogen, die dritten die Absicherung durch den Wachschutz.

Wohnverbünde sollen zu normalen Wohnungen umgewidmet werden

Hinzu kommt, dass es für anerkannte Asylbewerber nicht so einfach ist, überhaupt eine passende Wohnung zu finden. Denn diese muss den Anforderungen des Jobcenters entsprechen. Dabei gelten die gleichen Regeln wie für Hartz-Betroffene. Der Landkreis überlegt deshalb, einige Wohnverbünde wieder in normale Wohnungen umzuwidmen.

Ganz so eng sieht es auf dem regionalen Wohnungsmarkt gar nicht aus, sagte am Montag indes Robert Liefke, Chef der Neuruppiner Wohnungsbaugesellschaft (NWG). „Wir haben keinen Wohnungsmangel wie Berlin, Regensburg oder München.“ Liefke verwies darauf, dass in Rheinsberg, Wittstock und Wus­terhausen sogar weiterhin Wohnungen abgerissen werden, weil sich keine Mieter mehr fanden. Selbst in Neuruppin gibt es noch freie Wohnungen. Allein bei der NWG, dem größten Vermieter in der Region mit mehr als 3600 eigenen Mietwohnungen, sind es etwa 100. „Das ist aber nicht die perfekte Wohnung mit Parkettfußboden, die sich in der Innenstadt befindet“, betonte Liefke.

Die NWG und der Kreis streiten über Kautionen

Dass der für Langzeitarbeitslose und Asylbewerber bezahlbare Wohnraum in Neuruppin dennoch knapp ist, liegt laut dem NWG-Chef an der Richtlinie für die Kosten der Unterkunft, die der Kreis erlassen hat. Die Richtlinie legt fest, bis zu welcher Höhe das Jobcenter die Miete für 1-, 2-, 3- oder 4-Personen-Haushalte übernimmt. Das Problem: Die Kosten für viele Wohnungen, die über das Förderprogramm sozialer Wohnungsbau entstanden sind, liegen höher als die, die das Jobcenter übernimmt. Zudem verlangt die NWG von ihren Mietern beim Einzug eine Kaution. Diese wolle der Kreis aber nicht für Asylbewerber übernehmen, so Liefke.

Von Andreas Vogel

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