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Kunst in einstigen Kyritzer Kneipenräumen

Tag des offenen Ateliers Kunst in einstigen Kyritzer Kneipenräumen

Die landesweite Aktion „Tag des offenen Ateliers“ wurde im Raum Kyritz nur zaghaft angenommen. Weder die Fotoausstellung in der Papierfabrikruine von Hohenofen noch die Performance in der ehemaligen Kyritzer Kneipe Pfeiffer verzeichnete einen Besucheransturm. Doch die, die jeweils kamen, durften Erstaunliches erleben.

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Annett Glöckner (l.) dichtete und sang mit den Flüchtlingskindern ein Lied in drei Sprachen.

Quelle: Matthias Anke

Kyritz. Wildschweinkraft soll über uns kommen! Kinderfantasie ermöglicht es, solche Sätze in ein Gedicht zu flechten. Schüler der Wusterhausener Astrid-Lindgren-Grundschule sind mit der Künstlerin Annett Glöckner aus Barenthin in der Region hin und wieder mit dem Fahrrad unterwegs und nennen ihre Dichtergruppe daher „Bike Rider“. Sie trugen ihre tollsten Zeilen am Sonnabend beim „Tag des offenen Ateliers“ in Kyritz vor. Allerdings in keinem echten Atelier, sondern in den Räumen der einstigen Gaststätte Pfeiffer. Sie eignete sich bestens für Annette Glöckners „Performance aus Liedern, Texten und Gedichten“, ergänzt um Bilder von Katrin Mason-Brown aus Ganzer. Doch die Lesung wurde leider nur von einer Handvoll Gästen besucht.

Erstmals mit dabei: die ehemalige Papierfabrik Hohenofen

Kaum besser erging es an diesem Tag der Aktion in der einstigen Papierfabrik in Hohenofen. Auch dorthin zog es nur wenige Neugierige. „Wir müssen uns vielleicht erst etablieren“, sagte Ute Fürstenberg vom Förderverein Patent-Papierfabrik. Dieser kümmert sich seit Jahren um die Ruine, machte nun erstmals bei der landesweiten Veranstaltung mit und hatte drei renommierte Fotografen aus dem halben Bundesgebiet als Gäste: Roland Rossner, Peter Thieme und Petra Walter-Moll.

Die, die diese Gelegenheit zum Kunsterlebnis an den so ungewöhnlichen Orten nutzten, waren um so begeisterter – ob in den gegenüber der heißen Außenwelt geradezu trocken-kalten Fabrikhallen oder in den früheren Kyritzer Gaststättenräumen.

Syrische Flüchtlingskinder sorgen für Gänsehaut

In letzteren sorgten syrische Flüchtlingskinder für Gänsehaut, als sie etwa sangen „Unserer Heimat wird die Freiheit gestohlen“. Sie sangen in englischer, deutscher und auch arabischer Sprache ihr selbstgetextetes Lied mit dem Titel „Gebt uns die Kindheit“.

Annett Glöckner, die in Wittstock Flüchtlingen Deutsch beibringt, hatte sie nach Kyritz geholt in die Räume einer Kneipe, in der sich in unbeschwerten, jahrzehntelangen Zeiten Geschichten ausgetauscht wurden. Nun hallten dort mahnende Strophen aus Kinderkehlen durch die leeren Räume, in denen nichts mehr an eine Gastwirtschaft erinnert. Katrin Mason-Browns Bilder und die Werke von Annett Glöckner an den Wänden wirkten ähnlich wie die Fotos von Industrieruinen, die auf den bröckelnden Putz der Hohenofener Paperfabrik projiziert wurden: wie in eine andere Zeit gefallen.

Von Matthias Anke

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