Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Ostprignitz-Ruppin Kulturministerin besucht Neuruppin
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kulturministerin besucht Neuruppin
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:21 02.12.2015
Hansjörg Albrecht (r.) zeigt Ministerin Grütters die Bilderbögen.
Anzeige
Neuruppin

Neuruppin hat viele Baustellen und wenig Geld. Zu den zahlreichen ambitionierten Vorhaben gehören auch die Sanierung der Sankt-Georg-Kapelle und das Fontanejahr 2019. Die Werbetrommel für die Fontane­stadt zu rühren und Bund und Land für die Belange Neuruppins zu interessieren – dafür setzt sich der Bundestagsabgeordnete Sebastian Steineke (CDU) gern ein. Auf seine Einladung hin kam am Sonnabend die Kultur-Staatsministerin Monika Grütters für eine zweistündige Stippvisite nach Neuruppin. Mit dabei waren auch Neuruppins Bürgermeister Jens-Peter Golde, Kulturmanager Mario Zetzsche, Museumsleiter Hansjörg Albrecht, der Projekt-Koordinator des Fontanejahres 2019 Hajo Cornel, Hannelore Gussmann vom Kulturausschuss sowie Christine Dabitz und das Ehepaar Götz vom Stiftungsverein der Sankt-Georg- Kapelle.

Museum war eine der größten Investitionen

„Wir möchten zeigen, was sich in den vergangenen 25 Jahren in Neuruppin getan hat“, sagte Steineke an die Ministerin gewandt. Erste Station war die Besichtigung des Heimatmuseums – eine der großen Investitionen der Stadt. „Von Ministerin Johanna Wanka angeschoben“, beschreibt es der Parteikollege von Grütters. „Es gab viele Widerstände.“ „Warum?“, hakt Grütters nach. Steineke verweist auf die hohen Kosten – auch aufgrund der Auflagen des Denkmalschutzes. Die Hartnäckigkeit der Denkmalschützer sei wichtig, macht Grütters klar. „Sonst bräuchten wir sie nicht.“ Allerdings solle Denkmalschutz dem Zweck dienen und nicht stattdessen Projekte verhindern.

In der Museumsdruckerei lief gerade eine interne Schulung. Quelle: Peter Geisler

Die Kulturministerin zeigte sich angetan von ihrem Museumsbesuch, lobte und fragte interessiert nach, etwa beim Besuch der Museumsdruckerei, wo gerade eine interne Schulung stattfand. „Wir wollen hier bald Workshops anbieten“, so der Museumsleiter. Museumspädagogik habe einen hohen Stellenwert im Hause.

Die Glocke der Sankt-Georg-Kapelle soll repariert werden. Quelle: Peter Geisler

Den Wiederaufbau der alten Stadtstrukturen um Tempelgarten, Altes Gymnasium, Stadtmauer und Museum habe Neuruppin dank einer „tollen Kombination an Fördermitteln“ gestemmt – sieben Millionen Euro wurden investiert, zehn Prozent davon habe die Stadt getragen, berichtet Bürgermeister Golde der Ministerin. Das habe sich gelohnt: Seit die städtische Bibliothek ihren Sitz wieder im Alten Gymnasium hat, habe sich die Besucherzahl verdoppelt. Gleiches gelte für das sanierte Museum, bekräftigt Albrecht. Gleichzeitig warben Zetzsche und Golde um Bundesmittel für das kommende Fontane-Jubiläum. Neben den geplanten zahlreichen Veranstaltungen sei im Museum eine Sonderausstellung zum Thema geplant. Das gesamte Fest solle nach Wunsch der Organisatoren vom 30. März 2019 bis zum 30. Dezember, dem Geburtstag Fontanes, dauern. „Neun Monate haben sich als pränatale Phase gut bewährt“, scherzte Zetzsche. „Wir haben bei der Bundeskulturstiftung einen Titel für Sonderausstellungen und Jubiläen, der ab diesem Jahr dauerhaft fünf Millionen Euro mehr abwirft“, macht Grütters für das Vorhaben Mut. „Sie sollten darauf zurückgreifen – dafür sind diese Mittel da.“ Immerhin gebe Deutschland im Jahr 9,3 Millionen Euro für Kultur aus. Dass 44 Prozent davon von den Kommunen kommen, dafür zollt die Ministerin ihren Respekt. „Kultur ist keine Dekoration, die man sich in guten Zeiten leistet“, wirbt sie für weiteres Engagement.

