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Ostprignitz-Ruppin Künstlerin mit Hand und Herz
Lokales Ostprignitz-Ruppin Künstlerin mit Hand und Herz
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00:17 20.10.2016
Gemeinsam mit Kindern hat Katrin Mason Brown eine Fibel entwickelt, die in Kyritz und Wusterhausen gerne genutzt wird. Quelle: Regine Buddeke
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Ganzer

Wenn Katrin Mason Brown etwas tut – dann aus ganzem Herzen. Der Botticelli etwa: An den hat sie ihr Herz verloren und prompt findet man in ihrem weiträumigen Atelier, einer Scheune des Gutshauses Ganzer, zwei Arbeiten auf der Staffelei, bei denen sie Lieblingsmotive des großen Italieners nachempfunden hat. Beides Teile der Serie „Lost my heart to Botticelli“ – das Herz klemmt der schaumgeborenen Venus unterm Arm. Oder das Haus an sich: „Der perfekte Ort für mich zum Arbeiten“, sagt sie liebevoll – auch wenn das Gutshaus, in dem sie seit 1997 mit Mann und inzwischen drei Kindern lebt, ein Mammutprojekt ist. „Das wohl niemals fertig sein wird“, so viel ist ihr klar. Außenhülle und Wohnbereich seien fertig. „Jetzt arbeiten wir uns langsam ins vordere Gutshaus vor.“ Gerade werkelt ihr Mann, gebürtiger Südafrikaner, am Atelierfußboden: einem Sisyphos-Puzzle aus hunderten handgesägten Holzklötzchen – auch er ist mit Herz bei der Sache.

Das Herz der Ex-Berlinerin schlägt auch für den Ort, an dem sie lebt. Fontanedorf Ganzer nennt sie es: Immerhin habe der Dichter dem Dorf ein ganzes Kapitel gewidmet. Auch deshalb hat sie sich 2014 am Kunstbänke-Projekt des Kreises beteiligt – auf der von ihr gestalteten Philosophenbank lässt es sich nicht nur gut sitzen, sie ist auch Ausgangspunkt für den von ihr kreierten Fontanespaziergang durchs Dorf, der von Touristen gut angenommen wird. Ihre Kinder ziehen sich dafür historische Kostüme an und geleiten Fontane-Fans durch alle Sehenswürdigkeiten, die Fontane einst beschrieb.

Im geräumigen Atelier entstehen Drucke, Gemälde, Collagen. Quelle: Regine Buddeke

Ihre Kunst will die 47-Jährige nicht in eine Schublade pressen lassen. Katrin Mason Brown hat in Berlin zuerst mit freier Kunst begonnen, später ein Studium für Grafikdesign folgen lassen. Sowohl der Privatunterricht bei Lothar Böhme als auch die Zeit mit Konzeptkünstlerin Nanne Meyer hätten sie sehr geprägt, sagt sie.

Insofern ist auch ihr eigenes Werk recht vielseitig: Sie malt, zeichnet, druckt und fertigt Collagen wie die prachtvolle Serie „Friedrichs Beziehungskisten“, deren Teile wie wertvolles Porzellan von des Königs Tisch erscheinen. Gemacht sind sie in einer Mix-Media-Technik – unter Verwendung von italienischen Musterpapieren. Die hat sie 2015 in der Neuruppiner Siechenhauskapelle ausgestellt. „Für mich stehen Konzept und Ziel an erster Stelle – dem passe ich meine Stile an“, sagt sie. Auch Grafikdesign-Aufträge übernimmt sie noch – auch wenn das immer weniger werden. Denn Katrin Mason Brown braucht zunehmend mehr Zeit für ihre Arbeit mit Kindern und Jugendlichen – auch so eine Sache, für die ihr Herz schlägt.

Das Gutshaus Ganzer bietet viel Platz für kunstinteressierte Kinder. Quelle: Regine Buddeke

Begonnen hat es etwa 2001, da übernahm sie die AG „Junge Künstler“ an der Grundschule Wusterhausen. Später hat sie zwei Jahre lang mit 20 Kindern eine Fibel entwickelt. Das fertige Buch erhielt 2010 den brandenburgischen Kunstpreis „Kunst bildet“.

Seit fünf Jahren veranstaltet sie mit Hilfe des von ihr gegründeten Vereins „Kinder- und Jugendkunstakademie Ganzer“ auf ihrem Hof erfolgreiche Kinder-Kunst-Camps. „Mit Zelten auf dem Hof und umfangreichem Programm, halb Kunst, halb Abenteuer“, erklärt sie. Mit Gruselgeschichten nachts in der Kirchenruine, Scout-Training, Monotypie, Malen oder Pizza-Backen im Lehmbackofen, der auch einst aus einem Projekt heraus entstanden ist.

Es gab ein Schüler-Kunstprojekt „Reiseüberraschungen mit Fontane“. Und eines, bei dem eine Postkartenserie zum Thema „Welcome in OPR“ entstand. „Die haben sie uns aus den Händen gerissen“, erinnert sie sich an die Aktion, die wie viele ihrer Projekte auf das Miteinander von Einheimischen und Flüchtlingen abzielte. Etwa der Plakatwettbewerb „Migration bewegt“, der Workshop „Bunte Brücke“ oder das derzeit laufende Projekt „Kultursalat“, das sie gemeinsam mit Annett Glöckner organisiert.

Der Engel von Ganzer. Quelle: Regine Buddeke

„Der Verein hat sich toll entwickelt“, freut sie sich. „Wir haben eine ganze Menge angeschoben – im ganzen Landkreis.“ Dabei sei es gar nicht so leicht, Projekte finanziert zu bekommen: „Man reicht es nach viel Vorarbeit ein und weiß nicht, ob es bewilligt wird“, erklärt sie. Das betrifft nicht nur die Arbeit in ihrem Scheunenatelier – auch an den Schulen der Region ist sie nach wie vor aktiv. Kulturmanagement und Kunstvermittlung sind daher fester Teil ihrer Arbeitstage. Von denen keiner gleich ist – die Abläufe sind zumeist vom Familienalltag und der Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen strukturiert.

Über all dem ist es Katrin Mason Brown wichtig, ihre eigene Kunst nicht zu vernachlässigen. „Kunst und Kunstvermittlung sind für mich die perfekte Symbiose“, bekennt sie. Katrin Mason Brown ist die Arbeit gemeinsam mit anderen Künstlern sehr wichtig – sie lädt sie regelmäßig zu ihren Projekten ein. Ob bei der Ausstellung „Total floral“, bei der sie gemeinsam mit Christina Pohl in Potsdam ausstellt, oder mit Annett Glöckner, mit der sie an „Reflexionen“ arbeitet – Textinstallationen und Objektkunst anlässlich des kommenden Luther-Jahres.

Katrin Mason Brown arbeitet mit Kindern auch an der alten Druckpresse. Quelle: Regine Buddeke

Von Regine Buddeke

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