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Kreisseniorenbeirat zur Flüchtlingsfrage

Tagung in Kyritz Kreisseniorenbeirat zur Flüchtlingsfrage

Etwas Aufklärung über die Flüchtlingssituation erhoffte sich der Kreisseniorenbeirat Ostprignitz-Ruppin bei seiner Tagung am Donnerstag in Kyritz von der Frauen- und Integrationsbeauftragten des Landkreises Marlies Grunst. Sie informierte über aktuelle Zahlen.

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Der Kreisseniorenbeirat traf sich letztmalig in diesem Jahr.

Quelle: Beckmann

Kyritz. Die Flüchtlingssituation im Landkreis war eines der wichtigsten Themen der Sitzung des Kreisseniorenbeirates Ostprignitz-Ruppin am Donnerstag in Kyritz. „Im Kreistag beschäftigen wir uns ja ständig damit“, berichtete die Beiratsvorsitzende Sigrid Schumacher aus Lohm. „Es sind so viele Halbwahrheiten und falsche Informationen im Umlauf.“

Etwas Aufklärung erhoffte sich der Beirat von der Ostprignitz-Ruppiner Frauen- und Integrationsbeauftragten Marlies Grunst. Sie informierte über aktuelle Zahlen – die sich jederzeit ändern könnten. „Bei uns lebten am 30. September 2586 ausländische Personen“, berichtete Marlies Grunst. Diese Zahl erfasse sowohl Migranten mit ständigem Wohnsitz im Landkreis als auch Asylbewerber und anerkannte Flüchtlinge. Aktuell gibt es knapp 100 000 Ostprignitz-Ruppiner.

Seit Jahresbeginn habe der Kreis 743 Flüchtlinge neu aufgenommen (Stand Anfang November). Damit befänden sich aktuell 985 Menschen im „Leistungsbezug Asyl“. Derzeit erwarte man, dass bis zum Jahresende weitere rund 800 hinzukommen. Die größten Gruppen stammen aus Syrien und Afghanistan. Die Erfahrung zeige, dass ein erheblicher Teil weiterziehe – beispielsweise zu Familienangehörigen. 2015 hätten zudem bislang 134 Asylbewerber nach Ablehnung ihres Asylantrages die Ausreise angetreten.

Auf Nachfrage beschrieb Marlies Grunst auch die Leistungen für Asylbewerber. Alleinstehende erhalten demnach monatlich 359 Euro – knapp zehn Prozent weniger als ein ALG-II-Empfänger. Bei Paaren gibt es pro Person 323 Euro, für Kinder und Jugendliche noch weniger. Bei der Unterbringung in öffentlichen Unterkünften werden automatisch jeweils 33 Euro für Energiekosten eingezogen. Vom Rest haben die Asylbewerber ihren gesamten Lebensunterhalt zu bestreiten: Lebensmittel, Kleidung, Hygiene und – trotz gegenteiliger Gerüchte – beispielsweise auch das Handy. „Fahrkosten werden nur erstattet, wenn die Personen von Behörden einbestellt werden. Ansonsten läuft es genauso wie bei anderen Leistungsempfängern“, so Marlies Grunst. Das heißt, dass der Landkreis ein sogenanntes Mobilitätsticket anbietet: eine Monatskarte zum halben Preis.

Neben der Beschaffung von Unterkünften seien derzeit Finanzierung und Organisation von Sprachkursen ein wichtiges Problem. Die Integrationsbeauftragte warb im Seniorenbeirat um Unterstützung bei der Integration.

Genau auf dem Gebiet sieht auch die Beiratsvorsitzende Sigrid Schumacher ein Betätigungsfeld: Zwar gebe es unter den Flüchtlingen kaum Senioren, aber Senioren könnten trotzdem wichtige Hilfe leisten. Und: „Ich wünsche mir, dass wir mit diesen Informationen auch in die Bevölkerung gehen.“

Von Alexander Beckmann

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