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Kunstwerke aus Stroh zum Erntefest

Biesen Kunstwerke aus Stroh zum Erntefest

Strohpuppen zum Erntefest kann jeder bauen. Das dachten sich vor 15 Jahren sechs Männer aus Biesen. In ihrem Dorf nehmen Jahr für Jahr ausgefallene Kunstwerke an der Straße Aufstellung. Der Bautrupp hat vom Traktor bis zum Mähdrescher schon einiges im XXL-Format aufgeschichtet. Aber tobende Kinder sind hier in Gefahr.

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Das Holzfahrrad mit Rädern aus Strohballen steht am Abzweig nach Eichenfelde.

Quelle: Christamaria Ruch

Biesen. Trecker und Mähdrescher gehören selbstverständlich zum Fuhrpark der Agrarbetriebe in Biesen bei Wittstock. Doch Jahr für Jahr wird diese Fahrzeugparade um ein besonderes Gefährt erweitert. Die Rede ist von den Kunstwerken aus Stroh, die vor dem Erntefest am Ortseingang in Szene gesetzt werden.

„Manfred Knaut von der Landwirtschaftlichen Produktions- und Dienstleistungsgesellschaft (LPDG) trat 2001 an uns heran und hatte die Idee mit der Strohpuppe zum Erntefest“, erinnert sich Ingolf Lui. Der 52-Jährige gehört zum sechsköpfigen Bauteam. Stefan Blum, Peter Düwel, Heiko Kaschull, Matthias Parchen und Harry Tocholke legen ebenfalls Hand an, wenn es wieder um eine neue Figur im XXL-Format geht.

Ingolf Lui gehört zum sechsköpfigen Bauteam des Dorfes

Ingolf Lui gehört zum sechsköpfigen Bauteam des Dorfes.

Quelle: Christamaria Ruch

„Die Erwartungen steigen von Jahr zu Jahr“, sagt Ingolf Lui. Mit dieser Puppe aus Stroh setzte die Truppe 2001 erstmals ein Markenzeichen. Doch was wohl niemand ahnte: Der Bautrupp entwickelte sich schrittweise immer mehr zum Architektenteam. „Am Traktor der Marke Fendt haben wir damals vier Wochen lang gebaut“, so Lui. Auch ein Mähdrescher nahm bereits Aufstellung. „Das Stroh stellt die Agrargesellschaft bereit. Silofolie erhalten wir ebenfalls von dort“, sagt Lui. Damit verkleidet das Bauteam die wohl proportionierten Modelle aus dem vergänglichen Baustoff. Damit nichts verrutscht, wird die Folie immer mit Nägeln festgezurrt. Anschließend folgt der Farbanstrich und verwandelt jedes Modell in eine täuschend echte Kopie des Originals. „Die Großteile sind unsere Favoriten“, bekennt Ingolf Lui. Und: „In jedem Werk stecken viel Zeit und Arbeit.“ Dafür nehmen die Männer auch Urlaub und tüfteln an den Feinheiten.

Die Strohpuppe am Ortseingang in Biesen punktete auch ohne Bikinifigur

Die Strohpuppe am Ortseingang in Biesen punktete auch ohne Bikinifigur.

Quelle: Christamaria Ruch

Das Reiterstandbild mit Pferd und Pflug im Jahre 2010 war „ein lebendes Denkmal für Konrad Franke aus Biesen“, so Ingolf Lui. Damals erklärte Burkhard Schultz von der LPDG in Biesen diese Skulptur zum Denkmal. Denn es erinnerte an die Vorfahren in Biesen, die mit Pferd und Pflug über die Felder zogen. Zum 100. Geburtstag der Feuerwehr in Biesen im Jahre 2011 entwarfen sie ein quietsch-rotes Fahrzeug aus Stroh. Eine Windmühle gehörte ebenso zu den Blickpunkten am Ortseingang. „Da drehten sich sogar die Flügel, was wohl niemand gedacht hatte“, sagt Ingolf Lui.

Immer wieder halten Autofahrer an und fotografieren die Kunstwerke. „Es ist aber unvernünftig, wenn Erwachsene ihre Kinder auf den Figuren spielen lassen“, sagt Lui. Sollten die Strohballen dann verrutschen und die Kinder dazwischen geraten, könnte dies zu einer Gefahr für Leib und Leben werden. „Teilweise gab es auch schon Vandalismus und einige Dinge wurden dann zerstört.“

In diesem Jahr standen sogar zwei Figuren in Biesen. Unschwer ist das Auftragswerk für die Tour de Prignitz 2015 wiederzuerkennen. Bei der Rundfahrt durch die Prignitz gehörte das Riesenfahrrad aus Holz und Stroh zum Festschmuck in Wittstock. „Als die Radler aus Meyenburg zur Etappenparty nach Wittstock kamen, stand das Fahrrad am Dosseteich“, erinnert sich Burkhard Schultz. Anschließend erreichte das XXL-Fahrrad seinen endgültigen Standort in Biesen. In diesem Jahr steht es am Abzweig nach Eichenfelde, während eine Strohfigur am angestammten Platz am Ortseingang Aufstellung nahm.

Von Christamaria Ruch

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