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Künstler lassen sich im Wald inspirieren

Kunsterspring Künstler lassen sich im Wald inspirieren

Am Sonnabend gehen in Kunsterspring zwölf arbeitsreiche Tage zu Ende. An der Waldarbeitsschule residierten Künstler im Rahmen des „16. Internationalen Kunstsymposiums“ im Naturpark Stechlin-Ruppiner Land. Sie schufen mehrere meterhohe Holzskulpturen – und eine Installation, die den Wald hörbar macht.

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Die Ur-Wutiker kamen schon in der Steinzeit

Sebastian Wywiorski vor einem von vier Bildern für seine Installation. Quelle: Peter Geisler

Kunsterspring. Sebastian Wywiorski sitzt vor seinem Caravan im Schatten eines Zeltes und blickt fokussiert auf eine 1,50 mal 1,50 Meter große Leinwand. Seine Hände sind von Farbe verschmiert. „Es ist großartig“, sagt Wywiorski. „Du stehst auf, trinkst einen Kaffee und beginnst mit der Arbeit. Dann konzentrierst du dich zehn bis zwölf Stunden nur auf dein Werk. Das ist wie ein Urlaub für den Geist.“ Der Krakauer Künstler nimmt zum dritten Mal am Internationalen Kunstsymposium im Naturpark Stechlin-Ruppiner Land teil. Für das diesjährige Thema „Zwischen Wasser & Land“ hat Wywiorski die Idee einer Installation mitgebracht. Vier Bilder sollen sich ab Sonnabend mit Klängen des Waldes vermischen. „Für die Sound-Aufnahmen gehe ich morgen durch die Umgebung. Es sind ganz andere Geräusche hier zu hören als in einer großen Stadt“, erklärt Wywiorski, der in Krakau Dekan der Fakultät an der Pädagogischen Universität ist. „Mir geht es darum, in meinen Werken Gemälde im traditionellen Sinne mit modernen visuellen Lösungen zusammenzubringen“, so Wywiorski. Ob es sich bei den Schemen auf der Leinwand um Wasser, Himmel oder Berge handelt? Das ist nach Wywiorskis Auffassung dem Betrachter überlassen. „Das kann jeder für sich entscheiden“, sagt der 42-Jährige. „Für mich ist die Beteiligung des Betrachters sehr wichtig.“

„Die Technik spielt hier eine große Rolle“

Auf der Lichtung am Fuße der Waldarbeitsschule sind unterdessen Klänge zu hören, die Sebastian Wywiorski eher nicht aufnehmen wird, wenn er sich mit dem Klangrecorder in den Wald begibt – eine Kettensäge arbeitet sich durch massives Eichenholz. Jens Kanitz bearbeitet eine rund drei Meter hohe Skulptur, die die Umrisse eines menschlichen Wesens erkennen lässt. Der Neuruppiner Künstler hält kurz inne. „Die Technik spielt für uns hier schon eine sehr große Rolle“, sagt Kanitz und wischt sich den Schweiß von der Stirn. Er lobt die gute Unterstützung durch die Waldarbeitsschule, ehe er sich wieder die Kettensäge schnappt. Die Zeit drängt. „Ich habe noch einiges zu tun bis Samstag“, sagt Kanitz und lässt die Säge wieder anlaufen.

Eine Eiche liefert das Holz

Kuno und Gudrun Lomas ließen sich durch die Hitze nicht aus der Ruhe bringen

Kuno und Gudrun Lomas ließen sich durch die Hitze nicht aus der Ruhe bringen.

Quelle: Peter Geisler

Acht Künstler haben sich insgesamt in Kunsterspring versammelt, um sich zwölf Tage lang von der Umgebung für ihre Werke inspirieren zu lassen. Gudrun Lomas – von Anfang an für den reibungslosen Ablauf des Internationalen Künstlersymposiums zuständig – hat mit den Planungen der 16. Auflage bereits im vergangenen Jahr begonnen. Da waren regionale und internationale Künstler in der Atelierkirche Buchholz zu Gast. Nun also Kunsterspring, wo man vor zwei Jahren zuletzt residierte. Die Rahmenbedingungen auf dem weitläufigen Areal der Waldarbeitsschule seien ideal, sagt Lomas. Zugleich mache die diesjährige Auflage viel Arbeit, denn gegenüber der Malerei sei die Bearbeitung von Holz um einiges aufwendiger. „Die Technik muss beispielsweise zur richtigen Zeit hier sein. Das ist wesentlich anstrengender zu organisieren als ein Malersymposium“, erklärt Lomas. Fünf meterhohe Skulpturen werden aus einer alten Eiche gesägt, gemeißelt und geschmirgelt. „Es muss schon eine Eiche sein, das ist mit das härteste Holz“, sagt Gudrun Lomas. Ein Kran wuchtet die Gebilde schließlich in den aufrechten Stand. Feinschliff, Farben und Verzierungen fehlen noch. Aber ein wenig Zeit ist ja noch.

Skulpturen kommen nach Neuglobsow

Jens Kanitz bearbeitet seine meterhohe Holzskulptur

Jens Kanitz bearbeitet seine meterhohe Holzskulptur

Quelle: Peter Geisler

Wie die Werke am Ende aussehen werden, davon können sich die Besucher dann hoffentlich am Sonnabend bei der Finissage des Symposiums informieren (siehe Infokasten). Voraussichtlich ab kommendem Frühjahr sollen die Skulpturen übrigens in Neuglobsow stehen – als „Begleiter“ auf einem Wanderweg um den Dagowsee. Die Idee hierzu hatte Mario Schrumpf, Leiter des Naturparks Stechlin-Ruppiner Land.

Von Mischa Karth

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