Museumschef Hansjörg Albrecht (Mitte) führte die Gäste durchs Haus. Quelle: Peter Geisler

Bevor die Ministerin nach dem Eintrag ins Gästebuch und das Goldene Buch der Stadt zur nächsten Station, der Sankt-Georg-Kapelle fährt, rollt Mario Zetzsche deren kaputte Glocke herein, deren Sanierung als nächstes ansteht. In den vergangenen Monaten ist viel passiert um die Kapelle, dank des Engagements des Stiftungsvereins und vieler Neuruppiner. Im Sommer wurden 100 000 Euro Bundesmittel für die weitere Sanierung zugesagt. „Mit dem Wermutstropfen, dass wir dieselbe Summe auch noch aufbringen müssen“, sagt Christine Dabitz vom Verein. „Das Denkmalschutzprogramm funktioniert prinzipiell nur mit Komplementärfinanzierung“, so die Ministerin. „Aus dieser Pflicht können wir Sie nicht entlassen.“

Kapellen-Verein lobt Neuruppiner fürs Engagement

„Wir kämpfen ja schon acht Jahre“, sagt Karl-Heinz Götz und lobt die Spendenbereitschaft der Neuruppiner und die lokalen Handwerker: „Die arbeiten billiger für uns.“ Er sei froh, dass der Verein dank der Bundesmittel die Finanzierung nicht allein stemmen muss. Der alte Ringanker, der das Gebäude in Schieflage brachte, wird jetzt von sechs Stützen ersetzt, auf denen das noch zu sanierende Dach liegt. Immerhin seien die zuerst veranschlagten Kosten von einer Million Euro auf ein Viertel geschrumpft, so Architekt Norbert Bünger, der bei der Besichtigung der Kapelle dabei ist. „Was fehlt Ihnen denn noch?“, will Monika Grütters wissen. Etwa 40 000 Euro, sagt Christine Dabitz. Die Ministerin verweist auf ein Denkmalschutz-Sonderprogramm des Bundes und sagt, Anträge von Bundestagsabgeordneten würden „dabei bevorzugt behandelt“.

Von Regine Buddeke

Ostprignitz-Ruppin Nikolaus war auch dabei - Adventsfeier in Zaatzke

Gemütlich war es am Sonnabend bei der Adventsfeier auf dem Zaatzker Schlossplatz. So gemütlich, dass selbst Nikolaus vorbei kam, um es sich auf einem eigens für ihn aufgestellten Sessel bequem zu machen. Die jüngsten Gäste nutzten die Chance, um Süßes vom Bärtigen zu bekommen.

02.12.2015

Glück im Unglück hatte ein älteres Ehepaar aus dem Landkreis Mecklenburger Seenplatte, als es am Sonnabend mit ihrem Wagen bei Berlinchen von der Kreisstraße rutschte und seitlich umkippte. Der 75-jährige Fahrer und seine Frau kamen verletzt ins Krankenhaus.

02.12.2015
Ostprignitz-Ruppin Ostprignitz-Ruppin: Polizeibericht vom 29. November - Zwei Verletzte bei Glätte-Unfall

Auf glatter Straße ist ein 75-jähriger Mann am Sonnabend nahe Randow bei Wittstock mit seinem Wagen von der Straße gerutscht. Das Auto kippte auf die Seite, der Fahrer und seine Ehefrau, die auf dem Beifahrersitz saß, wurden verletzt und kamen ins Krankenhaus. Der Rentner war vermutlich zu schnell unterwegs.

29.11.2015
Anzeige