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Künstler diskutieren über Kunst

Neuruppin Künstler diskutieren über Kunst

Zum fünfjährigen Bestehen seiner Galerie „Kunstraum“ lud Johannes Bunk zu einer Podiumsdiskussion über Kunst in das Neuruppiner Museum ein. An dem Gespräch nahmen unter anderem eine Tänzerin, ein Kulturwissenschaftler, ein Bildhauer, ein Verleger und ein kunstbegeisterter Neuruppiner Schüler teil.

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Galerist Johannes Bunk moderiert das Gespräch.

Quelle: Cornelia Felsch

Neuruppin. Zum fünfjährigen Bestehen seiner Neuruppiner Galerie „Kunstraum“ hat sich Johannes Bunk ein besonderes Geschenk bereitet. Am Sonntag lud er in die Räume des Museums der Stadt ein, um mit namhaften Experten und Gästen über die Verantwortung der Kunst zu diskutieren. Moderiert wurde das Gespräch vom Galeristen persönlich. An der zweistündigen Podiumsdiskussion nahmen auch Neuruppins Bürgermeister Jens-Peter Golde und der Kultur-Sachgebietsleiter Mario Zetzsche teil.

Eingeladen hatte Johannes Bunk unter anderem die Tänzerin und Tanzpädagogin Lisa Kuttner aus Würzburg, den Politiker und Kulturwissenschaftler Olaf Schwencke, den Bildhauer Andreas Theurer, den Karwer Verleger Günter Rieger und den kunstbegeisterten Neuruppiner Schüler Ludwig Tautz. Unter den 50 Gästen waren auch zahlreiche Künstler der Region.

Wie wichtig Künstler auch in unserer Zeit sind, das unterstrich Olaf Schwencke, der bereits 1970 kulturpolitische Kolloquien ins Leben rief. Diese Loccumer Kolloquien führten 1974 schließlich zur Gründung der „Kulturpolitischen Gesellschaft“, in der auch Johannes Bunk Mitglied ist. „Künstler sind wichtige kreative Menschen, die Bilder in die Welt setzen, über die es sich lohnt, nachzudenken“, sagte er am Sonntag.

Leise Zweifel an der aufklärerischen Funktion der Kunst

Die Frage des Bürgermeisters, was denn eigentlich Kunst sei, beantwortete Olaf Schwencke kurz und knapp: „Kunst ist, was Künstler machen“, sagte er. Günter Rieger meldete bezüglich der aufklärerischen Funktion der Kunst leise Zweifel an: „Ich denke, Kunst kann heute alles machen, was sie will. So ein Kunstspektakel wie die Documenta in Kassel ist aber auch schnell wieder vorbei. Ob das wirklich zu einem Überdenken der Politik führt, da habe ich meine leisen Zweifel.“

Ludwig Tautz, der an der Jugendkunstschule und in Netzeband Theater spielt, tanzt und am Evangelischen Gymnasium den Kunst-Leistungskurs belegt, sieht das nicht ganz so pessimistisch. „Mit meiner Kunst will ich die Leute berühren, ich gebe ihnen die Möglichkeit, sich damit zu beschäftigen, aber ich werde immer nur einen Teil der Gesellschaft erreichen“, sagte er. In der Diskussion ging es aber nicht nur darum, wie sich Künstler in der Gesellschaft Gehör verschaffen können, schließlich wollen Maler, Musiker oder Tänzer mit ihrer Kunst auch ihren Lebensunterhalt verdienen; und das wird immer schwieriger.

Auftakt zu weiteren Veranstaltungen

„Viele meiner Künstlerkollegen, mit denen ich zusammen in Leipzig studiert habe, sind mittlerweile aus ihrem Beruf ausgestiegen oder haben einen Zweitjob, sagte die Malerin Anke Gesell, die sich aus dem Publikum zu Wort meldete. „Das frisst unheimlich viel Kraft und irgendwann ist man desillusioniert.“

In der Schlussrunde zogen alle noch einmal Bilanz. „Für mich ist Kunst ein Experiment, so wie diese Veranstaltung“, sagte Johannes Bunk, der die Diskussionsrunde als Auftakt zu weiteren Veranstaltungen sehen möchte und dafür schon einmal das Kopfnicken der Museumschefin Maja Peers-Oeljeschläger entgegennahm.

Von Cornelia Felsch

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