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Ostprignitz-Ruppin Kyritz: Sanierung für Anlieger nicht umsonst
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kyritz: Sanierung für Anlieger nicht umsonst
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00:17 29.04.2016
Der Straßenbau in der Innenstadt geht richtig ins Geld. Quelle: André Reichel
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Kyritz

Seit Montag wird in der Kyritzer Johann-Sebastian-Straße gebaut. Allein für den aktuellen Bauabschnitt zwischen Marktplatz und Prinzenstraße wurden Aufträge in einem Umfang von knapp 900 000 Euro vergeben. Bauen in der Innenstadt ist teuer.

Das gilt zumindest für die öffentlichen Kassen. Die Grundstückseigentümer kommen noch relativ günstig davon. Normalerweise werden bei Straßenbauvorhaben die Anlieger gemäß der Straßenbaubeitragssatzung der Stadt zur Kasse gebeten. Im Fall der Johann-Sebastian-Bach-Straße würde das wohl fast ein Drittel der Bausumme ausmachen. Im Sanierungsgebiet rund um die Altstadt gelten jedoch andere Regeln.

Statt einer Baukostenumlage wird den Eigentümern nach Abschluss der Altstadtsanierung die Wertsteigerung ihrer Immobilien in Rechnung gestellt. Schließlich macht ein Haus in einer komplett sanierten Umgebung mehr her als in einer weniger gepflegten.

Welche Differenz zu erwarten ist und was die Eigentümer in der Folge zu zahlen haben, das wurde per Gutachten bereits zu Beginn der Altstadtsanierung vor mehr als 15 Jahren festgelegt. Für die meisten Grundstücksbesitzer dürfte es auf vierstellige Summen hinauslaufen. Das Bauamt der Stadt gibt auf Nachfrage genauere Auskunft.

Eingefordert wird das Geld zum Abschluss der Altstadtsanierung. Das dauert bestimmt noch fünf Jahre. Allein die komplette Erneuerung der Bach-Straße wird mindestens bis nächstes Jahr dauern. Prinzen- und Maxim-Gorki-Straße stehen noch aus.

Allerdings können Eigentümer auch jetzt schon bezahlen. Die Stadt Kyritz hat daran durchaus Interesse: Aktuelle Einzahlungen können für noch ausstehende Sanierungsvorhaben verwendet werden. Geld, das nach Abschluss der Altstadtsanierung eingefordert wird, muss hingegen an die Fördermittelgeber weitergereicht werden. Nicht ganz uneigennützig gewährt Kyritz vorzeitigen Zahlern also einen Nachlass.

Große Resonanz hat das bisher nicht gefunden. „Es gibt Anfragen von Einzelnen, die ihre Ausgleichsbeiträge bezahlen wollen“, berichtet Inge Olbrecht aus der Bauverwaltung. „Aber das ist nicht die große Masse.“ Dabei verspricht die vorzeitige Zahlung sogar etwas mehr Sicherheit: Es ist keineswegs ausgeschlossen, dass die gutachterliche Einschätzung der Wertsteigerung noch überarbeitet wird. Was dabei herauskäme, ist offen. Doch wer schon bezahlt hat, wäre aus dem Schneider.

So oder so gilt laut Inge Olbrecht: „Das, was wir als Stadt in die Sanierung reingesteckt haben, das bekommen wir über die Ausgleichsbeiträge sowieso nicht wieder herein.“

Von Alexander Beckmann

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