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Ostprignitz-Ruppin Kritik an Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kritik an Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“
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00:19 13.10.2017
Der Flyer zur Aktion „Weihnachten im Schuhkarton.“ Quelle: Christamaria Ruch
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Wittstock

Auf den Bericht vom 2. Oktober über die alljährliche Spendenaktion „Weihnachten im Schuhkarton“ der Organisation „Geschenke der Hoffnung“ meldete sich Carmen Lange aus Wessentin (Lübz) in Mecklenburg-Vorpommern. Sie kritisiert sie die „einseitige Darstellung“.

In dem Schreiben von Carmen Lange heißt es: „Sie sollten Ihre Leser auch darüber aufklären, dass es sich um eine durchaus umstrittene Aktion handelt. Die Spendenaktion wird von fundamentalistischen evangelikalen Christen organisiert. Die Verteilung der Kartons findet in Kirchengemeinden statt und wird begleitet von der Verteilung eines Bibelheftes in der jeweiligen Landessprache.“ Carmen Lange hat sich vor längerer Zeit mit dieser Thematik auseinander gesetzt, sagte sie im Gespräch. Sie stieß auf die Stellungnahme vom Bistum Trier. Die Nachhaltigkeit der Aktion fehle und weder die Lebensbedingungen der Kinder noch die wirtschaftliche Lage in den einzelnen Ländern verbessere sich dadurch, heißt es dort. Auch der Ansatz, Geschenke als Türöffner für die Missionierung einzusetzen, lehnt das Bistum ab.

Kritik an christlich-fundamentalistischer Missionierung

Carmen Lange findet, dass „das humanitäre Engagement vieler Menschen – sicherlich meistens ohne ihr Wissen – zur christlich-fundamentalistischen Missionierung ausgenutzt wird.“ Sie stellt fest, dass „diese Informationen mit zu einem Bericht über „Weihnachten im Schuhkarton“ gehören.“ Carmen Lange weist darauf hin, dass der amerikanische Prediger Franklin Graham Mitbegründer der Aktion war. Graham hetzt gegen Schwule und Muslime.

Andreas Leddin leitet zum 19. Mal in Wittstock die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton.“ Auf die Kritik von Carmen Lange meint er: „Bei dieser Aktion geht es ausschließlich darum, Kindern in bedürftigen Lebensverhältnissen eine Freude zu bereiten. Das liegt mir am Herzen, nichts weiter. Wir leben hier im Überfluss.“ Die Missionierung mit einem Bibelheft in jedem Karton weist er zurück. „Diese Hefte werden angeboten, aber nicht in den Karton gelegt. Bei dem Heft handelt es sich um die Weihnachtsgeschichte aus der Bibel. Das ist ja das zentrale Thema bei Weihnachten und diese Geschichte wird kindgerecht erzählt“, so Leddin. Wenn Pakete in muslimischen Gebieten verteilt werden, kommen die Hefte gar nicht zum Einsatz. Leddin berichtet von einer Verteilaktion in Moldawien, bei der er persönlich vor Ort war.

Kartons persönlich in Moldawien verteilt

„Nicht nur in Kirchen werden die Kartons verteilt, auch in Schulen und Kitas. Dort, wo ich in Moldawien dabei war, erfolgte die Verteilung über den Bürgermeister – er entschied, wer ein Paket erhält“, sagt der 53-Jährige. Für ihn steht nach wie vor die „bedingungslose Übergabe der Päckchen an die Kinder im Mittelpunkt.“ Andreas Leddin setzt sich darüber hinweg, welche Werte Mitbegründer Franklin Graham aus den USA vertritt: „Ich vermittele bei der Sammelaktion nicht die Werte dieses Mannes.“ Leddin wird weiter in Wittstock und Neuruppin diese Hilfsaktion unterstützen.

Von Christamaria Ruch

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