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Ostprignitz-Ruppin Kyritz: Neuer Plan für Markt der Möglichkeiten
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kyritz: Neuer Plan für Markt der Möglichkeiten
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00:18 11.04.2016
2015 gab es beim Markt Experimente für Kinder. Quelle: Sandra Bels
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Kyritz

Neue Ansätze und Lebensformen, die zumeist solidarisch sind, darum geht es in diesem Jahr beim Markt der Möglichkeiten in Kyritz. Er findet im September statt und wird seit Jahren von einer Gruppe organisiert, die seinerzeit mithalf, das städtische Klimaschutzkonzept zu erarbeiten. Frank Wesemann, Holger Pretzsch, Reiner Kruse, Regina Gubow, Sarah Reinecke und Dietmar Miehlke gehören ihr an. „Wie wollen wir leben“ haben sie sich für dieses Jahr als Thema ausgedacht.

Aussteller können sich noch melden

„Wir legen dabei den Fokus auf Initiativen, Projekte, Genossenschaften und Kollektive, die Alternativen aufzeigen zum etablierten Wirtschaftssystem“, sagt Sarah Reinecke. Dafür werden noch Aussteller gesucht. Sie können sich per E-Mail an die Adresse buchweinkunst@googlemail.com wenden. Spendengelder werden ebenfalls gern genommen.

Produzenten aus der Region, die nachhaltig wirtschaften, sind willkommen. Anders als sonst soll es dieses Mal jedoch keinen Wochenmarkt geben. „Wir wollen das Konzept erneuern und nicht so auf den Konsum abheben, sondern die Aussteller erklären lassen, warum sie so leben“, sagt die Mit-Organisatorin. Auch das Thema Flüchtlinge soll eine Rolle spielen. Die Organisatoren stellen sich eine Art Begegnungscafé vor, sind aber noch in der Planung.

Keine Vorträge an der Friedenseiche

Ebenfalls neu ist in diesem Jahr, dass es keine Vorträge während des Marktes gibt. Dafür wird der Markt der Möglichkeiten bereits am Freitagabend eröffnet und zwar mit einem Vortrag und einer anschließenden Diskussion in einem geschlossenen Raum und nicht wie sonst an der Friedenseiche auf dem Marktplatz. Der Ort dafür wird noch festgelegt. Bluhms Hotel wäre denkbar, so Sarah Reinecke. Auf jeden Fall mit dabei sei wieder die Heinrich-Böll-Stiftung. Unterstützung bekommt die Organisatorengruppe auch von der Stadt Kyritz.

Der Markt der Möglichkeiten ist nicht das einzige Projekt, dass die Gruppe innerhalb der Diskussion über das Klimaschutzkonzept auf die Beine gestellt hatte. Auch die Tauschbox auf dem Kyritzer Marktplatz entstammt ihrer Feder. Seit 2013 gibt es sie – anfänglich aus Pappe und Sperrholz jetzt als Fachwerkvariante. Erst kürzlich hatten die Stadtverordneten entschieden, dass in den kommenden zwei Jahren für Reparaturen an der Box und die Versicherung Geld bereitgestellt werden soll.

Organisatoren danken den Stadtverordneten

„Für die Entscheidung zum Erhalt und für die Kostenübernahme sind wir den Stadtverordneten sehr dankbar“, sagt Sarah Reinecke und fügt an: „Wir haben hier etwas installiert, was es so noch nicht gibt.“ Sowohl die Box als auch der Markt der Möglichkeiten seien Alleinstellungsmerkmale für die Stadt. Das bedingungslose Tauschen stütze sich auf ehrenamtlich Eigenverantwortung. Die Kyritzer räumen die Tauschhütte auf und sie trägt sich von allein. Bis zu fünf Seniorinnen kümmern sich und das mehrmals am Tag.

Die Entscheidung der Stadtverordneten sehen die Organisatoren als Anerkennung und Wertschätzung ihrer Arbeit. „Wir werden uns auch weiter für die Stadt engagieren“, sagt Sarah Reinecke. Sie appelliert an die Nutzer der Tauschhütte, künftig keinen Müll, kaputtes Geschirr oder schmutzige Sachen in die Regale zu legen.

Tauschhütte wird wegen Bauarbeiten gesperrt

Zwischen dem 18. und 22. April muss die Tauschhütte auf dem Kyritzer Marktplatz gesperrt werden. Ihr Inhalt wird für diese Zeit eingelagert. Dann finden die versprochenen Arbeiten zur Sicherung statt. Die Stadt hatte sie ausgeschrieben. Die Konstruktion des Häuschens wird in Höhe der Traufe innen mit einem Zangenkreuz versteift. Ein darauf abgesetzter Firststiel soll die Dachsparren zusätzlich stützen. Die Gratziegel werden durch Klammern gegen das Abrutschen gesichert. Nach den Bauarbeiten kommt der Inhalt wieder zurück in die Regale und das Tauschen kann weitergehen.

Von Sandra Bels

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