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Kyritz: Runder Tisch zur Flüchtlingshilfe

Erneut Montagsdemo Kyritz: Runder Tisch zur Flüchtlingshilfe

Teilnehmer der Kyritzer Montagsdemo für Frieden verurteilten die Ereignisse am Kölner Dom in der Silvesternacht, bei der zahlreiche Frauen belästigt worden sind. Ein Flüchtling befürchtete, dass dies negative Folgen für die Integration alle Asylbewerber hat.

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35 Bürger beteiligten sich diesmal an der Montagsdemo.

Quelle: André Reichel

Kyritz. Erneut trafen sich am Montag bei einer Friedensdemonstration auf dem Kyritzer Marktplatz gut 35 Bürger, darunter auch einige syrische und afghanische Flüchtlinge. Die Teilnehmer diskutierten über die Ereignisse am Kölner Dom in der Silvesternacht, bei der zahlreiche Frauen gezielt von Männern ausländischer Herkunft belästigt wurden.

„Damit haben diese Leute der AfD in die Hände gespielt“, stellte Montagsdemo-Mitorganisator Jörg Kannenberg fest. Einhellig waren sich die Anwesenden einig, dass sie derartige Vorfälle auf das Äußerste missbilligen. Auch daraus resultierende fremdenfeindliche Aktionen, wie es sie anschließend in Köln gab, verurteilten die Kyritzer. „Wir wollen mit unserer Demo auch einen Gegenpol zu dem Zuspruch bilden, den die AfD derzeit bekommt“, erklärte Jörg Kannenberg.

Einer der auf dem Markt anwesenden Flüchtlinge, der 25-jährige Syrer Achmed Alsayed, äußerte sich ebenfalls dazu. Auch wenn er selbst nichts mit diesen Ereignissen zu tun hat, entschuldigte er sich dennoch stellvertretend für das, was in Köln passiert ist. Achmed Alsayed fürchtet nun eine Verallgemeinerung. „Ich weiß nicht, wie die deutsche Bevölkerung reagiert, wenn sie mir auf der Straße begegnet“, sagte Achmed Alsayed. Für den Syrer steht fest: „Diese Flüchtlinge, die in Köln die Frauen schikanierten, sind kriminell. Doch so sind nicht alle von uns. Der größte Teil nahm eine gefährliche Flucht auf sich, um in Deutschland ein sicheres Leben führen zu können, und dafür sind wir sehr dankbar.“

Es fehlt weiter an warmer Kleidung

Mitorganisatorin Kathrin Boleslawsky informierte über den aktuellen Stand der von der Bürgerinitiative „Kyritzer Bürger für Frieden“ gestarteten Online-Petition. Demnach wurden bislang 74 Unterschriften geleistet, davon 43 aus Kyritz. Doch auch auf Petitionslisten kann unterschrieben werden. „Unser Ziel sind 310 Unterschriften, das wird wohl doch nicht so leicht zu erreichen sein“, stellte Jörg Kannenberg fest, der bei der Gelegenheit weitere Unterschriftenlisten an die Anwesenden verteilte. 310 Unterschriften werden benötigt, um das von „Open Petition“ vorgegebene Quorum zu erreichen.

Cornelia Conrads berichtete indes, dass sie gemeinsam mit anderen Kyritzern unlängst in Karnzow war, um sich selbst ein Bild von der Situation der im Waldschulheim untergebrachten Flüchtlinge zu machen. „Einige sind schon gut versorgt, doch vielen fehlt es an warmer Bekleidung“, sagte Cornelia Conrads. Auch die Kyritzerin Gisela Beckmann steht in Kontakt zu Flüchtlingen. Sie erstellte eine Liste mit für Flüchtlinge wichtigen Ansprechpartnern. Außerdem ermittelte die engagierte Kyritzerin den Bedarf der Flüchtlinge an dringend benötigten Dingen wie Kleidung und Haushaltsgegenständen. Dass sich immer mehr Kyritzer mit Rat und Tat für die in der Region lebenden Flüchtlinge einsetzen, freut Gisela Beckmann sehr, sie stellte aber auch fest: „Jeder von uns tut etwas, weiß aber nichts von den Aktivitäten des anderen. Das ist nicht sinnvoll.“ Dies soll sich künftig ändern. Geplant ist ein „Runder Tisch“, an den sich die Aktiven ab sofort einmal in der Woche zum Austausch und zur Koordinierung setzen wollen. Auch eine mögliche Lokalität dafür war schnell gefunden. Treffpunkt wird wahrscheinlich die Pinguin-Bar in der Bachstraße.

Von André Reichel

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