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Krisensitzung in Kyritz

Tourismusverein in Finanznot Krisensitzung in Kyritz

Nach der Ankündigung der Gemeinde Wusterhausen vom Dezember, den bisher gewährten Zuschuss von jährlich 18 000 Euro für den Tourismusverein ersatzlos zu streichen, fanden sich dessen Mitglieder am Mittwoch außer der Reihe zu einer Versammlung ein. Ein Ausweg zeichnete sich noch nicht ab.

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Der Tourismusverein betreibt in Kyritz eine Infobüro.

Quelle: Sandra Bels

Kyritz. Der Begriff Krisensitzung beschreibt die außerordentliche Mitgliederversammlung des Tourismusvereins Kyritz, Wusterhausen, Neustadt (Dosse) vom Mittwochnachmittag recht treffend. Das Interesse war groß. Etwa die Hälfte der gut 80 Mitglieder war im Kyritzer Ratssaal zusammengekommen, um über die Zukunft des Vereins zu beraten.

Konkreter Anlass war die Ankündigung der Gemeinde Wusterhausen vom Dezember, den bisher gewährten Zuschuss von jährlich 18 000 Euro für das laufende Jahr ersatzlos zu streichen. Mit drei Euro je Einwohner waren die Kommunen bislang die wichtigsten Geldquellen für die Vereinsarbeit. Das Amt Neustadt hatte seinen Beitrag allerdings bereits 2015 um die Hälfte reduziert und für 2016 die Freigabe des Geldes vorerst auf Eis gelegt. Lediglich Kyritz hält momentan noch an der Zahlung seiner 27 000 Euro fest. Allerdings steht fest, dass das nicht ausreicht, um die Vereinsarbeit fortzusetzen wie bisher.

„Die Finanzierung ist schwierig“, schätzt die Kyritzer Bürgermeisterin Nora Görke als derzeitige Vorsitzende des Tourismusvereins ein. So schwierig, dass die Arbeit des Vereins offenbar ernsthaft in Gefahr ist.

Dabei seien sich die Teilnehmer der Mitgliederversammlung einig gewesen, dass der Verein in den vergangenen Jahren insgesamt gute Arbeit geleistet habe – nicht zuletzt dank seiner beiden hauptamtlichen Mitarbeiter. „Die Mitglieder haben großes Interesse daran, dass der Verein wie bisher bestehen bleibt“, schätzt Nora Görke ein.

„Es ist schwierig da eine Lösung zu finden“

Ob das überhaupt möglich ist, war am Mittwoch die Frage. Eine Antwort fand man in der Versammlung nicht. „Es ist schwierig da eine Lösung zu finden“, konstatiert die Vereinsvorsitzende. „Die Ausgaben zu senken, bedeutet natürlich auch einen Qualitätsverlust.“ Größter Posten bei den Ausgaben seien die Gehälter für die beiden Mitarbeiter. „Aber die leisten ja die ganze Arbeit für den Verein und das findet auch die meiste Anerkennung“, gibt Nora Görke zu bedenken. Und mit nur einem Mitarbeiter allein sei ein kontinuierliches Wirken kaum denkbar. „Man muss den Punkt im Auge behalten, ab dem das alles keinen Sinn mehr macht.“ Außerdem: „Da spielt auch eine besondere Verantwortung für zwei Menschen eine Rolle.“

Vorerst werde der Tourismusverein seine Arbeit fortsetzen – so lange, wie das Geld eben reicht. „Aber wir müssen uns schnell ­entscheiden, wie die Zukunft ­aussehen soll“, sagt Nora Görke. Die Mitgliederversammlung habe die Bildung eines Arbeitskreises beschlossen, der nach Modellen zur Rettung des Vereins suchen soll. Dem siebenköpfigen ­Gremium gehören neben ­Vertretern ­touristischer Highlights wie der Gestüte oder der Schöller-Festspiele auch die Bürgermeister von Kyritz und Wusterhausen ­sowie der Neustädter Amts­direktor an. „Wir werden spätestens im März eine weitere ­Mitgliederversammlung einberufen, um eine Lösung vorzuschlagen“, kündigt die Vereinsvorsitzende an.

Nicht die erste Krise

Den Tourismusverein Kyritz, Wusterhausen, Neustadt (Dosse) gibt es im Altkreis Kyritz seit 1990. In Spitzenzeiten zählte er um die 100 Mitglieder.

2012 geriet der Verein finanziell ins Schlingern und musste den beiden damaligen Mitarbeiterinnen kündigen. Dem Tourismusbüro am Marktplatz drohte die Schließung.

Die Kommunen entschieden sich daraufhin zu einem stärkeren Engagement ab 2013. Der Vorstand wurde neu gebildet. Die drei Verwaltungschefs erhielten jeweils einen Sitz.

2015 zog sich das Amt Neustadt aus Geldmangel zum Teil wieder aus der Finanzierung zurück. Wusterhausen will inzwischen ganz aussteigen.

Von Alexander Beckmann

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