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Ostprignitz-Ruppin Kugelbomben in der Ruppiner Heide gesprengt
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kugelbomben in der Ruppiner Heide gesprengt
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14:42 26.11.2015
Die Kugelbomben sind unscheinbar - aber mit tödlicher Wirkung.  Quelle: Bima / Daniel Seidel
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Neuruppin

 Gleich drei sogenannte Kugelbomben wurden am Mittwoch in der Kyritz-Ruppiner Heide gesprengt. Die unscheinbare Streumunition, kleiner als ein Tennisball, ist äußerst heimtückisch: In jeder Bombe befinden sich gut 100 Stahlkugeln sowie 100 Gramm Sprengstoff, so dass bei der Explosion die Stahlkugeln mit einer Geschwindigkeit von bis zu 1200 Metern je Sekunde alles durchschlagen, was in ihrer Nähe ist.

Tödlicher Radius beträgt 100 Meter

Der tödliche Radius liegt bei knapp 100 Metern. Deshalb werden die Kugelbomben auch nicht transportiert, sondern an Ort und Stelle gesprengt, sagte Feuerwerker Daniel Seidel. Der Munitionsexperte arbeitet im Auftrag der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima). Der Bima gehört die knapp 12 000 Hektar große Heide in Ostprignitz-Ruppin. Diese war jahrelang von der sowjetischen Armee als Bombodrom genutzt worden.

Die Bomben werden mit Fahnen markiert. Quelle: Bima / Daniel Seidel

Dabei kamen auch die Kugelbomben zum Einsatz. Diese gelten als sogenannte Streumunition und sind seit 2010 international geächtet. Die Bundeswehr hatte 50 000 Tonnen dieser heimtückischen Sprengsätze in ihrem Bestand. Diese wurden in den vergangenen Jahren vernichtet, die letzten erst am Mittwoch von einer Spezialfirma in Pinnow (Uckermark).

Deutschland hat sich verpflichtet, bis 2020 sämtliche Streumunition zu vernichten – dazu gehört auch die, die weiterhin in der Kyritz-Ruppiner Heide schlummert. Neben den Kugelbomben wurde am Mittwoch unter anderem auch eine 50-Kilo-Bombe auf dem Areal gesprengt.

Das Areal, in dem weitere Kugelbomben vermutet werden, will die Bima vermutlich im nächsten Jahr beräumen lassen. Nebenbei werden bereits jetzt Granaten und weitere Fundmunition vernichtet, die von Feuerwerker Seidel oder Förstern der Bundesforst entdeckt werden. So wurde am Mittwoch auch eine 50-Kilo-Bombe in der Heide gesprengt. Dabei enstand ein knapp zwei Meter tiefer und vier Meter breiter Krater.

Von Andreas Vogel

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