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Kyritz: Neues Leben im Bahnhof

Ein Mieter wird gesucht Kyritz: Neues Leben im Bahnhof

Burkhard Brandt aus Läsikow und sein Sohn Daniel haben dem Kyritzer Bahnhofsgebäude eine Zukunft gegeben. Sie ersteigerten es 2013. Seitdem hat sich einiges getan im Haus. Leerstand gibt es kaum. Nur der frühere Güterlagerraum ist noch zu haben – gut geeignet für einen Handwerker oder einen Motorradklub.

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Burkhard Brandt, Kanzleiangestellte Dagmar Schöning (M.) und Praktikantin Lisa Keßler fühlen sich wohl in ihrem neuen Domizil am Kyritzer Bahnhof.

Quelle: Sandra Bels

Kyritz. Mit gemischten Gefühlen fuhren Burkhard Brandt aus Läsikow und sein Sohn Daniel 2013 zur Bahnhofsauktion nach Berlin. Sie wollten das Kyritzer Bahnhofsgebäude kaufen, hatten sich ein Limit gesetzt – und offenbar alles richtig gemacht. Mittlerweile haben die beiden Männer dem Haus eine Zukunft gegeben. Leerstand gibt es kaum. Nur der frühere Güterlagerraum ist noch zu haben. Gut geeignet für einen Handwerker oder einen Motorradklub – zur Miete.

Zusammen mit seinem Sohn, der in Berlin arbeitet, war Burkhard Brandt 2013 auf die Suche nach einem Bürogebäude in Kyritz für die Gattin gegangen. Sie hatte damals ihre Zweigstelle in der Johann-Sebastian-Bach-Straße. Die Hauptkanzlei befindet sich in Neuruppin. „Wir sahen uns viele Häuser an. Bei den meisten war aber nur die Fassade schön“, erzählt Burkhard Brandt. Innen hätte es jede Menge zu tun gegeben, so Brandt. Beim Kyritzer Bahnhof war das anders. Sohn Daniel hatte durch Zufall entdeckt, dass er versteigert werden soll. Brandt Senior schaute sich daraufhin das Gebäude zusammen mit einem Fachmann an, der grünes Licht für das Mitbieten gab. Zu den Bietern gehörten neben der Stadt Kyritz auch drei Kyritzer Unternehmen und Interessenten, die am Telefon mitboten. „Wir sind unter unserem Limit geblieben“, erinnert sich Burkhard Brandt. Bei 57 000 Euro fiel schließlich der Hammer zugunsten der Brandt-Männer. Der Startpreis lag bei 19 500 Euro.

Der frühere Güterlagerraum der Bahn steht frei und soll vermietet werden

Der frühere Güterlagerraum der Bahn steht frei und soll vermietet werden.

Quelle: Sandra Bels

Schon damals war die Wohnung im Bahnhofsgebäude vermietet. Daran hat sich in der Zwischenzeit nichts geändert. Auch der Fahrkartenschalter im Erdgeschoss ist geblieben. Brandt freut sich darüber, dass die Stadt Kyritz ihn bezuschusst. Das Stellwerk wird ebenfalls genutzt – und zwar von der Bahn. Im Keller haben die Brandt-Männer den MAZ-Vertrieb für die Zeitungen als Mieter gewinnen können. Dorthin werden nachts die Zeitungen geliefert und von dort aus gehen sie mit den Zustellern auf Tour. Die Parkplätze gehören der Stadt Kyritz. „Wir halten sie aber sauber“, sagt Burkhard Brandt. Um Gleise und Bahnsteig kümmert sich die Bahn.

„Unser großes Glück war, dass es schon beim Kauf keinen Leerstand im Haus gab“, sagt der Eigentümer. Er und sein Sohn wollen das Gebäude so erhalten, wie es ist. Große Veränderungen streben die beiden deshalb auch nicht an. Es werden eher Reparaturen sein, die sie vornehmen. So musste zum Beispiel schon die Heiztherme ausgewechselt werden. Auch das Dach der früheren Güterannahme wurde erneuert. Das geschah im November des Vorjahres. Damals regnete es durch. Jetzt ist alles dicht.

Brandt würde sich wünschen, dass sich ein Motorradclub als Mieter findet oder ein Handwerker, der die Halle als Lagerraum nutzen will. „Interessenten können sich gern in der Zweigstelle der Steuerberatung gleich nebenan melden“, sagt er. Zu den Arbeiten, die demnächst anstehen, gehört laut Brandt das Auswechseln einiger Fachwerkbalken. Außerdem sollen Fenster in der Güterhalle neu verglast werden.

Das Kyritzer Bahnhofsgelände

Das Kyritzer Bahnhofsgelände.

Quelle: Sandra Bels

Seit Februar sind die Mitarbeiter von Steuerberaterin Heidrun Brandt nun schon in ihrem neuen Domizil im Kyritzer Bahnhof tätig. Nun soll es auch offiziell eingeweiht werden. Der Einzug wird am 25. September gefeiert. Dafür haben die Eigentümer des Hauses, Burkhard Brandt und sein Sohn Daniel, extra die ehemalige Güterhalle hergerichtet. „Es ist aber die Schlechtwettervariante“, sagt Burkhard Brandt.

Von Sandra Bels

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