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Kritik an Solarpark bei Karwe

Millionen-Investition am Dorfrand umstritten Kritik an Solarpark bei Karwe

Der geplante Solarpark am Rande des Neuruppiner Ortsteils Karwe ist plötzlich doch umstritten. Mehrere Einwohner fürchten, dass mit dem Bau der Anlage die Idylle ihres Dorfes zerstört wird. Der Bayer Hans Veh plant Module auf 3,4 Hektar Land. Der Ortsbürgermeister befürwortet das Vorhaben.

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Auf 3,4 Hektar sollen Fotovoltaik-Module stehen.

Quelle: Peter Geisler

Karwe. Der seit Jahren geplante Solarpark im Neuruppiner Ortsteil Karwe, der jetzt gebaut werden soll, ist bei den Einwohnern doch nicht unumstritten. Mehrere fürchten, dass damit die Idylle von Karwe flöten geht. „Ich will, dass die Idylle so bleibt“, betonte Jan Pierau am Dienstagabend beim Ortsbeirat.

Ortsvorsteher Siegfried Pieper war perplex. Hatte der Ortsbeirat doch gemeinsam mit vielen Karwern vor zwei Jahren entschieden, dass der Bayer Hans Veh mit seiner Firma und zwei Partnerunternehmen aus Süddeutschland einen 3,4 Hektar großen Solarpark auf dem Gelände der ehemaligen Landwirtschaftsgesellschaft am Ortsausgang von Karwe errichten kann (die MAZ berichtete). „Wir haben dort seit Jahren einen Schandfleck, den wir nicht wegkriegen“, sagte Pieper auch am Dienstag. Denn für das Gelände des einstigen Landwirtschaftsbetriebes hatte sich jahrelang kein Käufer gefunden. „Mit dem Solarpark und der Neubausiedlung haben wir die Chance, dass der Schandfleck verschwindet.“

Einwohner wollen keine weitere Siedlung am Ortsrand

Doch damit provozierte Pieper weitere Kritik. Denn längst nicht alle Karwer wollen, dass am Ortsrand noch eine Siedlung entsteht. „Das sind nur einzelne Häuser ohne Siedlungscharakter“, beschwichtigte Pieper. Eindämmen konnte er die Kritik damit aber nicht.„Die alten Stallungen sind gewiss keine Schönheit“, sagte Krafft von dem Knesebeck. Doch müsse Karwe aufpassen, dass es nicht zur Großstadt werde. Immerhin sollen an der Bahnhofstraße bald auch neue Eigenheime entstehen können. Der Ortsbeirat machte dafür am Dienstag den Weg frei für die frühzeitige Bürgerbeteiligung. Damit können die Karwer in Kürze über die drei Varianten der Bebauung befinden, die ein Büro aus Rathenow vorgeschlagen hat.

„Wir geben unsere Idylle langsam auf. Davor warne ich“, betonte von dem Knesebeck. „Es ist Landschaftsverschwendung und total bescheuert, wenn Solarmodule auf einer Wiese stehen“, stimmte René Wille zu. Zudem habe Karwe nichts von dem Solarpark – außer einer grünen Hecke davor. Der Ortsbeirat stimmte schließlich einhellig dafür, dass die Karwer sich nun auch schriftlich zum „Solardorf“ äußern können. „Jeder kann seine Einwendungen einbringen. Das ist Demokratie pur“, sagte Ortsvorsteher Pieper. Die Entscheidung liegt bei den Neuruppiner Stadtverordneten. Sie werden wohl am 12. Oktober entscheiden, ob der Solarpark in Karwe gebaut werden kann.

Von Andreas Vogel

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