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Kritischer Blick auf den großen Reformator

Wittstock Kritischer Blick auf den großen Reformator

Martin Luther in vielen Facetten können Besucher seit Donnerstag in den Kreismuseen Alte Bischofsburg in Wittstock betrachten. Die Kunstausstellung „Aber-Luther!“ soll die Widersprüchlichkeit im Leben und Wirken des Reformators aufzeigen. Dabei haben sich die Künstlerinnen Katrin Mason Brown und Chris Firchow einiges einfallen lassen.

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Dieses Objekt von Katrin Mason-Brown (r.) zeigt das hervorquellende Wissen, das Luther wachgerufen hatte.

Quelle: Christian Bark

Wittstock. Anfänglich hatten sich Katrin Mason Brown und Chris Firchow die Wittstocker Marienkirche für ihre Ausstellung über den Reformator Martin Luther anlässlich des 500. Jahrestages seines Thesenanschlags ausgeguckt. Weil das nicht klappte, wandten sie sich an die Kreismuseen Alte Bischofsburg und erhielten grünes Licht. „Hier konnten wir uns auch viel freier ausdrücken“, sagte Chris Firchow bei der Ausstellungeröffnung „Aber-Luther!“ am Donnerstagabend.

Stolz sind Chris Firchow (l) und Katrin Mason Brown auch auf ihre „Reformationsschnecke“ aus Büchern

Stolz sind Chris Firchow (l.) und Katrin Mason Brown auch auf ihre „Reformationsschnecke“ aus Büchern.

Quelle: Christian Bark

Bevor die Künstlerinnen aus Berlin und Ganzer mit den ersten Besuchern durch ihre Ausstellung gingen, gaben Museumsleiterin Antje Zeiger und Elsa Mason Brown eine Einführung in die Zeit Luthers sowie in die Ausstellung und ihrer Objekte an sich. Elsa Mason Brown betonte dabei die Widersprüchlichkeit Luthers, die sich zum einen in seine Werken wie „Von der Freiheit eines Christenmenschen“ und zugleich im künstlerischen Umgang mit der Figur des Reformators durch die beiden Künstlerinnen wiederfinde. Wittstocks Bürgermeister Jörg Gehrmann würdigte die Ausstellung als eine vielfältige Darstellung vom Leben und Wirken Martin Luthers. Die Ausstellung sei mit finanzieller Unterstützung der Stadt möglich geworden.

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In den Kreismuseen Alte Bischofsburg in Wittstock ist die Ausstellung „Aber-Luther!“ eröffnet worden. Sie setzt sich künstlerisch kritisch mit leben und Wirken Martin Luthers auseinander.

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Beim Rundgang entlang der 51 Objekte, unter denen sich neben Zeichnungen auch Siebdrucke und Installationen befinden, waren die Besucher angehalten, genauer hinzuschauen und gelegentlich Hand anzulegen. Zum Betrachten von zehn Miniaturen, die in einer Mischtechnik auf Kupferplatten entstanden waren, konnten die Besucher Lupen zur Hilfe nehmen. Die Miniaturen zeigen nicht ganz ernst gemeinte mögliche Todesursachen eines Luthernachfahren. „Der soll 1699 in Wittstock einen grausamen Tod gestorben sein“, erklärte Antje Zeiger. Mehr wisse man über ihn nicht.

Bis 5. November zu sehen

51 Objekte enthält die Ausstellung der Künstlerinnen Katrin Mason Brown und Chris Firchow. Sie wurde von der Stadt Wittstock, dem Landkreis Ostprignitz-Ruppin und dem Museum finanziert.



ist sie in den Kreismuseen Alte Bischofsburg in Wittstock zu sehen.


Öffnungszeiten : dienstags bis donnerstags zwischen 9 und 16 Uhr, freitags zwischen 9 bis 14 Uhr, samstags 13 bis 16 Uhr und sonntags 11 bis 16.30 Uhr.

Die Installationsweise der sogenannten „Reformationsschnecke“ testeten gleich mehrere Besucher. dabei stellten sie fest, dass die zu einer Schnecke an der Wand angebrachten Bücher durch Nägel befestigt worden waren. „Hat es einen besonderen Grund, dass marxistische Literatur dabei ist“, wollte ein Besucher von Chris Firchow wissen. Sie bejahte und verwies auf den Einfluss des Reformators auf spätere Philosophen wie eben Karl Marx. Fortschritt und Obrigkeitsunterwürfigkeit, Toleranz und Bücherverbrennungen – Luthers Widersprüchlichkeit stellte die Berlinerin treffend in einer Zeichnung dar. Sie zeigt den Reformator als Januskopf. Der Rolle Luthers als „Popidol“ widmete sich Katrin Mason Brown zum Beispiel in einer Darstellung, die der Marylin Monroes durch Andy Warhol glich – sie zeigt Luther als Playmobil-Männchen in schrillen Farben. Das Männchen sei anlässlich des Reformationsjubiläums eigens von Playmobil geschaffen worden.

Von Christian Bark

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