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Kreishandwerkerschaft OPR feiert 25 Jahre

Handwerk hat goldenen Boden Kreishandwerkerschaft OPR feiert 25 Jahre

Zu DDR-Zeiten Materialengpässe, nach der Wende die Konkurrenz der Baumärkte: die kleinen Handwerksbetriebe der Region hatten zu jeder Zeit zu kämpfen. Nach nunmehr 25 Jahren hält die Kreishandwerkerschaft Rückschau auf eine bewegte Zeit und feiert sich zünftig mit Reden, Ehrungen, Festschmaus und Musik.

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Uhrmachermeister Jürgen Hallex aus Neuruppin bekommt den Goldenen Meisterbrief .

Quelle: Fotos (3): Regine Buddeke

Neuruppin. Ein Vierteljahrhundert Aufbauarbeit in ländlicher Region – das sei ein langer steiniger Weg gewesen, würdigt Jürgen Rose, Präsident der Handwerkskammer Potsdam, die Vertreter des heimischen Handwerks. Mehr als 200Vertreter der derzeit zehn Innungen, sowie Alters- und Ehrengäste haben sich am Samstagabend in der Neuruppiner Pfarrkirche eingefunden, um auf das Geleistete zurückblicken. Waren es 1990 weniger als 500 Handwerksbetriebe, habe sich die Zahl im Laufe der Zeit mehr als verdreifacht. Zu DDR-Zeiten war das Handwerk „planvoll“ geregelt; die wenigen Produktionsgenossenschaften des Handwerks mussten mit Materialengpässen kämpfen. „Vieles funktionierte nur über Tauschgeschäfte“, so Rose. Es sei ein mutiger Schritt gewesen, nach der Wende die Familienfirmen am Leben zu erhalten oder neu anzukurbeln. Zumal die Marktwirtschaft auch Sand ins Getriebe warf: die Ostdeutschen entdeckten die Baumärkte. „Wer wollte es ihnen verübeln?“, zeigt Rose Verständnis. Für die kleinen Handwerksfirmen sei die Konkurrenz hart gewesen, dennoch haben die meisten sich „eingefuchst“, neue Märkte und Nischen erschlossen. „80 Prozent der Betriebe bewerten ihre Geschäftslage als gut bis befriedigend“, zitiert Rose eine Umfrage. Die neue Herausforderung für das Handwerk sei nunmehr die Fachkräftesicherung. Ob auf Bildungsmessen oder durch Imagekampagnen wie „Mach es in Brandenburg“, das Ziel sei, den Standort zu stärken. „Es gibt hier attraktive Ausbildungs- und Arbeitsplätze“, bricht Rose eine Lanze für die Region. „Holen Sie sich die Leute zurück.“ In diese Bresche schlägt auch Landrat Ralf Reinhardt, der an den ersten Kreishandwerkertag des Altkreises Neuruppin erinnert. „Das war noch vor der Vereinigung.“ Der Landrat appelliert gleichsam an die Innungen, beim derzeitigen Flüchtlingsstrom zu unterstützen. „Sie sind eine große Stütze dabei, den Flüchtlingen Obdach zu bieten.“ Das sei nicht nur Herausforderung, sondern auch eine Chance, dem Fachkräftemangel zu begegnen. „Viele sind dabei, die überraschend schnell in den Arbeitsmarkt integriert werden können.“ Auch das Thema Kreisstrukturreform schnitt der Landrat an: „Bitte zeigen Sie klare Kante gegen eine Zerschlagung der gemeinsam geschaffenen Werte“, sprach er sich gegen die Aufteilung des Kreises Ostprignitz-Ruppin aus, wie das Land sie plant. „Man kann auch ohne Berlin-Anbindung erfolgreich sein – das beweisen die vergangenen 25 Jahre.“ Dann darf Wolf-Rudolf Zimmermann seine Laudatio an die Innungen halten. „Ein gestandener Bursche“, kündigt Kreishandwerkerschafts-Geschäftsführerin Gunhild Brandenburg den Brunnenbaumeister an, der das Amt des Kreishandwerksmeisters seit 25 Jahren ausübt und für sein Engagement geehrt wird. Zimmermann blickt in seiner Rede auf die bewegten 25 Jahre zurück, nicht ohne sich bei den Mitgestaltern zu bedanken, etwa dem verstorbenen Fleischermeister Burkhard Dülfer, Ehrenbürger Neuruppins.

Tapezierermeister Günther Eckert erhielt zu seinem Diamantenen Meisterbrief von Gunhild Brandenburg noch ein Flasche Sekt

Tapezierermeister Günther Eckert erhielt zu seinem Diamantenen Meisterbrief von Gunhild Brandenburg noch ein Flasche Sekt.

Quelle: Regine Buddeke

Auch die Lebenden werden geehrt: so erhalten Uhrmachermeister Jürgen Hallex und Malermeister Peter Heyse ihren Goldenen Meisterbrief. „Wenn Sie uns einladen, kommen wir und bringen Ihnen die Urkunde“, sagt Gunhild Brandenburg an die Adresse von Wolfgang Hintze und Ruth Scherer, die in naher Zukunft ihre 50 Jahre als Handwerksmeister vollhaben. Auch viele andere Firmen, die bereits seit der Gründung vor 25 Jahren ihrer Innung angehören, erhalten eine Auszeichnung. Das Schlusswort vor der Büfett-Eröffnung hat der Kreishandwerksmeister: „Wenn wir über Reformen reden, Herr Landrat: Wir sind Ihr Partner. Aber eine Behörde in so großem Umfang, wie Sie sie unterhalten, können wir bald nicht mehr bezahlen.“

Von Regine Buddeke

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