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Kyritz: Kein Flüchtlingsheim im Bettenhaus

KMG-Klinik will Gebäude selbst nutzen Kyritz: Kein Flüchtlingsheim im Bettenhaus

Die KMG-Kliniken wollen das frühere Bettenhaus in Kyritz nicht für die Unterbringung von Flüchtlingen vermieten. Eine entsprechende Anfrage hatte es dort vom Landkreis gegeben. Jedoch will die Klinik den Altbau künftig selbst nutzen und dort unter anderem ein medizinisches Versorgungszentrum etablieren.

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Asylbewerber sollen nicht im leer stehenden Kyritzer Bettenhaus untergebracht werden. Die KMG-Kliniken haben eine entsprechende Anfrage der Kreisverwaltung Neuruppin abgelehnt.

Quelle: Julian Stähle

Wusterhausen. Erleichtert hat Landrat Ralf Reinhardt (SPD) auf die Ankündigung des Landes reagiert, dass es keine Zuschüsse mehr für den Abriss von Wohnungen geben soll. Stattdessen kann das Geld für die Sanierung verwendet werden, um Unterkünfte für Flüchtlinge zu schaffen. Reinhardt hätte sich gewünscht, dass das Land schon eher diese Kehrtwende vollzieht: „Es gibt doch in der Bevölkerung kein Verständnis, wenn zum einen der Abriss von Wohnungen gefördert wird, zum anderen aber Wohnungen für Flüchtlinge gesucht werden.“

Ralf Reinhardt hofft, dass die Kommunen nun schnell ihre Pläne begraben, leer stehende Wohnhäuser abzureißen. Denn der Landkreis kann das Plattmachen nicht stoppen. „Das dürfen nur die, die auch die Pläne angeschoben haben“, so Reinhardt. Der Wusterhausener Bürgermeister Roman Blank bestätigt das, sagt aber, dass der Landrat indirekt doch den Abriss stoppen würde. Es gebe nämlich die Anweisung, dass das Bauamt des Kreises keine Genehmigungen für solche Vorhaben mehr erteilt. In der Gemeinde Wusterhausen sind vier Wohnblöcke betroffen: in Lögow, Dessow und Wusterhausen. Für den Abriss in Lögow ist die Absage jedoch laut Blank noch nicht endgültig. Die Gemeinde hatte pro Block 100 000 Euro Fördermittel bewilligt bekommen. „Wir könnten die Blöcke jetzt nur noch auf eigene Kosten abreißen“, sagt Roman Blank.

Ralf Reinhardt spricht indes über „ein sehr gutes Verhältnis“ zwischen der Kreisverwaltung und den zehn Kommunen in Ostprignitz-Ruppin, wodurch es möglich sei, viele Asylbewerber in Wohnungen unterzubringen. Gut 54 Prozent wohnen aber in Gemeinschaftsunterkünften. Im Altkreis Kyritz sind in allen vier Kommunen Flüchtlinge untergebracht worden. In Kyritz und Vehlow verlief ihre Ankunft kaum merklich. In der Knatterstadt leben derzeit 50 Flüchtlinge – „in Wohnungen im Stadtgebiet, die der Kreis gemietet hat“, so Britta Avantario, die Sprecherin des Landrats. Die MAZ hatte Ende Juni darüber berichtet, dass Kyritz 86 Flüchtlinge aufnehmen müsse. Dazu sagt sie: „Es gibt keine verpflichtende Anzahl.“ Die Unterbringung hänge davon ab, ob es geeignete Immobilien gibt.

In Kyritz kursierten bereits Gerüchte, dass das alte KMG-Bettenhaus als Unterkunft genutzt werden soll. „Eine Unterbringung dort ist aktuell nicht vorgesehen“, so Britta Avantario. Der Pressesprecher der KMG-Kliniken, Franz Christian Meier, sagt, dass es vom Landkreis eine Anfrage gab. Die Einrichtung eines Flüchtlingsheims lasse sich aber nicht realisieren. Alt- und Neubau seien verbunden und müssen es bleiben, weil sich die Krankenhausverwaltung und die Onkologische Ambulanz im Altbau befinden. „Künftig wird im Altbau ein medizinisches Versorgungszentrum etabliert“, sagt Meier. Aktuell würden Gespräche mit Partnern aus der Gesundheitswirtschaft geführt, die beabsichtigen, Räume im Altbau zu mieten. Meier betont, dass die Absage an den Landkreis nur durch den eigenen Bedarf an Räumen begründet ist. „Wir distanzieren uns von jeglichem fremdenfeindlichen Gedankengut und prüfen Möglichkeiten, Flüchtlinge zu unterstützen“, fügt er an.

Gerüchte gibt es auch in Wusterhausen. Sie besagen, dass dort bis zu 750 Flüchtlinge untergebracht werden könnten – auf dem ehemaligen Gelände des Friedrich-Loeffler-Instituts. Das kann sich Roman Blank aber nicht vorstellen. Auch die aktuellen Zahlen des Kreises zur Unterbringung von Flüchtlingen sprechen eine andere Sprache. Zum Stichtag 8. September gab es in Wusterhausen 91 Flüchtlinge. 688 Asylbewerber soll der Kreis 2015 noch aufnehmen.

Jedoch gibt es einen Antrag in Wusterhausen auf die Umwidmung des Institutsgeländes für das Hotel- und Beherbergungsgewerbe. Das war von der bisherigen Projektleitung zu erfahren, die jetzt aber nicht mehr zuständig ist, wie die MAZ gestern erfuhr. Geplant war, ein Jugend- und Ausbildungsheim auf dem Institutsgelände zu errichten. Diese Pläne sollen vom Tisch sein. Eigentümer des Geländes ist die Firma Seepark Wusterhausen mit Sitz in Berlin. Ihre Geschäftsführerin Manuela Bittroff war am Freitag für eine Nachfrage nicht zu erreichen.

Von Sandra Bels

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