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Ostprignitz-Ruppin Zeitkapsel ist zurück in luftiger Höhe
Lokales Ostprignitz-Ruppin Zeitkapsel ist zurück in luftiger Höhe
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18:45 22.03.2018
Wieder zurück an Ort und Stelle: Die Metallkugel wurde am Donnerstag fachgerecht von Dachdeckern der Firma Melzer aus Lindow montiert. Quelle: Christian Bark
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Freyenstein

Schon 1843, 1888 und 1960 hatten sie die Freyensteiner quasi als „Zeitkapsel“ genutzt. Die metallene Kugel an der Kirchturmspitze enthielt bei ihrer letzten Öffnung vor fast 58 Jahren zwei Kupferkartuschen jeweils aus den Jahren 1843 und 1888. Diese waren mit Münzen aus der jeweiligen Zeit bestückt. Bei den Sanierungsarbeiten des Kirchturms dabei war auch Dachdecker Willi Schultz gewesen. „Er und seine Kollegen haben ein Schreiben über ihren Fund von 1960 der Kugel beigelegt“, berichtete seine Tochter Heidrun Schwandt, die im Gemeindekirchenrat (GKR) aktiv ist.

Seit dem 22. März ist sie wieder an Ort und Stelle. Die metallene Kugel an der Freyensteiner Kirchturmspitze enthält nun neben ganz alten auch aktuelle Zeitdokumente aus dem Jahr 2018.

Beim erneuten Öffnen der Kugel im Februar dieses Jahres war das Schreiben dann wieder ans Tageslicht gekommen, musste jedoch entwirrt und aufbereitet werden. Von der Glasflasche, in die es damals gelegt worden war, sind nur Scherben übrig geblieben. „Die konnte leicht durch die extremen Temperaturen aufplatzen. Da oben könne zwischen 60 Grad Plus und 20 Grad Minus herrschen“, erklärte GKR-Mitglied Horst Kirsch. Die Kugel war innerhalb der Sanierungsarbeiten an der Kirche, die seit Juli vergangenen Jahres andauern, abgenommen, geöffnet und Anfang des Monats wieder geschlossen worden.

Auch die MAZ liegt mit drin

Sie enthält jetzt eine weitere Kupferkartusche, die neben den aufbereiteten Zettel von 1960 auch ein Kirchenblatt, einen Flyer vom Schloss, ein Gemeindeblättchen sowie eine MAZ vom 3./4. Februar 2018 enthält. Zudem haben die Freyensteiner der Kugel noch 3,88 Euro zugelegt. „Da ist jede Münze einmal vertreten“, sagte GKR-Mitglied Friedhelm Kanzler.

Am Donnerstag ist die „Zeitkapsel“ dann zurück an ihrem ursprünglichen Ort montiert worden. Dachdeckermeister Uwe Melzer und seine Kollegen brachten sie trotz kühler Temperaturen und durch den Schneematsch teilweise rutschigen Baugerüstes fachgerecht an. „Wir schätzen vorher ein, ob das Risiko oben kalkulierbar ist“, erklärte Dachdecker Sebastian Maaß. Sicherheit gehe immer vor.

Am 22. März 2018 wurde die Kugel wieder angebracht. Quelle: Christian Bark

Zeit für eine kurze Andacht in luftiger Höhe von etwa 38 Metern fanden die Bauarbeiter und GKR-Mitglieder gemeinsam mit Pfarrer Johannes Kölbel am Donnerstag auch. „Heute sind Kirchtürme nicht mehr Zeichen von Macht, sondern von Mahnung und Erinnerung“, sagte er. Sie könnten als „heißer Draht“ zwischen Himmel und Erden dienen. Freilich im übertragenen Sinne, wie der Pfarrer auf die Anfrage eines Funknetzbetreibers anspielte, der auf dem Turm eine Antenne errichten wollte. Das habe die Kirchgemeinde jedoch abgelehnt. Viel wichtiger sei nun der Umstand, dass die Kirche auch für Nichtgläubige erlebbar gemacht werde.

Bei den Sanierungsarbeiten seien auf Höhe der Uhrenziffernblätter nämlich vier Ausguckluken entstanden, wie Friedhelm Kanzler informierte. Diese ermöglichten es Besuchern bei Führungen, in alle vier Himmelsrichtungen den Blick in die Ferne schweifen zu lassen. Das durch ein digitales ersetzte mechanische Uhrwerk könnte zudem in der Kirche als weiterer Hingucker und Demonstrationsobjekt aufgestellt werden.

Laut Marek Fiedorowicz vom baubegleitenden Ingenieurbüro für Baustatik und Sanierungsplanung (IBS) sollen die Sanierungsarbeiten bis Mai fertiggestellt sein.

Weitere Informationen zur Kapsel und historische Bilder gibt es hier.

Von Christian Bark

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