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Kunst braucht Vielfalt – und mehr Geld

Rheinsberg Kunst braucht Vielfalt – und mehr Geld

Land und Bund müssen sich mehr engagieren, um Künstler zu unterstützen. Das finden jedenfalls Ulrike Liedtke aus Rheinsberg, die Präsidentin des Landesmusikrates und Christian Höppner, der Präsident des Deutschen Kulturrates. In Rheinsberg haben die beiden über Förderchancen gesprochen und darüber, was Ulrike Liedtke als Landtagsabgeordnete tun kann.

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Kulturpolitik und öffentliche Zuschüsse waren Thema für Ulrike Liedtke vom Landesmusikrat, Christian Höppner vom Deutschen Kulturrat (2.v.l.), Dominik Seidler vom Bundesjugendjazzorchester (r.) und Ortsvorsteher Sven Alisch (l.).

Quelle: Peter Geisler

Rheinsberg. Das Land Brandenburg muss seine Förderung für Künstler und Kulturschaffende ausbauen. Für die Rheinsberger Landtagsabgeordnete Ulrike Liedtke (SPD) steht das außer Frage. Seit Monaten setzt sie sich im Landtag schon für mehr Kulturförderung ein.

Jetzt geht es ihr ganz speziell um die Literatur. Was sie als Vorsitzende des Landesmusikrates nicht nachvollziehen kann: Das Land stellt sich bei bestimmten Vorschlägen quer. Zum Beispiel lehne das Kulturministerium in Potsdam es ab, einen Zuschuss zu den Druckkosten für Bücher zu zahlen. Aus Sicht der Landesregierung wäre das eine Einmischung in einen Wirtschaftsbetrieb. Wenn einige Künstler einen Zuschuss des Lands bekommen, andere ihre Kosten aber allein tragen müssen, könnte das womöglich eine Ungleichbehandlung sein.

Ulrike Liedtke ist kulturpolitische Sprecherin der SPD im Landtag. Trotzdem hat auch sie es nicht immer leicht, ihre Fraktionskollegen dort von ihren Ideen zu überzeugen.

Im Literaturbereich gibt es oft wenig Unterstützung

Am Mittwoch hat sie sich in Rheinsberg mit Christian Höppner getroffen, dem Präsidenten des Deutschen Kulturrates. Von ihm erhofft sich die Landespolitikerin Unterstützung, aber auch neue Impulse und Ideen.

In Sachen Literaturförderung steht Christian Höppner klar hinter Ulrike Liedtke. Lesereihen wie den Literarischen Bilderbogen, organisiert vom Landkreis, findet sie zwar gut. Doch sie greifen ihr viel zu kurz. Dort lesen einige der bekanntesten Autoren Deutschlands. „Aber ich möchte nicht immer nur die großen Stars der Literatur erleben“, sagt die Rheinsbergerin. „Ich möchte etwas von Brandenburgern lesen.“ Von Autoren, die vielleicht keinen riesigen Verlag hinter sich haben, der ihre Bestseller vermarktet.

Die Vielfalt ist gerade für die Kultur entscheidend, findet auch Christian Höppner. „Ich finde es wichtig, auch das Potenzial zu nutzen, das man vor Ort hat“, sagt er. Doch dafür ist eben manchmal auch öffentliches Geld nötig – denn viele Künstler können mit ihren Werken ohne Förderung kaum existieren.

Auch Künstler-Verbände brauchen mehr Hilfe

Dabei geht es nicht nur um einen möglichen Zuschuss zu den Druckkosten für einen Gedichtband oder für ein Konzert. Förderung brauchen auch die Verbände, in denen viele Künstler organisiert sind. Auch für die will sich Ulrike Liedtke bei der Landesregierung einsetzen, hat aber selbst gerade den Eindruck, dass dort oft nicht gesehen wird, warum Verbände gebraucht werden: „Wir sind das Dach, das es vielen Künstlern erst ermöglicht, zu arbeiten.“

Ulrike Liedtke und Christian Höppner sind sich einig, dass Deutschland noch zu wenig für die Förderung von Künstlern und Kulturschaffenden tut. Wichtig wäre vor allem, eine institutionelle Förderung hinzubekommen. Bisher zahlen Bund und Land vor allem Zuschüsse für einzelne Vorhaben. „Wir müssen weg von dieser Projektitis“, sagt Christian Höppner. „Andere Länder sind da wesentlich weiter.“

Von Reyk Grunow

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