Volltextsuche über das Angebot:

16 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
Künstler arbeitet an Evangelischer Schule

Neuruppin Künstler arbeitet an Evangelischer Schule

Vor fast einem Jahr hatte der Künstler David Iselin-Ricketts sein Atelier an der Evangelischen Schule eingerichtet. Im Rahmen des Programms „Max – Artists in Residence an Grundschulen“ wird der Amerikaner noch ein weiteres Schuljahr in Neuruppin bleiben.

Voriger Artikel
Private Betreiber für Flugplatz gesucht
Nächster Artikel
Von Perleberg nach Kairo zu Fuß

Kinder treffen Künstler: die Viertklässler Merle Röhnert (v.), Nele Albrecht, Yannick Sommer und David Iselin-Ricketts.

Quelle: Frauke Herweg

Neuruppin. Ein kleiner Raum oben unter dem Dach der Evangelischen Schule. Schulleiterin Anke Bachmann ist zunächst irritiert, als sie sieht, welche Materialien der Künstler David Iselin-Ricketts in den fünften Stock schleppt. Alte Gitter. Armierungsstahl. Gipssäcke. „Damit sollen Grundschüler arbeiten?“, fragt sie sich.

Vor fast einem Jahr hatte der in Berlin lebende Amerikaner David Iselin-Ricketts sein Atelier in der Evangelischen Schule eingerichtet. Im Rahmen eines von der Stiftung Brandenburger Tor und der Universität der Künste Berlin initiierten Programms arbeitet der 30-Jährige seitdem in der Schule. Neben seinen eigenen Projekten lädt der Künstler Schüler zu Atelierbesuchen ein und arbeitet mit Viertklässlern. Am Dienstag zog die Schule eine begeisterte Bilanz. „Es sind Dinge entstanden, die im klassischen Kunstunterricht niemals entstanden wären“, sagte Kunstlehrer Kai Brandt.

Künstlerisches Experiment an der Schule

Auch Brandt hatte zunächst nicht gewusst, auf welches Experiment die Schule sich einließ. Iselin-Ricketts errichtet Installationen – ein Genre, das im klassischen Kunstunterricht allenfalls am Rande stattfindet. Nach einigen Besuchen mit Schülern im Atelier war jedoch auch Brandt beeindruckt. „Wir sind an die Quelle von Kunst gegangen“, sagt er. „Wir waren am authentischen Ort.“

Drei Tage in der Woche soll Iselin-Ricketts vor Ort sein – das ist die Auflage des Projektes „Max – Artists in Residence an Grundschulen“, das den Arbeitsaufenthalt des Amerikaners in Neuruppin ermöglicht. Ziel des deutschlandweit einzigartigen Programms ist es, Begegnungen zwischen Künstlern und Grundschülern zu ermöglichen und neue Formen künstlerischer Bildung zu eröffnen. „Es geht um das Überdenken des Kunstunterrichts“, sagt Kirsten Winderlich von der Universität der Künste. „Es ist wichtig, dass Kinder auch im Grundschulalter eine vollumfängliche künstlerische Bildung erhalten.“

Künstler bleiben noch ein zweiten Jahr an den Schulen

Sieben Schulen aus Berlin und Brandenburg nehmen an dem Programm teil. Schon jetzt ist klar, dass das Projekt an allen sieben Schulen in ein zweites Jahr geht. „Wir haben gemerkt, dass das Ankommen an den Schulen Zeit braucht“, sagt Marcus Peter von der Stiftung Brandenburger Tor. „In einem zweiten Jahr werden noch ganz anderen Ideen entwickelt werden können.“

Gleich zu Anfang seiner Neuruppiner Zeit hatte Iselin-Ricketts große Gitter in seinem Atelier installiert, um dort einen Bildungsraum zu simulieren. „Das sieht von außen vielleicht so aus, als sei man hier eingesperrt“, sagt der Künstler. Tatsächlich sollten die so entstandenen Absperrungen Freiräume schaffen, in denen die Kinder experimentieren konnten. „Ich wollte die Schüler sehr ernst nehmen“, sagt Iselin-Ricketts, der sich mit Bildungskritik und den Problemlagen Heranwachsender beschäftigt hat. „Ich habe sie nicht als Lernende, sondern als autonome Künstler verstanden.“

Kunst muss nicht immer verständlich sein

Nicht immer, sagt Kunstlehrer Brandt, hätten die Kinder verstanden, was Iselin-Ricketts mit seinen Arbeiten bezweckt. Aber das, findet er, ist auch gar nicht wichtig. „Es hat zum Denken angeregt“, sagt er. „Wagnis ist die Grundvoraussetzung für Kunst.“

Von Frauke Herweg

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostprignitz-Ruppin
MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg