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Ostprignitz-Ruppin „Kunst braucht ein Zuhause“
Lokales Ostprignitz-Ruppin „Kunst braucht ein Zuhause“
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02:15 19.06.2017
Gerhard Ringmann (r.) vom Wirtschaftsministerium begrüßte die Teilnehmer des Dialogforums. Quelle: Björn Wagener
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Heiligengrabe

„Kunst ist immer analog“, sagt Kuratorin und Galeristin Schnuppe von Gwinner. Dennoch durchdringt die Digitalisierung die Werke und das Schaffen von Künstlern. Wer wahrgenommen werden möchte, kann das Internet nicht ausblenden. Doch wie weit sollen virtuelle Aspekte gehen? Wie viel Digitalisierung braucht die Kunst oder kann sie vertragen? Wie können Künstler das Internet für die Vermarktung effektiv nutzen? Um solche Fragen ging es am Donnerstag beim Dialogforum „Kreatives Brandenburg“ im Kapitelsaal des Kloster Stiftes in Heiligengrabe. Es war eine Veranstaltung der Mittelstand 4.0-Agentur Kommunikation mit Unterstützung des Brandenburgischen Ministeriums für Wirtschaft und Energie. Rund 50 Künstler und andere Kreative beteiligten sich an der Runde, die von Thomas Thießen moderiert wurde. Er ist Rektor der Business School Berlin mit Professur für Kommunikations- und Medienmanagement.

Ohne „Offline“ geht es nicht

„Kunst braucht ein Zuhause“, sagte Start-up-Unternehmer Jo Thießen. Auch wenn im Internet viel beschrieben und erzählt werden könne, so müsse ein Produkt am Ende „offline“, also ganz real zu erleben sein. Seitdem seinen Kunden genau das ermöglicht werde, „funktioniert das richtig gut“. Auch Textilkünstler Uli Fischer berichtete, dass er „früher sehr viel herumgereist“ sei, heute dagegen ganz einfach weltweite Geschäfte mit historischen Stoffen betreiben könne.

Doch Internet heißt nicht nur Vermarktung, sondern vor allem auch Vernetzung. Gerhard Ringmann, Abteilungsleiter für Wirtschaftsförderung im brandenburgischen Wirtschaftsministerium, sieht das Internet vor allem als „Plattform für Kontakte“, die weiter entwickelt werden müsse, damit sie von jedem Nutzer individuell in seine Arbeit eingebunden werden könne.

Für stärkere Vernetzung

Für die eine stärkere Vernetzung plädierte auch Gerrit Gohlke, künstlerischer Leiter des Brandenburgischen Kunstvereins Potsdam. Zudem wurde in der Runde festgestellt, dass die Kunst auf Internet-Kanälen wie Youtube nur eine untergeordnete Rolle spiele – etwa im Vergleich zur Musik. Da liege noch ein großes Potenzial.

Es gab aber auch Stimmen von Teilnehmern, die in der Digitalisierung „eine Entfremdung vom Menschlichen“ sahen. So berichtete eine junge Musikerin, dass Besucher im Publikum mitunter kleine Fehler bei Konzerten bereits mit einem Kopfschütteln quittierten. Dabei sei es nun einmal menschlich, dass die perfekt inszenierte Welt in Internet-Präsentationen auf der Bühne nicht eins zu eins wiedergegeben werden kann. „Fehler passieren nun einmal.“ Auch wenn die Digitalisierung in der Kunst eine immer größere Rolle spiele, so sei sie letztlich doch lediglich ein Mittel zum Zweck.

Von Björn Wagener

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