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Kyritz-Ruppiner Heide: Mehr Wölfe als gedacht

Wittstock Kyritz-Ruppiner Heide: Mehr Wölfe als gedacht

Ende August gab es einen Wolf, dann war von fünf Tieren die Rede. Wenig später sieben. Aber auch das war noch nicht alles, wie sich nun herausgestellt hat. Wolfsbeauftragter Robert Franck sorgt sich um die Sicherheit der Herden von Tierhaltern und bietet ab November Beratungstermine an.

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Die Zahl der Wölfe in der Kyritz-Ruppiner Heide wurde immer wieder nach oben korrigiert.

Quelle: Peter Geisler

Wittstock. Mindestens neun Wölfe - sieben Welpen und zwei erwachsene Tiere – halten sich aktuell in der Kyritz-Ruppiner Heide auf. Das teilt Robert Franck, Wolfsbeauftragter beim Landesjagdverband Brandenburg, mit. Es gebe Fotobeweise, die das belegen.

Damit wird die Zahl der Wölfe ein weiteres Mal nach oben korrigiert. Ende August war auf einer Gesprächsrunde zum Thema in Zempow nur von einem gesichert nachgewiesenen Tier die Rede gewesen, zuzüglich unbestätigten Beobachtungen von eventuell weiteren Wölfen. Doch das änderte sich rasch.

Bereits im September wurden drei Welpen und zwei Elterntiere nachgewiesen, und Anfang Oktober teilte Rainer En­trup von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) mit, dass sogar fünf junge Wölfe plus zwei Elterntiere die Heide durchstreiften. Aber auch das war noch nicht alles, wie sich nun herausgestellt hat. Mehr Tiere als die genannten neun gehörten jedoch nicht zur Familie, so Franck. Denkbar wäre allenfalls, dass sich zusätzlich zeitweise einzelne Tiere auf dem Areal aufhalten, die nicht zu dem Rudel gehören. Den Wölfen in der Heide sei es gut gelungen, ihre Jungen vor den Menschen zu verbergen – trotz Fotofallen und Beobachtungen von Jägern.

Wolfsnachwuchs im Teenageralter

Der Wolfsnachwuchs ist bereits im Teenageralter, denn die Jungen werden jeweils im Mai oder Juni geboren – und brauchen Futter. „Ich mache mir große Sorgen um Nutztiere von Haltern in der Region rund um die Heide“, sagt Franck angesichts dieser Situation. Denn Wölfe können jederzeit zuschlagen, um ihren Hunger zu stillen, nicht nur in den Wintermonaten, wie vielfach angenommen wird. Der Fachmann empfiehlt den Haltern daher, verstärkt auf ihre Tiere zu achten und alle möglichen Schutzmaßnahmen zu ergreifen – etwa Stromzäune zu aktivieren oder Herden über Nacht nicht draußen zu lassen.

Beratungen finden vor Ort statt

Was ganz konkret getan werden kann, dazu bietet Robert Franck ab November zudem auch spezielle Beratungen vor Ort an. Dabei gehe es dann darum, wie sich der jeweilige Halter individuell vorbereiten kann, um Verluste durch Wolfsattacken zu verhindern oder zumindest so gering wie möglich zu halten. „Ich sehe mir das Grundstück an und gebe Tipps, welche Vorsichtsmaßnahmen sinnvoll sind“, sagt er. Wer das möchte, kann sich für Terminabsprachen direkt an Robert Franck wenden, Tel. 0172/6 04 83 75.

In den Dörfern rings um den Truppenübungsplatz kam es in der Vergangenheit schon mehrfach zu Wolfsrissen, zuletzt im April in Zempow. Damals hatte ein Wolf mehrere Schafe verletzt oder getötet. Deshalb wünschen sich dortige Einwohner, zeitnah über aktuelle Entwicklungen in Sachen Wolfsvorkommen in der Region informiert zu werden, um rasch reagieren zu können, wie Swantje Schäkel bereits im August angeregt hatte. In diesem Jahr wurden bis Juli 85 Schafe, 13 Rinder und zwölf Stück Damwild von Wölfen in der Mark gerissen. Das Land zahlte 5700 Euro als Entschädigung.

Von Björn Wagener

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