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Kreis untersagt Partys im Neuruppiner Hangar

Platzt die Zeugnisübergabe der Fehrbelliner Zehntklässler? Kreis untersagt Partys im Neuruppiner Hangar

Abiball, Musiklesung, Fußball-Übertragungen: Der Hangar 312 auf dem einstigen Neuruppiner Flugplatz war ein Geheimtipp für Events. Auch die Zehntklässler aus Fehrbellin wollen ihre Abschlusszeugnisse am 11. Juli dort entgegen nehmen. Doch der Kreis macht Schülern und Hangar-Besitzer Hartmann jetzt einen Strich durch die Rechnung.

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Frank Hartmann glaubt, dass die Stadt Neuruppin keine weiteren Veranstaltungsmöglichkeiten dulden möchte.

Quelle: Andreas Vogel

Neuruppin. Es ist völlig offen, wo die Zehntklässler aus Fehrbellin am 11. Juli ihre Abschlusszeugnisse erhalten. Die Schüler der zwei Klassen haben sich mit dem Hangar 312 auf dem einstigen Neuruppiner Flugplatz einen ungewöhnlichen Ort für ihren letzten Schultag ausgesucht ‒ und bis vor Kurzem schien auch noch alles klar zu sein. Aber jetzt ist alles anders. Grund: Die Kreisverwaltung will die Veranstaltung nicht genehmigen.

Frank Hartmann, der Besitzer des Hangars 312, ist darüber sauer. Der 57-jährige Handwerker wollte die Halle, in der jahrzehntelang Jagdflugzeuge abgestellt wurden, zwar zunächst lediglich als Lager für seinen Hausmeisterservice nutzen. Aber als er 2012 dort mal mit Kumpels feierte, waren diese von dem Hangar derart fasziniert, dass die Idee entstand, die Halle und das Umfeld für Veranstaltungen zu nutzen. Zur Fußball-Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr konnten Fans im Hangar auf einer großen Leinwand die Spiele verfolgen ‒ ohne dass es irgendwelche Probleme gab. Auch Geburtstagsfeiern und Konzerte sowie ein Abiball und eine musikalische Lesung beim Aequinox-Festival haben seitdem dort stattgefunden. "Das war richtig toll", sagt Frank Hartmann.

Neuruppin hat Lärmschutz-Bedenken

Aber drei Tage nach der Lesung staunte der gebürtige Berliner das erste Mal: Die Kreisverwaltung schickte ihm eine Anhörung wegen einer angeblich illegalen Veranstaltung. Seitdem versteht Hartmann die Welt nicht mehr. "Ich hatte im Januar eine Baugenehmigung für fünf Jahre als Veranstaltungsraum beantragt." Zudem habe er alle Auflagen erfüllt: Der Hangar ist ans Wasser- und Abwassernetz angeschlossen, Toiletten für die Besucher stehen bereit. Hartmann schaltete einen Anwalt ein. Dennoch ist der Handwerker bisher kaum einen Schritt weiter. "Es gab Ausnahmegenehmigungen für Einzelveranstaltungen mit Auflagen", sagt Britta Avantario, die Sprecherin des Landkreises. Weitere "derartige Ausnahmegenehmigungen" werde es aber nicht geben. Als Grund dafür verweist der Kreis auf das fehlende Einvernehmen mit der Stadt Neuruppin. Diese müsste demnach zustimmen, dass sich im Hangar ein weitgehend unbegrenzter Veranstaltungsbetrieb etabliert. Es gebe jedoch "Befürchtungen", dass die Lärmgrenzwerte im sogenannten Musikerviertel überschritten werden, so Avantario. Gleichzeitig räumte sie jedoch ein, dass es bei den bisherigen Veranstaltungen keinerlei Beschwerden wegen zu lauter Musik gegeben habe.

Besitzer glaubt an Willkür und Schikane

"Veranstaltungen im Hangar werden vorsorglich wegen Lärms untersagt, aber Open-Air-Konzerte auf dem Gelände sind erlaubt. Das verstehe ich nicht", sagt Frank Hartmann. Für ihn ist das Vorgehen des Kreises "Willkür und Schikane". Hartmann vermutet, dass ein weiterer Veranstaltungsort in Neuruppin neben dem Stadtgarten, der Pfarrkirche und der Diskothek 019 einfach unerwünscht ist und der Hangar 312 als Konkurrenz einfach nicht zugelassen werden soll. Schließlich droht der Kreis mit einem Zwangsgeld von 4000 Euro, wenn er trotz Verbots eine Veranstaltung im Hangar abhält.

"Ich hatte so auf das Verständnis des Kreises und der Stadt gehofft. Stattdessen werden mir nur Steine in den Weg gelegt", sagt Hartmann. Er hat sich gestern nochmals mit einem Schreiben direkt an Vize-Landrat Werner Nüse (SPD) gewandt und darum gebeten, dass wenigstens die Zehntklässler aus Fehrbellin am 11. Juli ihren letzten Schultag samt Zeugnisübergabe am und im Hangar begehen können.

Von Andreas Vogel

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