Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 5 ° Regenschauer

Navigation:
Kreisstadtfrage: Neuruppin oder Perleberg?

Neuruppin Kreisstadtfrage: Neuruppin oder Perleberg?

Wer soll Kreisstadt in einem fusionierten Großkreis werden: Neuruppin oder Perleberg? Diese Frage wurde Thomas Kralinski natürlich beim Kaminbargespräch in Neuruppin gestellt. Schließlich ist er Chef der Staatskanzlei.

Neuruppin 52.9154545 12.7990783
Google Map of 52.9154545,12.7990783
Neuruppin Mehr Infos
Nächster Artikel
Der neue Tanker ist endlich da

Thomas Kralinski, Chef der Staatskanzlei in Potsdam, beim Kaminbargespräch in Neuruppin.

Quelle: Andreas Vogel

Neuruppin. Wie erwartet hat es Thomas Kralinski (44), der Chef der Potsdamer Staatskanzlei, am Mittwochabend trotz mehrerer gezielter Fragen offen gelassen, ob nach der geplanten Fusion von Ostprignitz-Ruppin und Prignitz Neuruppin oder Perleberg die Kreisstadt in dem neuen Gebilde sein sollte. Darüber werde vermutlich Anfang nächsten Jahres der Landtag entscheiden, sagte das SPD-Mitglied.

Kralinski, der Gast beim 25. Kaminbargespräch der Wirtschaftsjunioren OPR war, betonte jedoch mehrfach, dass die vom Land geplante Reform keinesfalls bedeute, dass jemandem ein Stück Heimat weggenommen werden solle. „Verwaltung ist keine Heimat“, sagte der gebürtige Thüringer, der in Leipzig und Manchester Politik- und Osteuropawissenschaften studiert sowie auch eine Volkswirtschaftslehre absolviert hat. Ziel der Reform sei vielmehr, eine Struktur für die Verwaltung zu finden, in der die benötigten Fachkräfte auch ausgelastet würden. Das sei angesichts sinkender Bevölkerungszahlen wichtig.

Kreise sollen sich einigen

Am „sinnvollsten“, so Kralinski, wäre es, wenn sich die beiden Landkreise untereinander einigen würden, ob Perleberg oder Neuruppin Kreisstadt in dem neuen Großkreis wird. Wie man zu dieser Einigung kommen könnte, das verriet der Staatssekretär jedoch nicht. Kralinski sagte lediglich, dass die Landesregierung für den Gesetzentwurf zur Kreisstadtfrage Kriterien vorlegen werde. Demnach geht es dabei sowohl darum, ob und wie die Verwaltung in der jeweiligen Kreisstadt untergebracht werden könne als auch darum, dass der Staat in Form der Verwaltung möglichst ausgeglichen in der Fläche vertreten ist. Das stieß auf Widerspruch. Kein Unternehmen in der freien Wirtschaft würde sein Prämiumprodukt, wie beispielsweise eine Stadt mit den meisten Einwohnern in der Region, vernachlässigen, sagte Stefanie Rose, Chefin des Kommunikationsunternehmens Rosengrün in Neuruppin. Auch die Einwohner kleinerer Städte hätten einen Anspruch, vom Land vertreten zu werden, entgegnete Kralinski. Der Politiker erwartet deshalb einen „schwierigen“ Abwägungsprozess. Er versprach eine „faire Entscheidung“ – wie auch immer diese aussehen werde. Ob das Land dabei an seiner Devise „Stärken stärken“ festhalten wird, das ließ Kralinski aber ebenfalls offen.

Auch beim Thema Prignitz-Express hielt sich der Staatssekretär weitgehend bedeckt. Bekanntlich drängt das Ruppiner Land seit mehr als 20 Jahren darauf, dass der Regionalexpress RE 6 direkt in das Berliner Zentrum fährt und nicht nur in einem Bogen nach Spandau. Auch die Regierungen in Potsdam und Berlin haben sich inzwischen dazu bekannt – getan hat sich bislang aber nichts. Vielmehr müssen Pendler derzeit zusätzliche Einschränkungen hinnehmen, weil die Bahn nicht genügend Züge hat. Kralinski räumte ein, dass das Land beim Schaffen der notwendigen Infrastruktur zulegen müsse. Deshalb habe sich das Kabinett am Dienstag mit dem Berliner Senat und in Abstimmung mit dem Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) auf eine Arbeitsgruppe geeinigt. Doch zugleich bat Kralinski um Geduld. Eine Verbesserung sei nur Schritt für Schritt möglich.

Wie sehr Neuruppin von einer schnelleren Anbindung ins Berliner Stadtzentrum profitieren könnte, das zeigen andere Beispiele: Seitdem man von Eberswalde (Barnim) aus die Hauptstadt mit der Bahn innerhalb von 30 Minuten erreichen könne, haben sich die Pendlerzahlen deutlich erhöht, sagte Kralinski. Ähnlich sehe es in Bad Belzig und Lübben aus. Der Politiker riet, Hennigsdorf und Velten mit ins Boot zu holen, um den Druck für eine bessere Anbindung des RE 6 ins Berliner Stadtzentrum zu erhöhen.

Von Andreas Vogel

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostprignitz-Ruppin
MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg