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Ostprignitz-Ruppin Kulturtempel bleibt vorerst zu
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kulturtempel bleibt vorerst zu
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00:27 23.08.2015
Die Wittstocker Galerie in der Marktgasse wurde seit 2009 vom Kunst- und Kulturförderverein geführt. Quelle: Madlen Wirtz
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Wittstock

Die Galerie in der Wittstocker Marktgasse ist am Ende. Es wird sie dort zumindest in ihrer bisherigen Form nicht mehr geben. Die Gebäude- und Wohnungsverwaltung (GWV) habe den Mietvertrag, der dem Kunst- und Kulturförderverein Land-Stadt-Wittstock bisher die alleinige Nutzung des Objektes gestattete, zum 1. Juli „aus formal juristischen Gründen“ gekündigt, bestätigt GWV-Geschäftsführer Hans-Jörg Löther. Die GWV hatte dem Verein die Räume auf zwei Etagen mietfrei überlassen, jedoch darauf bestanden, dass er sich an den Betriebskosten beteiligt. Das sei laut Hans-Jörg Löther allerdings nicht im vereinbarten Maße geschehen.

Der Verein ist seit 2009 dort präsent. Von den seither aufgelaufenen rund 20 000 Euro Betriebskosten sei bis 2013 nichts übernommen worden, sodass die GWV diese Rechnung habe begleichen müssen. Inzwischen habe der Verein lediglich acht Prozent der Summe bezahlt. Diese Situation sei im Aufsichtsrat der GWV nicht länger zu rechtfertigen gewesen. „Die Einrichtung sollte sich zumindest in Teilen selbst tragen“, sagt Löther. Das habe so jedoch nicht funktioniert.

Laut dem Vereinsvorsitzenden Guido Heller suche man nun nach einem anderen Domizil in Wittstock, in dem ähnlich wie in der Marktgasse Kunst und Kultur stattfinden könne. Wo das sein wird, sei bislang noch offen, sagt Heller. Immerhin habe man aber Kontakt mit dem Goldbecker Ortsvorsteher Gerd Frauböse aufgenommen, um zumindest zunächst einmal eine Lösung für einen Büroraum zu finden. Guido Heller ist zuversichtlich, dass das auch klappen könnte.

Die Galerietür ist verschlossen. Quelle: Björn Wagener

Die Galerie in der Marktgasse soll künftig ein Kulturstandort bleiben, aber mit einem veränderten, breiter aufgestellten Nutzungskonzept. Vorgesehen sei, dass nicht mehr nur ein einziger Verein dort aktiv wird, sondern mehrere mit verschiedenen Angeboten – natürlich auch der Kulturförderverein, wenn er möchte. Damit sollen zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden: Die Finanzierung der Betriebskosten würde sich auf viele Schultern verteilen, was sie für jeden einzelnen Nutzer überschaubar machte. „Die konkrete Höhe der Beiträge müsste dabei noch festgelegt werden. Wenn die realen Kosten dann vorliegen, wird abgerechnet. Das heißt, es gäbe entweder Nachzahlungen oder Rückzahlungen“, beschreibt Löther das Prozedere. Außerdem solle auf diese Weise erreicht werden, dass die Galerie werktags durchgängig öffnet. Der Kulturförderverein hatte die Öffnungszeiten aus Kostengründen zuletzt auf drei Tage in der Woche begrenzt. „Aber wir wollen diesen Kulturstandort nicht nur erhalten, sondern auch entwickeln“, so Löther weiter. Deshalb würde er es begrüßen, wenn der Kulturförderverein an diesem Ort im Herzen der Stadt künftig präsent bliebe. Auch liefen bereits Gespräche, um die Wittstocker Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft (WBQG) mit ins Boot zu holen. Sie könne über entsprechende Maßnahmen für Betreuungsdienste sorgen, um regelmäßige Öffnungszeiten abzusichern.

Wie lange diese Umstrukturierung dauern wird, bleibt abzuwarten. Bürgermeister Jörg Gehrmann geht davon aus, dass das Haus etwa ab dem kommenden Jahr in veränderter Form wieder an den Start gehen könnte. Schon jetzt kann die Galerie von jedem gegen Gebühr für Aktivitäten und Projekte genutzt werden.

Um das Haus langfristig fit für die Zukunft zu machen, seien laut Hans-Jörg Löther jedoch auch erhebliche Investitionen in die Bausubstanz nötig.

Von Björn Wagener

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