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Ostprignitz-Ruppin Kurt Schmock aus Keller ausgezeichnet
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kurt Schmock aus Keller ausgezeichnet
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12:32 22.02.2016
Albrecht Winkler (l.) und der Berliner Dehoga-Hauptgeschäftsführer Thomas Lengfelder (r.) gratulieren Kurt Schmock. Quelle: Regine Buddeke
Keller

Wozu braucht man einen Berufsverband? Kurt Schmock beantwortet die Frage gleich selbst: „Um die von praxisfernen Theoretikern erdachten Bestimmungen so zu verändern, dass sie dem Gewerbe nutzen.“ Der 74-Jährige weiß, wovon er spricht – seit nunmehr 45 Jahren gehört er dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband an und hat sich dort einen Ruf als aktiver Macher erarbeitet, der sich nicht scheut, die Wahrheit auszusprechen, auch wenn er sich damit nicht immer beliebt machte. „Als ich ihn kennenlernte, hatte ich ziemlich Respekt vor ihm“, erinnert sich der Berliner Dehoga-Justiziar Albrecht Winkler, der gemeinsam mit dem Hauptgeschäftsführer Thomas Lengfelder ins Ruppiner Land gereist war, um Schmock, der seit 1991 in Keller bei Lindow lebt, eine Ehrenurkunde zu überreichen. Mittlerweile sei man aber bestens befreundet.

Kurt Schmock hatte ein bewegtes Leben

Kurt Schmock blickt auf ein bewegtes Leben zurück. Der Berliner ist Schausteller von der Pike auf – die Schaustellerfamilie Schmock gibt es seit Generationen. Sein Vater war Zuckerbäcker und Bonbonhersteller: der junge Kurt hat schon als Stift geholfen, das Fondant im Kessel zu rühren.

„Wir haben gehungert, gefroren und gerackert“, erinnert sich Schmock an seine frühe Jugend, die alles andere als ein Zuckerschlecken gewesen sei und von Hunger, Elend und Trümmern geprägt war. „Ich war auf 72 Schulen – gehörte ja zum fahrenden Volk“, erinnert er sich. Und ärgert sich noch heute, dass er als Sohn von Selbstständigen keine Schulspeisung bekommen hat.

Irgendwann nach dem Krieg sei die Lust der Leute auf Süßes vorbeigewesen – „Die Leute wollten Wurst“, kramt er in seinem Erinnerungskästlein.

Die Ehefrau auf dem Jahrmarkt kennengelernt

Seine Eltern hätten erst einmal mit Kartoffelpuffern begonnen, später wäre es ein Würstchenstand gewesen, noch später folgte der Bierausschank. „Die Wagen haben wir alle selbst gebaut“, sagt er stolz. Die wurden Stück für Stück erweitert: „Wir sind ständig gewachsen.“ 1974 habe er – gemeinsam mit seiner Frau, die er natürlich auf dem Jahrmarkt kennengelernt hat – mit dem Bierzelt angefangen – irgendwann war es das größte Festzelt in Berlin und stand inmitten großer Veranstaltungen wie dem deutsch-französischen oder dem amerikanischen Volksfest in Berlin. „Die G.I.s haben die Biergläser immer als Trophäen mitgenommen“, sagt er schmunzelnd. In den Jahren 1986 bis 1989 habe er erst 8000, später 12 000, 15 000 und 18 000 D-Mark Verluste gehabt – nur wegen der Gläser. Sein Bruder habe mal versucht, ein Glas zurückzuerobern. „Das hat er über den Schädel gekriegt“, so Schmock. Also habe er gedacht: „Was solls, sollen sie doch die Gläser klauen“ – und stattdessen den Bierpreis erhöht.

Nach der Wende zog Schmock nach Keller bei Lindow

Zur Wendezeit hat Kurt Schmock das Bierzelt verkauft – und sich auf das Sammeln von Lanz-Bulldog-Traktoren verlegt. Um die und seine alten Schausteller-Wagen unterzustellen, brauchte er Platz. So sei er auf den Ort Keller gestoßen, wo er heute mit seiner Frau lebt. Der Dehoga ist er trotzdem treu geblieben. Und auch Berlin. „Alle halten mich immer für einen Wessi“, sagt er. Dabei ist mein Urgroßvater von hier – aus Linum. Und ich selber bin in Strausberg geboren.“

Von Regine Buddeke

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