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Kunstaktion mit Annett Glöckner

Neuruppin Kunstaktion mit Annett Glöckner

Das Museum Neuruppin und die Aktions-Künstlerin Annett Glöckner befragten Neuruppiner nach Erinnerungen. Es ist die vierte Station eines zweijährigen Projekts Durch-Einander: Diesmal ist der Standort das WK III in Neuruppin.

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Annett Glöckner (l.) und Maria Döring von Estaruppin beim Schreiben der Erinnerungen von Passanten.

Quelle: Buddeke

Neuruppin. Bei Harry Potter war es ganz einfach: man hat die Erinnerung einfach mit dem Zauberstab direkt aus der Schläfe gesaugt und in einen Flakon gefüllt. Gut verkorkt hielt die sich da Jahrhunderte. Dass es auch anders geht, bewies die Prignitzer Künstlerin Annett Glöckner am Sonnabend im Neuruppiner WK III. Sie befragte die Passanten einfach nach ihren Erinnerungen und schrieb sie auf. Beziehungsweise ließ aufschreiben. Bereit standen Tusche und Tinte, Federkiele und Schreibfedern, Kalligrafie-Pinsel oder Fasermaler.

Aufgerufen zur öffentlichen Kunst-Aktion hatte das Museum Neuruppin. „Wir sind ja nicht nur der Historie verpflichtet“, erklärt Museums-Mitarbeiterin Dorothea Leicht, die das Projekt betreut. Auch wolle man mit der Idee alle Menschen ansprechen – nicht nur klassische Museengänger. „Wenn man viele erreichen will, darf man nicht warten, dass die Leute ins Museum gehen, sondern muss als Museum zu den Leuten gehen“, sagt sie. Und bei den Erinnerungen der Neuruppiner wolle man gern einen Querschnitt: von damals bis heute, Leute, die schon sehr lange oder auch erst kurz in der Stadt leben. Das WK III – die Orte der Aktion wurden in einer „Lieblingsorte“-Umfrage ausgewählt – ist ein Pool für unterschiedlichste Erinnerungen.

Eine Wäscheleine voll Erinnerungen

Eine Wäscheleine voll Erinnerungen.

Quelle: Regine Buddeke

„Ich erinnere mich an ...“ ist bereits die vierte Aktion des Projektes „Durch-Einander“ – ein schönes Wortspiel, das Fülle und Vielfalt ebenso suggeriert wie gegenseitiges Inspirieren.

Inspirierend findet die Künstlerin das auch – immerhin arbeitet sie in ihrem Schaffen bevorzugt mit Worten und Schrift. „Ich war früher mal Bleisetzerin“, erklärt sie ihre Affinität zur Letter. Auch sie hat ein Blatt mit einer Erinnerung aufgeschrieben, wenn sie nicht gerade die der Vorbeigehenden niederschreibt. Helfen tun dabei auch Mitarbeiter des kirchliche Vereins Estaruppin. Die Erinnerungen sind so wechselhaft wie das Leben selbst. „Wir hören hier sehr berührende Geschichten“, erzählt Dorothea Leicht. Etwa: „Ich erinnere mich an den Brunnen auf dem Schulplatz. Meine dreijährige Tochter wäre fast darin ertrunken.

Galina_Güthenke hat Erinnerungen auf Russisch aufgeschrieben

Galina_Güthenke hat Erinnerungen auf Russisch aufgeschrieben.

Quelle: Regine Buddeke

Zum Glück sprang eine Frau hinterher“, schreibt jemand. Klaus erinnert sich noch gut an die Keksfabrik – er hat 33 Jahre dort gearbeitet. Am meisten erinnert er sich an den „Wochenendbeutel“. Das war ein Beutel mit gemischten Keksen, den die Mitarbeiter zum Wochenende bekamen.

„Wir sprechen alle Leute an die vorbeikommen“, erklärt Glöckner. Manche wollen erst nichts sagen, sprudeln dann aber förmlich vor Erinnerungen. Etwa über das Modderparadies für Kinder, das das WK III zu DDR-Zeiten einmal war. Am Ende des Tages hängen Wäscheleinen voller Erinnerungen und flattern fröhlich im Wind.

Von Regine Buddeke

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