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Kunststoff-Cuba verlässt Köpernitz

Gespritztes in allen Formen Kunststoff-Cuba verlässt Köpernitz

Als Dietmar Cuba nach der Wende die Wahl zwischen Arbeitslosigkeit und Selbstständigkeit hatte, zögerte er nicht lange. Der Ingenieur besorgte sich einen Geschäftspartner und war schon bald der Besitzer einer Spritzgussmaschine. Mittlerweile ist sein Unternehmen so gewachsen, dass der Firmensitz in Köpernitz aus allen Nähten platzt.

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Dietmar Cuba hat die Firma gegründet. Jetzt ist sein Sohn der neue Chef – Cuba selbst denkt aber noch nicht ans Aufhören.

Quelle: Regine Buddeke

Köpernitz. Immer vier auf einmal: so ruckt der Roboterarm nach hinten und wirft die vier noch heißen Kunststoffteilchen aus der Spritzgussform auf je vier Stifte, auf denen die unscheinbaren Dinger abkühlen können. Auch wenn der Laie erst einmal nicht erkennt, worum es sich handelt: Dietmar Cuba weiß genau Bescheid. Der Seniorchef, der das Kunststoff-Verarbeitungs-Unternehmen 1990 gegründet und nun in die Hände seines Sohnes Mario übergeben hat, ist mit allen Abläufen in seinem Betrieb bestens vertraut.

1988 ist der heute 67-Jährige von Berlin nach Rheinsberg gezogen, hat im Fertighausbau gearbeitet. Die Firma wurde abgewickelt. Zum Arbeitsamt wolle er nicht, beschloss Cuba und besann sich auf seinen eigentlichen Beruf. Per Telefonbuch suchte sich der Ingenieur für Kunststoffverarbeitung einen Geschäftspartner in Berlin. „Von zehn Firmen hat eine geantwortet“, erinnert er sich und war im Handumdrehen Subunternehmer mit einer Maschine. Mitte 1990 gründete er die eigene Firma, sechs Monate später ging sie in Betrieb. „Zuerst aus dem alten Stallgebäude der Schwiegereltern“, erinnert sich der Wahl-Köpernitzer. Er stotterte die Maschine ab – „Und auf einmal war ich Eigentümer eines Produktionsinstrumentes“, sagt er und schmunzelt. Ein schlechtes Gewissen, Kapitalist zu sein, habe er aber als Ex-Ossi nicht gehabt: „Ich habe nur mich selber ausgebeutet.“ Das Ein-Mann-Unternehmen habe zwar seine Ehe zerrüttet, der rührige Firmenchef ließ sich dennoch nicht verdrießen. Aus einer Maschine wurden vier, aus einem Mitarbeiter sechs. 1999 hat er richtig groß investiert und eine Halle gebaut – die 2000 fertig war.

Dietmar Cuba in der Schatzkammer

Dietmar Cuba in der Schatzkammer.

Quelle: Buddeke

Als er die Firmenleitung 2009 an seinen Sohn übergab, expandierte das Unternehmen noch einmal kräftig. „Er hat halt BWL studiert“, sagt Dietmar Cuba fast entschuldigend. 20 Mitarbeiter gehören jetzt zur Firma, gearbeitet wird in zwei Schichten. Cuba Kunststoff-Verarbeitung stellt technische Kunststoffteile im Spritzgussverfahren her: für die Industrie, Medizintechnik und Automobilindustrie: Schalter und Bedienelemente etwa für Landmaschinen und Motorräder, feinwerktechnische Präzisionsteile bis hin zu kleineren Gehäusen. „Die Industrie stellt uns die Gießformen – die sogenannten Werkzeuge.“ Die lagern allesamt bei Cuba in der Schatzkammer. „Unser Kapital“, so Cuba. Das Köpernitzer Unternehmen unterstützt darüber hinaus aber auch Betriebe bei der Neuentwicklung von Produkten.

2015 wurde das 25-jährige Bestehen gefeiert. Dietmar Cuba hatte eigentlich gedacht, Köpernitz wäre das Ende der Fahnenstange. Aber Pustekuchen. „Es ist wieder einmal an der Zeit, neu zu bauen“, sagt er. Auf dem alten Flughafen in Neuruppin ist im Mai Baustart. „Wenn alles gut geht, können wir Ende des Jahres umziehen“, sagt Cuba und wirkt sehr zufrieden.

Von Regine Buddeke

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