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Ostprignitz-Ruppin Kritik an Kreisgebietsreform beim Empfang
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kritik an Kreisgebietsreform beim Empfang
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02:16 01.05.2017
Noch einmal Luft holen: Das große Orchester der Kreismusikschule unter der Leitung von Harald Bölk brillierte in der Pfarrkirche mit einer peppigen Festivalprelude , einem Marsch von Edgar Elgar sowie einem Potpourri aus dem Musical „My fair lady“ die gut 300 Gäste des Empfangs. Quelle: Andreas Vogel
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Neuruppin

Mit deutlichen Worten hat Landrat Ralf Reinhardt (SPD) am Donnerstagabend bei einem Empfang in der Neuruppiner Pfarrkirche vor Gefahren bei der vom Land geplanten Kreisgebietsreform gewarnt. „Wir wollen durch die Reform gestärkt und nicht geschwächt werden.“ Dazu müssten bewährte Strukturen erhalten und die Kommunen vom Land finanziell gut ausgestattet werden. „Wir brauchen weiterhin kurze Wege für die Bürger“, betonte Reinhardt, der Neuruppin als den „wachsenden Motor im Nordwesten“ bezeichnete.

Der Beifall war dem Landrat sicher. Gut 300 Vertreter aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft waren zu dem Empfang gekommen, der eigentlich den „Auftakt für den Beginn der schönsten Jahreszeit“, so Reinhardt, und zugleich ein Dankeschön an die Firmen der Region für deren Engagement sein sollte. Da jedoch vor 200 Jahren in der Provinz Brandenburg auch die Landkreise entstanden, wurde daran ebenfalls erinnert. Mit den damaligen Reformen seien die Grundlagen für den heutigen Industriestaat geschaffen worden, sagte Reinhardt.

4300 Beschäftigte im Gesundheitsbereich

Das zeigt sich auch in Ostprignitz-Ruppin. 20 Gewerbegebiete gibt es im Landkreis, fast 4000 Firmen und mehr als 4300 Beschäftigte, die allein im Gesundheitsbereich arbeiten, sagte Michael Müller, der Chef der Regionalen Wirtschaftsfördergesellschaft REG. Müller lobte besonders die Tourismuswirtschaft. Den gut 1800 Beschäftigten sei es zu verdanken, dass im vergangenen Jahr mehr als eine Million Übernachtungen in Ostprignitz-Ruppin gemanagt werden konnten. „Das ist ein Plus von gut 15 000 Übernachtungen zu 2015“, betonte Müller. Demnach werden Touristen nicht allein von den Seen und Wäldern in der Region angelockt oder der Möglichkeit, auf dem einstigen Bombodrom in der Kyritz-Ruppiner Heide zu wandern, sondern ebenfalls von den vielen Kulturangeboten in Rheinsberg, Neuruppin, Netzeband, Wittstock und Wustrau. Hinzu komme die Gestütsanlage in Neustadt, die die „größte und schönste“ in Deutschland sei, so Müller.

Im Zweifel hat Fontane Schuld

Dass die Region dennoch von Großstädtern oft herablassend als „Provinz“ bezeichnet und belächelt werde, daran habe im Zweifel Theodor Fontane Schuld, sagte Stephan Teilig, der wissenschaftliche Leiter des Brandenburg-Preußen-Museums Wustrau, mit einem Augenzwinkern. Denn der wohl bekannteste Sohn der Stadt habe mit seinen „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ eine nahezu zeitlos erscheinende Fantasielandschaft geschaffen, die im Kontrast zum Moloch der Großstadt stehe, die alles verschlingt. Dennoch gebe es keinen Grund für das mitunter „angekratzte Selbstbewusstsein“, sagte Theilig. Zum einen hätten sich auch die Ostprignitz und das Ruppiner Land entwickelt, zum anderen befinde sich der heutige Landkreis Ostprignitz-Ruppin in einer Zentralregion Europas – und nicht am Rande des Großraums Berlin.

Die Sparkasse fördert drei weitere Projekte

Beim Empfang in der Pfarrkirche überreichten Sparkassenchef Markus Rück und Landrat Ralf Reinhardt auch Förderbescheide für drei Projekte, für die die Sparkasse Geld bereit stellt.

Der Verein Esta Ruppin erhält für sein Zirkusprojekt 9758 Euro, der Förderverein der öffentlichen Bibliotheken im Landkreis, der auch den Literarischen Bilderbogen unterstützt, freut sich über 3000 Euro und der Kreissportbund bekommt 10 000 Euro. Mit dem Geld sollen die Fahrtkosten für die Wettkämpfe „Jugend trainiert für Olympia“ finanziert werden.

Diesen Ball nahm Landrat Reinhardt dankend auf. Er verwies auf die gut wirtschaftende Sparkasse sowie auf die Stiftung des Landkreises, die auch im vergangenen Jahr wieder eine Reihe von Projekten in Kultur und Sport gefördert hatten. Für eine kleine Überraschung sorgte Frank Riedel. Der Chef des Stadt- und Regionalmuseums in Perleberg überreichte eine kleine Roland-Figur als Gastgeschenk aus der Prignitz.

Frank Riedel, der Leiter des Stadt- und Regionalmuseums Perleberg, überraschte mit einer Roland-Figur als Gastgeschenk für Neuruppin. Quelle: Andreas Vogel

Von Andreas Vogel

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