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Kunst von Lenzen bis nach Neuruppin

Aktion Offene Ateliers Kunst von Lenzen bis nach Neuruppin

Am kommenden Wochenende, dem 7. und 8. Mai, beteiligen sich auch Prignitzer und Ostprignitz-Ruppiner Künstler an der diesjährigen, landesweiten Aktion „Offene Ateliers“. Mitunter sind auch ungewöhnliche Orte gewählt worden, um Kunst zu zeigen. In Kyritz etwa ist es eine ehemalige Kneipe.

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Annett Glöckner vor ihrer Kyritzer Kunstwand „Ich möchte gern“. Auch diese wird nun Teil der Aktion „Offene Ateliers“ .

Quelle: Matthias Anke

Kyritz. Das Bild von einem Atelier ist vor dem geistigen Auge oftmals eine bunte, unaufgeräumte Werkstatt. Fertige Objekte türmen sich neben halb fertigen und unbearbeiteten Flächen. Um die Entstehung ihrer Kunst zu zeigen, braucht Annett Glöckner aus Barenthin bei Kyritz jedoch nicht unbedingt ein Atelier. Denn sie performt. Sie tanzt, singt, dichtet, fotografiert. Einen Auszug ihrer Aktivitäten zeigt sie jetzt am Wochenende, dem 7. und 8. Mai, als Teilnehmerin bei der diesjährigen landesweiten Aktion „Offene Ateliers“ dieses Mal nicht in Barenthin, sondern inmitten von Kyritz, am Marktplatz 8. Es ist die frühere Gaststätte Pfeifer. „In meinem Atelier in Barenthin habe ich lieber meine Ruhe, und ich bin ja gerne woanders“, sagt die 51-Jährige. Im vergangenen Jahr hatte sie sich für diese Aktion die Kyritzer Unterseeinsel ausgesucht.

Nun also sollen am Marktplatz ihre Fotoserien zu sehen sein. Sie tragen Titel wie „Transition“, „Liebesbriefe“, „Adern“, „Bahnhof Breddin“. Hinzu kommen einige Objekte und natürlich eine Performance mit neuen Liedern und Texten – und auch Malereien, Collagen und Kunstdrucke, und zwar von Katrin Mason Brown aus Ganzer. Die beiden Künstlerinnen sind nur zwei von etlichen, die im Landkreis Ostprignitz-Ruppin in einem Dutzend Orte zu erleben sein werden. Im Nachbarlandkreis Prignitz gibt es weitere Orte, in denen sich Ateliers öffnen.

„Das Tabakkreuz“ Glöckners  von 2015 ist als Foto erhalten

„Das Tabakkreuz“ Glöckners von 2015 ist als Foto erhalten.

Quelle: Privat

Die Einladung in die Ateliers entstand als landesweites Kooperationsprojekt des Arbeitskreises der Kulturverwaltungen gemeinsam mit der Kampagne „Kulturland Brandenburg“. „Der Landkreis Ostprignitz-Ruppin koordiniert seit vielen Jahren das offene Atelier und unterstützt das Projekt in diesem Jahr mit 950 Euro“, informiert Kulturreferentin Kerstin Pein.

In Kyritz, wo die alte Kneipe nun zum temporären Atelier wird, sind an beiden Tagen von 10 bis 18 Uhr der Innen- und Außenbereich geöffnet. Am Sonnabend, 7. Mai, sind die Besucher dann für 19.30 Uhr zur Performance von Annett Glöckner eingeladen. Es gibt neue Lieder und Texte, gesprochene Dichtung und Musik mit Titeln wie „Feuer im Haus“, „Libelle“, „Fernsehturm“, „Guck mal die Birke da“. Begleitet wird sie von nicht ganz unbekannten Musikern – von der Band „Grüßaugust“. Diese ging einst aus der Ostberliner Band „The Inchtabokatables“ hervor. Tomoko Fujimura spielt E-Gitarre. Robert Beckmann bringt seine Violine mit.

Katrin Mason Brown, „Symbol“, 2015, Druck (Ausschnitt)

Katrin Mason Brown, „Symbol“, 2015, Druck (Ausschnitt).

Quelle: Privat

Außerdem sind „The Bike Riders“ dabei. Es ist eine Gruppe junger Kyritzer Dichter, dazu gehören auch syrische Flüchtlingskinder. Annett Glöckner war mit ihnen im Wald und am Wasser unterwegs, um Lieder und Texte zu schreiben. „Wildschweinkraft“ und „Wenn ich ’n Fluss bin“ gehören dazu. Mit den syrischen Kindern hat sie zudem ein arabisches Lied ins Deutsche übertragen.

Zur Kyritzer Aktion gehört auch das Projekt „Ich möchte gern“. Menschen aus der Region äußerten dabei ihre Wünsche. Seit vorigem Jahr sind diese im Hof der Apotheke am Markt gegenüber der Kneipe Pfeifer zu lesen. Sie wurden mit der Hand in weißem Acryl auf die Dachpappe einer sieben mal fünf Meter großen Giebelwand geschrieben. „In diesem Jahr gibt es den zweiten Teil von ,Ich möchte gern’. Das entsteht in Neuruppin. Die Texte haben wir schon“, verrät Annett Glöckner.

Seit zwei Jahrzehnten arbeitet und dichtet sie in der Prignitz

Geboren in Borna bei Leipzig, studierte sie einst visuelle Kommunikation an der Berliner Hochschule der Künste Berlin. Sie widmete sich anschließend dem Flamenco-Tanz und begann 2005 zu dichten und Lieder zu komponieren. In der Prignitz lebt und arbeitet sie seit über zwei Jahrzehnten.

Katrin Mason Brown indes stammt aus Mecklenburg. Die Malerei vertiefte sie im Abendstudium, für das es sie einst ebenso nach Berlin zog, und zwar an die Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Grafik und Kommunikationsdesign folgten als weitere Studienfächer. Und gleichfalls seit fast zwei Jahrzehnten lebt und arbeitet Katrin Mason Brown auf dem früheren Gutshof von Ganzer, wo sie eine Kinder- und Jugendkunstakademie aufgebaut hat.

Von Matthias Anke

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