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Kreis will Neuruppiner Party-Hangar stoppen

Streit ums Baurecht Kreis will Neuruppiner Party-Hangar stoppen

Nach monatelangem Hin und Her drohen Frank Hartmanns Pläne für einen Party-Hangar auf dem alten Flugplatz von Neuruppin endgültig zu scheitern. Die Kreisverwaltung droht jetzt an, seinen Bau- und Nutzungsantrag abzulehnen. Hartmann glaubt an Schikane – und, dass der Kreis sich in einem wichtigen Punkt irrt.

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Bauherr Frank Hartmann ist sauer. Er ist überzeugt, dass die Behörden sein Vorhaben absichtlich verhindern wollen.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Frank Hartmann ist am Ende. Monatelang wartet er vergeblich auf einen Bescheid zur Umnutzung eines Hangars auf dem ehemaligen Flugplatz von Neuruppin. Hartmann würde die alte Flugzeuggarage gern zum Veranstaltungsort umbauen. Doch bisher hat er nur den Eindruck, dass die Behörden alles tun, seinen Plan zu verhindern. Das neueste Schreiben aus der Kreisverwaltung bestärkt ihn darin nur noch. Das Bauordnungsamt droht darin an, den Antrag abzulehnen – mit Argumenten, bei denen Hartmann nur den Kopf schüttelt.

Für rund 59 000 Euro hat der Handwerker den alten Shelter vom Land Brandenburg gekauft, Eigentlich wollte er ihn nur für sein Werkzeug nutzen. Erst durch Freunde kam er auf die Idee, dort Veranstaltungen zu organisieren.

Zur Fußball-WM zeigte Hartmann einige Spiele öffentlich – mit riesigem Erfolg. Schließlich hat er sich durchgerungen, beim Landkreis eine vorübergehende Nutzung für drei Jahre zu beantragen. Weil die Bearbeitung dieses Antrages zu lange gedauert hätte, hat er ihn im Frühjahr zurückgezogen und eine Ausnahmeerlaubnis für nur eine Lesung während des Aequinox-Festivals gestellt.

Es gab eine einmalige Ausnahmegenehmigung

Diese einmalige Ausnahmeerlaubnis gab es auch. Für eine dauerhafte Nutzung sieht der Kreis aber keine Chance, das hat Frank Hartmann jetzt schriftlich.

Das Bauordnungsamt sieht sich nicht in der Lage, seinen Antrag auf Nutzungsänderung und Umbau des Hangars zu entscheiden, heißt es da. Hartmann soll noch Unterlagen nachreichen. Unter anderem einen Plan, auf dem die Führung der Wege auf seinem Grundstück erkennbar ist und auch, wo er Leitungen für Wasser- und Abwasser verlegen will.

Der Brief des Kreises stammt vom 17. August und macht den Unternehmer richtig sauer. „Das hab ich alles schon längst eingereicht“, sagt er und zeigt eine Zeichnung. Die habe er mit seinem Bauantrag im Juni abgegeben. Auf dem Plan sind Leitungen und Wege eindeutig verzeichnet.

Doch der Landkreis moniert auch Hartmanns Brandschutzkonzept. Das sehe vor, dass die Türen des Hangars bei Veranstaltungen offen stehen, damit der Fluchtweg frei ist; wegen des Lärmschutzes sei das aber nicht erlaubt. Hartmann schüttelt nur den Kopf. „Das war das alte Konzept von 2014.“ Inzwischen habe er ein neues eingereicht; die Türen des Hangars seien längst umgebaut und könnten jetzt geschlossen bleiben.

Die Fläche wird offenbar verwechselt

Bis zum 15. September hat Hartmann Zeit, alle geforderten Unterlagen einzureichen. Ob das aber etwas ändert, ist fraglich. Denn die Kreisverwaltung weist schon jetzt darauf hin, dass „die planungsrechtliche Zulässigkeit“ seines Vorhabens „offensichtlich nicht gegeben“ sei. Und zwar, weil der Hangar im Gebiet eines Bebauungsplanes liegt, und laut diesem Plan sind „Vergnügungsstätten“ wie die von Frank Hartmann nicht erlaubt. Schon gar nicht auf der Fläche, die im Bebauungsplan mit 6a bezeichnet ist.

Das macht den Unternehmer fassungslos: „Mein Hangar liegt gar nicht auf der Fläche 6a, sondern auf der Fläche 6b.“ Und dort sind Vergnügungsstätten zulässig, so steht es ausdrücklich in dem Bebauungsplan, den die Stadt Neuruppin 1999 festgelegt hat. Warum der Landkreis die Fläche verwechselt, ist völlig unklar.

Von der Kreisverwaltung ist das nicht zu erfahren. Deren Sprecherin Britta Avantario kann zu dem Fall derzeit nichts sagen und verweist darauf, dass es sich „um ein schwebendes Verfahren“ handelt.

In seinem Schreiben stellt der Landkreis Frank Hartmann frei, was er tun will: Er könnte einen Bescheid abwarten und dann zahlen. Er könnte seinen Antrag zurückziehen, muss dann aber auch zahlen. Oder er kann erst die geforderten Papiere nachreichen. Zahlen muss er trotzdem.

Von Reyk Grunow

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