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Künstlerpaar lebt und arbeitet auf dem Dorf

Betzin Künstlerpaar lebt und arbeitet auf dem Dorf

Seit acht Jahren lebt das Künstlerpaar Marina Schreiber und Michael Hischer in dem kleinen Dorf Betzin. Dort haben die beiden, die lange in Berlin zu Hause waren, perfekte Bedingungen für Mensch und Kunst. Und Platz. Den brauchen die Künstler für ihre großen Skulpturen auch.

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Die Bildhauer Marina Schreiber und Michael Hischer mit einigen ihrer Kunstwerke.

Quelle: Peter Geisler

Betzin. Vor acht Jahren zog das Künstlerpaar Marina Schreiber und Michael Hischer von Berlin nach Betzin. Eine Entscheidung, die beide nicht bereut haben. „Wir haben hier perfekte Bedingungen für Mensch und Kunst gefunden“, sagt Hischer. Beide Künstler brauchen Platz – er für seine kinetischen Skulpturen, die in all ihrer farblichen und gestalterischen Vielfalt viel Raum in dem großen Garten einnehmen, sie mit ihren Werken aus Materialien wie Holz, Draht und Polyester.

In Berlin-Kreuzberg, wo sie bis zum Umzug aufs Land lebten, ist Platz mittlerweile ein Problem. Viele Ateliers wurden inzwischen aufgekauft, zu Lofts umgebaut und dann teuer verkauft. „Wir sind rechtzeitig geflohen“, sagt Hischer und lacht. Und er blühe in Betzin auf. Die Zeiten, in denen er immer auf die Piste musste, sind vorbei. Jetzt schätzt das Paar die Ruhe. „Es ist großartig hier.“ Anschluss haben sie auch gefunden. Marina Schreiber hat sich gleich im Dorf vorgestellt. „Wir sind nett zu den Leuten und sie zu uns“, sagt Hischer. Auch mit Künstlerkollegen aus dem Nachbarorten haben sie Kontakt. Doch im Vordergrund steht das künstlerische Schaffen. „Wir haben eine Sieben-Tage-Woche“, sagt Hischer

Skulpturen mit meditativem Charakter

Der gebürtige Pinneberger hat in Hannover und an der Universität der Künste in Berlin Bildhauerei studiert. Für den 61-Jährigen ist es das Schönste, im Atelier zu stehen, auch wenn es harte Arbeit ist. Seine Skulpturen sind aus Aluminium. „Das Material ist altersgerecht, man kann es leicht tragen“, sagt der Künstler. Das sei nicht der Grund gewesen, die Entscheidung habe sich aber als Glücksfall erwiesen. Seine vierdimensionalen Objekte bestehen aus einem oder mehren senkrechten Stäben, an denen jeweils zwei oder mehrere freischwingende Stäbe wie Flügel angebracht sind, die sich geräuschlos und unvorhersehbar im Wind bewegen, fast meditativ. Die beruhigende Wirkung ist von ihrem Schöpfer durchaus beabsichtigt. Die Mitte zu finden, das ist Meditation. Die Mitte muss er auch bei seinen Objekten finden. „Damit sie sich leicht bewegen, muss ich sie genau austarieren.“ Zurzeit arbeitet Hischer an einer Skulptur für einen Auftraggeber in England. Im September fliegt er für einen neuen Auftrag nach Portugal. Seine Arbeiten sind im In- und Ausland gefragt. In der Region sind sie unter anderem vor dem Hotel Haus Rheinsberg zu sehen.

Formen aus der Pflanzen- und Tierwelt als Vorlage

Marina Schreibers Arbeiten sind zurzeit in der städtischen Galerie im niedersächsischen Lehrte ausgestellt. Dort präsentiert die 58-Jährige, die wie ihr Mann in Hannover und Berlin studiert hat, ihre Werke unter dem Thema „polyflore Mikrofauna“. Als Vorbild dienen ihr mikroskopische Formen aus Pflanzen- und Tierwelt. „Es ist eine große Ausstellung mit kleinen Sachen“, sagt die Künstlerin.

Groß sind dagegen ihre Gartenobjekte aus wetterfestem Polyester, die gemeinsam mit den kinetischen Skulpturen ihres Mannes im heimischen Garten stehen. Marina Schreiber ist Frühaufsteherin. Sie steht oft schon morgens um fünf Uhr in ihrem Atelier. „Ich habe einen ganz normalen Arbeitstag.“ Allerdings gönnt sie sich eine ausgiebige Mittagspause. Zurzeit arbeitet sie Sachen ab. Das heißt, sie schleift bei einer Art gelbem Igel die Stacheln ab, damit die darunterliegende blaue Farbe zum Vorschein kommt. „Das ist wie ein Milchreisberg, durch den man sich essen muss, um ins Schlaraffenland zu kommen“, sagt sie. Irgendwann ist es geschafft. „Kunst ist schön. Sie macht aber auch viel Arbeit“, sagen beide übereinstimmend. Das Ergebnis jedenfalls überzeugt.

Von Dagmar Simons

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