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Kreisschulbeirat fordert mehr Hilfe für Lehrer

Neuruppin Kreisschulbeirat fordert mehr Hilfe für Lehrer

460 ausländische Mädchen und Jungen lernen an den Schulen in Ostprignitz-Ruppin. Aus Sicht des Schulamtes gibt es kaum Probleme. Das sieht Ines Hertzke, die Chefin des Kreisschulbeirates, etwas anders. Sie fordert mehr Unterstützung für die Lehrer. Ein besonderes Problem scheint es an der Neuruppiner Fontaneschule zu geben.

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Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Obwohl an vielen Schulen im Landkreis bereits seit mehr als einem Jahr auch Kinder von geflüchteten Menschen unterrichtet werden, sind dabei immer noch viele Lehrkräfte weitgehend auf sich gestellt. „Die Lehrer in den Integrationsklassen benötigen eine bessere Unterstützung vom Land“, sagte am Donnerstagabend Ines Hertzke, die Vorsitzende des Kreisschulbeirates.

Enorme Unterschiede

Hertzke zeigte sich bei der Sitzung des Bildungs- und Kulturausschusses des Kreistages keinesfalls zufrieden mit der Situation. Vor allem Pädagogen an den Schulen in Rheinsberg und Neuruppin – dort werden die meisten ausländischen Kinder unterrichtet – hätten mit schwierigen Bedingungen zu kämpfen. Denn die Bandbreite der Voraussetzungen, die ausländische Schüler mitbringen, ist enorm: Manche konnten nicht einmal in ihrer Heimat in eine Schule gehen und haben deshalb auch nach dem Besuch einer sogenannten Vorbereitungsgruppe, bei der es vor allem um das Vermitteln der deutschen Sprache geht, große Probleme, in einem für sie fremden Kulturkreis nicht nur eine fremde Sprache, sondern auch das Rechnen und Schreiben zu lernen. Andere indes sprühen vor Wissensdurst und wollen so schnell wie möglich, den Unterrichtsstoff beherrschen.

Trotz solcher unterschiedlichen Voraussetzungen in einer Klasse sollen die Lehrer einen Unterricht anbieten, der möglichst keinen Schüler zurücklässt – weder einen ausländischen, noch einen deutschen. „Ohne Hilfe sind die Lehrer damit auf Dauer überfordert“, sagte Hertzke.

Schulrat lobt Arbeit in Rheinsberg und Neuruppin

Schulrat Harald Schmidt zeichnete indes ein weit positiveres Bild. Demnach waren Anfang Mai an den insgesamt 43 Schulen in Ostprignitz-Ruppin 460 ausländische Mädchen und Jungen in bestehende Klassen integriert. Dem Schulamt sind demnach keine größeren Pro­bleme bei der Aufnahme von ausländischen Kindern in den Schulen bekannt. „Was die Lehrer in Rheinsberg und Neuruppin leisten, das ist schon außergewöhnlich“, lobte Schmidt. Zugleich räumte der Schulrat ein, dass es wohl doch ein paar Schwierigkeiten gibt. So hat das Land erst jetzt eine Handreichung für Lehrer herausgebracht, damit diese Hilfe beim Vermitteln von „Deutsch als Zweitsprache“ erhalten. „Ich hätte mir gewünscht, dass die Handreichung schon vor einem Jahr herausgebracht worden wäre“, sagte Schmidt.

Noch ganz andere Probleme gibt es an der Neuruppiner Fontaneschule. Laut dem Abgeordneten Wolfgang Freese (Bündnisgrüne) existiert dort eine Art separate Ausländerklasse, ohne deutsche Mitschüler. „Da gibt es keinerlei Kontakte untereinander.“ Freese, selbst Pädagoge, macht das „rasend“, wie er sagt. „Das wird uns auf die Füße fallen.“ Denn die ausländischen Schüler würden lediglich als Masse wahrgenommen, aber nicht als Einzelperson, die ähnliche oder aber dazu noch ganz andere Probleme und Sorgen hat. Schulrat Schmidt zeigte sich überrascht. Er versprach, sich mit der Fontaneschule in Verbindung zu setzen.

Das OSZ beschreitet einen anderen Weg

Normalerweise besuchen ausländische Schüler zunächst eine Vorbereitungsgruppe. Bei dieser geht es um das Erlernen der deutschen Sprache. Zudem sind die Mädchen und Jungen aber in eine der sogenannten Regelklassen integriert. Dort nehmen sie an den Unterrichtsfächern teil, für die noch nicht so viele Deutschkenntnisse notwendig sind, wie Kunst, Musik, Sport und WAT (Wirtschaft, Arbeit, Technik). Erst wenn sie die für sie neue Sprache besser beherrschen, sollen die ausländischen Schüler auch die restlichen Fächer wie Deutsch, Mathe und Physik belegen. Bereitet das Deutsch-Lernen größere Probleme, sollen diese durch spezielle Förderkurse behoben werden.

Einen ganz anderen Weg bei der Integration von ausländischen Jugendlichen hat das Oberstufenzentrum (OSZ) beschritten. Es hat ein Konzept erarbeitet, damit die derzeit 94 Schüler eine Grundlage vermittelt bekommen, um nach der Schule eine Ausbildung beginnen zu können. Ihnen wird innerhalb von zwei Jahren nicht allein die deutsche Sprache nahe gebracht. Vielmehr durchlaufen sie zudem verschiedene Ausbildungsinhalte wie Wirtschaft, Technik, Ernährung und Hauswirtschaft, sagte Thomas Michaelis, der stellvertretende Leiter des OSZ.

Von Andreas Vogel

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