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Ostprignitz-Ruppin Krieg und Frieden beim Aequinox-Festival
Lokales Ostprignitz-Ruppin Krieg und Frieden beim Aequinox-Festival
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00:26 21.03.2018
Sopranistin Stefanie Wüst sang Lieder von Eisler, Brecht und Schönberg.Sie traf den Nerv der Zeit und bekam kräftigen Beifall. Quelle: Cornelia Felsch
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Neuruppin

Aus Prag bekam sie Stöckelschuhe, aus Oslo einen Pelzkragen, aus Brüssel seltene Spitzen und aus Paris ein seidenes Kleid – das Weib des Soldaten in einem Lied von Bertold Brecht. Es ist eines von zahlreichen Liedern des 20. Jahrhunderts, die die Sopranistin Stefanie Wüst am Sonnabend im Saal der Musikschule sang. Zur Totenfeier des Soldaten bekam sie den Witwenschleier aus Russland. In sieben Strophen wird erzählt, was der Soldat aus verschiedenen Städten an seine Frau schickt. Die Wahl der Orte Prag, Warschau, Oslo, Rotterdam, Brüssel, Paris und Tripolis macht deutlich, dass es sich um Gebiete handelt, die von der deutschen Wehrmacht besetzt worden waren.

Sopranistin Stefanie Wüst rettete die Matinee

Das Ende des 1. Weltkriegs liegt 100 Jahre zurück, „Krieg und Frieden 1918“ so lautete der Titel der Matinee, die am Sonnabend im Saal der Musikschule als einer der Programmpunkte des Aequinox-Festivals stattfand. Die Sopranistin Stefanie Wüst sang Lieder von Hanns Eisler, Arnold Schönberg, Kurt Weil und Edmund Nick. Am Klavier wurde sie von dem Pianisten und Komponisten Rudi Spring begleitet. Erst einen Tag zuvor hatten sich die beiden kennengelernt – bei einer kurzfristig anberaumten Probe. Die Sängerin sprang für die Stimmkünstlerin Salome Kammer ein, die das Konzert aus Krankheitsgründen absagen musste. Die Grippewelle macht auch vor einem lang geplanten Musikfestival nicht Halt.

„Einige Lieder habe ich das letzte Mal vor zehn Jahren gesungen“, gesteht die Künstlerin, die 1989 das Kurzweil Ensemble gründete, das sich besonders den Werken Weills, Eislers und deren Zeitgenossen widmet. Doch auch wenn sie momentan etwas verwirrt schien, was die Programmfolge anbelangte, so war dieses Konzert durchaus hörenswert und die Besucher tolerierten die kleinen Unzulänglichkeiten gern. Überzeugte die Künstlerin doch mit ihrer virtuosen Stimme dem notwendigen breiten Berliner Jargon und der Balance zwischen Komik und Ernsthaftigkeit, die dieses Thema auch etwas leichter verdaulich machen.

Galgenhumor im Schützengraben

Momente des Galgenhumors gibt es auch in dem Roman „In Stahlgewittern“, aus dem der Schauspieler Winfried Glatzeder las. In den Kriegstagebüchern beschreibt Ernst Jünger seine Erlebnisse im Schützengraben an der Deutschen Westfront im 1. Weltkrieg. Er zog in den Krieg, um der Schule zu entkommen und Abenteuer zu erleben. „Mein Vater kam als halbe Blechmarke aus dem Krieg zurück“, sagte der 1945 geborene Glatzeder zu Beginn seiner Lesung. Er hatte ihn nicht mehr kennen gelernt.

Mit 120 Besuchern war der Saal an diesem Vormittag nicht ganz gefüllt. „Wir haben uns natürlich bei der Planung vor einem Jahr gefragt, ob wir den Festivalbesuchern solch ein schwieriges Thema zumuten können“, sagte Wolfgang Katschner, der das Musikfest zur Tagundnachtgleiche gemeinsam mit Gabriele Lettow 2010 aus der Taufe gehoben hat. „Wir haben uns aber bewusst für diese Lesung in der Matinee entschieden, da wir ein Spannungsfeld zum Konzert schaffen wollten.“ Der Chef der Lautten Compagney zeigte sich trotz der geringen Besucherzahl äußerst zufrieden und auch die Matinee-Besucher waren von dem Programm sehr beeindruckt.

Von Cornelia Felsch

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