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Ostprignitz-Ruppin Kyritz: Psychiatrische Tagesklinik eröffnet
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kyritz: Psychiatrische Tagesklinik eröffnet
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18:53 28.04.2016
Für die Mittagszeit oder zwischendurch stehen den Patienten spezielle Ruheräume, auch mit Sofas, zur Verfügung. Quelle: Sandra Bels
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Kyritz

In einer für Landrat Ralf Reinhardt rekordverdächtigen Bauzeit entstand die Psychiatrische Tagesklinik Kyritz der Ruppiner Kliniken. Im Oktober des vergangenen Jahres wurde mit den Arbeiten begonnen. Ende März 2016 waren sie abgeschlossen. Am Mittwochnachmittag empfingen Ralf Reinhardt, auch als Aufsichtsratsvorsitzender der Kliniken, sowie Klinikgeschäftsführer Matthias Voth und der Chefarzt der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik, Joachim Behr, unter anderem künftige Mitarbeiter, Baufirmen und Partner der Tagesklinik zu deren feierlicher Eröffnung (die MAZ berichtete).

Zur psychiatrischen Tagesklinik gehört auch eine Küche. Quelle: Sandra Bels

383 500 Euro sind in den Umbau der Etage in der früheren Poliklinik in der Perleberger Straße 13, auf der sich früher das Jobcenter befand, investiert worden. Das Jobcenter ist inzwischen ins Katasteramt umgezogen. Zum Umbau kamen laut Reinhardt noch einmal 50 000 Euro für die Einrichtung und die Ausstattung der Räume dazu. Regionale Unternehmen haben die Arbeiten ausgeführt. Der Landrat zählte sie alle auf.

„Mit der Eröffnung der Tagesklinik wurde eine wohnortnahe Versorgung geschaffen und ausgebaut“, so der Landrat. Er hält die Klinik für ein gewinnbringendes Angebot für Kyritz und ein Bekenntnis der Ruppiner Kliniken zur Stadt. „Wir haben lange auf dieses Angebot gewartet“, so Reinhardt. Der Altkreis Kyritz habe damit eine Möglichkeit zur teilstationären Behandlung im sozialen Umfeld. Bisher gab es solche Tageskliniken nur in Wittstock und Neuruppin.

Acht Mitarbeiter

Die Psychiatrische Tagesklinik Kyritz der Ruppiner Kliniken hat acht Mitarbeiter.

18 Patienten können gleichzeitig betreut werden von morgens bis nachmittags, 16 Uhr. Sie können vom Hausarzt überwiesen werden oder sich direkt an die Klinik wenden.

Betreut werden die Patienten von drei Pflegekräften und einer Sozialarbeiterin, die bereits viele Jahre Erfahrung in dem Bereich hat. Außerdem gibt es zwei Psychologen und zwei Ergotherapeuten.

Zusätzlich zur Tagesklinik wird eine psychiatrische Institutsambulanz in Kyritz aufgebaut, die einmal pro Woche eine Sprechstunde anbietet.

Durchschnittlich bleiben die Patienten vier bis sechs Wochen in der Betreuung der Tagesklinik.

Vorwiegend werden in der Tagesklinik Menschen mit Depressionen und Anpassungsstörungen in beruflichen oder privaten Krisensituationen behandelt. Schwere Entzüge, Suizidgefahr und Schizophrenie können nicht behandelt werden. Diese Patienten brauchen laut Joachim Behr, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie, einen geschützten Raum.

Einen kurzen Überblick über die Psychiatriegeschichte gab Chefarzt Joachim Behr. Er sagte, dass es stets auch eine Anstaltsgeschichte gewesen ist. Sogenannte Musteranstalten gab es in Baden-Baden. „Aber sie hatten immer Mauern“, so der Psychologe. Man wollte die Leute so aus dem Umfeld herausnehmen, damit sie in Ruhe genesen konnten. Das Umdenken in Richtung einer gemeindenahen Versorgung ohne das Abschotten der Patienten habe einige Jahrzehnte gedauert, so Behr. Die sogenannte Enthospitalisierung habe im Westen Deutschlands in den 70er Jahren begonnen, auf dem Gebiet der DDR erst nach der Wende. Behr sagt: „Es ist eine enorme Herausforderung, zu den Patienten zu gehen. Logistik und Engagement seien gefragt. „Aber es ist auch eine lohnenswerte Aufgabe, die nun in Kyritz realisiert werden soll“, fügt er an.

Die ersten Patienten erlebten am Donnerstag ihren ersten Tag in der Klinik. Nach und nach sollen sich die Plätze füllen. Der Tag beginnt mit einem gemeinsamen Frühstück. Anschließend beginnen die speziellen Therapieangebote unter anderem mit Einzel- und Gruppengesprächen sowie Beschäftigungen. Für den Rückzug und die Mittagszeit stehen den Patienten Ruheräume mit Entspannungssesseln und Sofas zur Verfügung. Die Klinikmitarbeiter kommen teilweise von den Ruppiner Kliniken und wurden neu eingestellt.

Von Sandra Bels

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