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Kyritz, Pittiplatsch, Herr Fuchs und Frau Elster

Mit der Knatterstadt verwurzelt Kyritz, Pittiplatsch, Herr Fuchs und Frau Elster

In einem MAZ-Bericht vom Montag über eine Pittiplatsch-Puppenspielaufführung wurde gemutmaßt, dieser kleine Kobold könnte Kyritzer Wurzeln haben. Doch wie sich nun herausstellt, war es nicht sein Schöpfer, der einst in der Knatterstadt lebte, sondern der von Herrn Fuchs und Frau Elster. Beide Puppenspieler lassen sich einfach zu leicht verwechseln – nicht ohne Grund.

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Hans Schroeder starb 85-jährig 2014 in Berlin. Kurzzeitig lebte er einst in Kyritz. Viel länger wohnten dort seine Mutter, aber auch der Sohn.

Quelle: Privat

Kyritz. Die Figuren aus dem Märchenwald des DDR-Kinderfernsehens sind legendär und unverwechselbar. Zwei der Puppenspieler indes sind zwar ebenso legendär, sich dafür aber ziemlich ähnlich, zumindest auf dem Papier: Heinz Schröder und Hans Schroeder. Beide sind Jahrgang 1928, beide galten als Berliner. Heinz Schröder schuf den Kobold Pittiplatsch und sprach die Rolle zeitlebens für die Abendgruß-Folgen des Sandmanns und tourte bis zu seinem Tod 2009 mit der Puppenbühne durch die Republik. Hans Schroeder indes schuf einst Herrn Fuchs und Frau Elster, die weiteren Stars dieser Folgen. Gesprochen aber wurde auch der Fuchs später dann von Heinz Schröder.

Schroeder und Schröder zu verwechseln, ist also ein Leichtes. Anders, als diesen Montag noch in der MAZ gemutmaßt, hat demnach nicht Pittiplatsch Kyritzer Wurzeln, sondern diese haben der Herr Fuchs und die Frau Elster. Denn deren Schöpfer Hans Schroeder war es, der einst in der Knatterstadt lebte, und nicht Heinz. Auf diesen feinen Unterschied machte am Montag der Enkel aufmerksam. Er berichtete aus dem Lebenslauf seines Großvaters, dessen Kyritzer Stichpunkt bisher nie öffentlich geworden sei: „Mein Opa, Hans Schroeder, war bei Kriegsende aus Pommern in die Prignitz geflüchtet, lebte mit seinen Eltern zunächst in Breddin und bis 1947 dann in Kyritz.“ Dort, unweit des Klosters, habe die Mutter noch bis Anfang der 1970er Jahre gelebt. Hans Schroeder soll in Kyritz auch regen Kontakt mit dem späteren Schauspieler Kurt Böwe gepflegt haben, der seinerzeit in Kyritz zur Schule ging. Schroeder verließ die Stadt Ende der 1940er Richtung Berlin, wo er an der Hochschule der Künste studierte und seit 1956 für den Deutschen Fernsehfunk der DDR arbeitete. Dort war er laut seinem Enkel an der Entwicklung des Märchenwaldes für das Kinderfernsehen beteiligt.

Im Internetlexikon Wikipedia ist ihm dahingehend ein Beitrag gewidmet, wie auch Heinz Schröder. Über den Schöpfer von Fuchs und Elster, die sich wie ein altes Ehepaar aufführten, aber stets siezten, heißt es dort: „Weitere von ihm geschaffene Figuren sind Frau Igel und ihr Kind Borstel sowie Onkel Uhu. Nach einem Zerwürfnis um die konzeptionelle Weiterentwicklung der Sendereihe verließ Hans Schroeder das Kinderfernsehen.“ In den 1980er Jahren führte er Regie bei „Du und dein Haustier“, einer Ratgebersendung.

„Sein Sohn, also mein Vater wiederum, ging recht bald nach Kyritz zurück und lebte bei seiner Oma, sprich meiner Ur-Oma“, erzählte der Enkel weiterhin, der heute allerdings ebenso Berliner ist.

Der Kyritzer Stadtverordnete Dieter Groß ging folglich mit diesem Norbert Schroeder, dem Sohn von Puppenspieler Hans, Ende der 1950er, Anfang der 1960er Jahre in eine Klasse und nicht mit dem Sohn von Heinz, nicht also dem Pittiplatschschöpfer. „Ja, das dürfte hinkommen“, sagte Groß am Montag in Reaktion auf den Anruf des Enkels bei der MAZ. Groß war einer von fast 150 Gästen bei der Pittiplatsch-Aufführung am Sonntagvormittag und hatte vom zweiten Schröder bis dahin ebenso nichts gewusst. Angesichts des Andrangs und seinen schon so häufigen Besuchen ist der kleine, freche Kobold trotzdem und irgendwie doch längst auch ein Kyritzer. Die viel bessere Verbindung zur Knatterstadt aber haben nun mal Herr Fuchs und Frau Elster.

Von Matthias Anke

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