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Ostprignitz-Ruppin Stille Momente in Ölfarbe festgehalten
Lokales Ostprignitz-Ruppin Stille Momente in Ölfarbe festgehalten
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10:35 22.02.2018
Rückenakt, gemalt 2016 in Öl. Quelle: Cornelia Felsch
Rheinsberg

„Was Sie hier sehen, gilt vielen als altmodisch“ sagte der Maler Joachim John 1998 in seiner Eröffnungsrede zu einer Ausstellung der Malerin Sabine Curio im Museum der Stadt Greifswald. Eine Dichterin schrieb ihm daraufhin: „Anders ist aber der heutigen Zeit nicht beizukommen“.

Seit Sonnabend sind über 50 Bilder der Usedomer Künstlerin in den Ausstellungsräumen des Rheinsberger Kurt-Tucholsky-Literaturmuseums zu sehen. Das „Altmodische“ fand bei den Vernissage-Besuchern überaus großen Anklang.

Sabine Curio Quelle: Cornelia Felsch

„Es ist die 145. Ausstellung, die wir hier zeigen und heute stellt sich heraus, dass die Räume viel zu klein sind“, sagte Museumsleiter Peter Böthig in seiner Begrüßungsrede, nachdem er sich durch die herbei strömenden Besucher an das Mikrofon gekämpft hatte. „Diese Ausstellung beweist, was Kunst alles sein kann, wenn sie von einer starken Persönlichkeit geprägt ist“, sagte er.

Wenige Tage zuvor war er nach Usedom gereist, um die Bilder abzuholen. „An ihrem Haffhaus sieht es fast so aus, wie auf diesen Bildern, selbst die Schneeglöckchen waren gerade zu sehen“, sagt er. „Dennoch sind ihre Landschaften keine bloßen Abbildungen. Über etwas Sichtbares entsteht in ihrer Malerei etwas Spürbares.“

Sabine Curio lässt sich von einfachen Dingen gefangen nehmen – eine offene Tür, eine schlafende Katze, die Wolken, die vom Wind getrieben werden und vom Schnee bedeckte Grashalme erregen ihre Aufmerksamkeit. „Schneelast“ ist der Titel eines Bildes auf dem dunkle, struppige Sträucher sich unter dem Schnee neigen. Dennoch wirkt das Bild leicht. Die hellen Pastelltöne, der magere Farbauftrag der Ölfarbe, die immer noch wahrnehmbare leichte Pinselführung und die skizzenhafte Technik geben den Motiven und dem Betrachter Raum.

Spiel mit den Farben, die sich in Flecken auflösen

Auch ihre Aktdarstellungen und Porträts scheinen von leichter Hand zu entstehen, konzentriert auf die Farbigkeit, die den Intimen Moment bewahrt. Es ist nichts Endgültiges, fest Definiertes in ihren Bildern; das Spiel mit den Farben, die sich in Flecken auflösen, hat etwas Meditatives.

„Meine erste Begegnung mit Sabine Curio liegt bereits 35 Jahre zurück“, erzählt Franka Keil, die Leiterin des Museums Atelier Otto Niemeyer-Holstein, die an diesem Tag die Laudatio hielt. „Ich war damals noch Schülerin, als ich eine Ausstellung in Wolgast besuchte“, sagt sie und schwärmt von den kraftvollen und lockeren Pinselstrichen der Malerin, die es vermag, mit den Farben einen Perlmutt-Schimmer auf die Leinwand zu zaubern. Immer wieder wählt Sabine Curio die gleichen stillen Motive, malt sie aus anderen Blickwinkeln und entdeckt auf neue Weise die ihnen inne wohnende Schönheit der Dinge.

Nach ihrem Studium in Berlin kehrte sich nach Usedom zurück

So ist es wohl auch verständlich, dass die 1950 geborene Usedomerin nach ihrem Studium an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee zu ihren Wurzeln auf die Insel zurück gekehrt ist und ein Haffhaus in Stolpe bezog.

An der Berliner Akademie der Künste war Sabine Curio Meisterschülerin des Bildhauers und Zeichners Wieland Förster und auch Otto Niemeyer-Holstein prägte ihr künstlerisches Schaffen. Bis zu seinem Tod, 1984, hatte sie mit dem Maler, der ebenfalls auf Usedom lebte, Kontakt. In Briefen und Gesprächen tauschten sie sich über die Malerei und die Liebe zur Natur aus. Diese genießt Sabine Curio auch im Winter am liebsten in der freien Landschaft. Auch wenn die Finger am Pinsel etwas steif werden.

1996 erhielt sie den Helen-Abbott-Förderpreis

Seit 1981 hat sie ihre Bilder in zahlreichen Ausstellungen, vor allem im Norden Deutschlands, gezeigt. 1996 erhielt sie gemeinsam mit Joachim John den Helen-Abbott-Förderpreis für Bildende Kunst, der von einem amerikanischen Mäzen gestiftet wurde.

In ihrer Rheinsberger Schau sind vor allem Ölgemälde, aber auch Holzschnitte zu sehen. „Für die Aquarelle reichte der Platz leider nicht aus“, sagte sie am Sonnabend.

Die Ausstellung „Einblicke“ ist bis zum 1. Mai im Kurt-Tucholsky-Literaturmuseum zu sehen. Geöffnet ist das Museum dienstags bis sonntags von 10 bis 16 Uhr. Von 12.30 bis 13 Uhr ist Mittagspause.

Von Cornelia Felsch

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